Limmattal

Sie sagen mehr als tausend Worte: Das sind die Bilder des Jahres 2019

Die Lieblingsbilder der LiZ-Redaktorinnen und Redaktoren.

Die Lieblingsbilder der LiZ-Redaktorinnen und Redaktoren.

Ein ereignisreiches Jahr für das Limmattal geht zu Ende. Die Redaktion der Limmat­taler Zeitung hat aus vielen eindrücklichen Bildern, die denkwürdige Momente dokumentieren, ihre liebsten ausgesucht.

Lydia Lippuner, Redaktorin:

Die Schlieremer Abfallmänner sind früh unterwegs.

Die Schlieremer Abfallmänner sind früh unterwegs.

Als einige noch ihre abendliche Tour durch die Festbeizen des Schlierefäschts verdauten oder sich den Kopf rieben und zur Arbeit fuhren, waren die Abfallmänner Schlierens bereits wieder auf Achse. Anders als am letzten Schlierefäscht vor vier Jahren mussten sie diesen Sommer dank dem Mehrweggeschirr weniger Abfallberge verschieben. Auch wenn hier und da noch Papierfetzen, Zigarettenstummel oder Flaschen auf dem Boden lagen, so sei dies, verglichen mit dem letzten Fest, nichts. «Damals war der Platz vor der grossen Bühne mit Cüpli-Gläsern gepflastert», sagte Marcel Burgherr, Bereichsleiter Abfuhrwesen. Er sorgte mit seinem Team dafür, dass die Abfall-Spuren der insgesamt rund 100000 Besucher des 10-tägigen Schlierefäschts auch dieses Jahr beseitigt wurden.

Sandro Zimmerli, Stellvertretender Chefredaktor:

Die Tanzcompagnie Flamencos en route führte das Publikum von einem Raum in den nächsten.

Die Tanzcompagnie Flamencos en route führte das Publikum von einem Raum in den nächsten.

Am 23. April dieses Jahres wäre Silja Walter 100 Jahre alt geworden. Im Kloster Fahr wurden deshalb verschiedene Veranstaltungen zu Ehren der schreibenden Nonne durchgeführt. Die allesamt ausverkauften Aufführungen von «feu sacré» waren einer der Höhepunkte des Gedenkjahrs. In der musikalisch-tänzerischen Inszenierung der Tanzcompagnie Flamencos en route wandelte das Publikum mit den Künstlern von einem Raum in den nächsten. So dienten die St.-Anna-Kapelle, der Klostergarten, der Gang in der Propstei und die Klosterkirche als Kulisse für die ausdrucksstarken Darbietungen der Tänzerinnen. Das Thema Tanz zieht sich wie ein roter Faden durch das Werk von Silja Walter, die über 60 Jahre ihres Lebens als Schwester Maria Hedwig im Kloster Fahr verbrachte. Das Tanzen war denn auch das Bindeglied zu Susanne Looser, die als Flamencotänzerin Susana weltweit ihr Publikum zu begeistern wusste. Mit der Mitbegründerin der Tanzcompagnie Flamencos en route pflegte
Silja Walter eine lebenslange Freundschaft, die in einem regen Briefwechsel und persönlichen Treffen ihren Ausdruck fand. Und so war «feu sacré» in erster Linie eine Hommage an zwei Frauen, die zwar ganz unterschiedliche Lebenswege einschlugen, aber durch ein inneres Feuer miteinander verbunden waren.

Alex Rudolf Redaktor:

Schlieremer Buche wird gefällt.

Schlieremer Buche wird gefällt.

Ende Juni war es so weit: Die Schlieremer Buche, die wegen des Baus der Limmattalbahn vom Stadtplatz in den Stadtpark versetzt wurde, musste endgültig gefällt werden. Der Baum überlebte die medienwirksame Verpflanzung vom Winter 2018 nicht. Für zahlreiche Passanten war die Fällung des Baums nur schwer zu ertragen: «Er gehört zu Schlieren und es tut mir im Herzen weh, dass er nun wegkommt», sagte etwa die Schlieremerin Yolanda Bächtiger.

David Egger, Chefredaktor:

Der FC Dietikon feiert seinen Aufstieg in die 1. Liga.

Der FC Dietikon feiert seinen Aufstieg in die 1. Liga.

Mit Nebeleffekten, Konfettiregen, Bier, Zigarren und allem, was dazugehört, feierten die FC-Dietikon-Spieler am 15. Juni ihren Aufstieg in die 1. Liga, aus der sie drei Jahre zuvor abgestiegen waren. Auch für das Publikum hatte sich der Fussballclub etwas überlegt: Zur Feier des Tages offerierte er allen das allseits bekannte FCD-Risotto. Der Verein hatte sich mit ein wenig Vorlaufzeit auf die Feier vorbereiten können, stand der Aufstieg doch schon eine Runde vor Schluss fest. Aber erst der klare 4:2-Sieg gegen Aegeri im letzten Spiel in der 2. Liga interregional machte die Aufstiegsfeier auf der Dornau perfekt. Dieses Bild hält die grosse, ansteckende Freude der Dietiker Aufsteiger fest. Hinter ihrem Erfolg stecken eindrückliche Zahlen: 18 Siege, 5 Unentschieden und 3 Niederlagen; und dies bei 73 Toren und nur 27 Gegentoren. Die Aufstiegssaison geht so schnell nicht vergessen. Sie zeigt auch, dass die Klubführung ein gutes Händchen hatte, als sie 2018 den Trainerposten Trainerneuling João Paiva anvertraute, als Goran Ivelj zum GC-Nachwuchs wechselte.

Florian Schmitz, Redaktor:

Generationenwechsel in Unterengstringen.

Generationenwechsel in Unterengstringen.

Heinz Witschi stösst mit Tochter Laura auf den Generationenwechsel an. Ein Dritteljahrhundert bewirtete der Sternekoch seine Gäste in Unterengstringen. Auch alt Bundesrat Adolf Ogi kehrte gern bei ihm ein und sogar der Sultan von Brunei war schon da. Nach 55 Jahren als Koch trat Witschi im Sommer 2019 in den Ruhestand. Kulinarisch inspiriert von der französischen Nouvelle Cuisine, setzte er seit je auf hochwertige Frischprodukte. Sein Fokus auf das Wesentliche steht im Kontrast zu den heutigen kulinarischen Trends in der Spitzengastronomie mit vielen Zutaten und Experimenten. Mit der üppigen Dekoration und dem massiven Tresen wirkte das Lokal ein bisschen überladen und aus der Zeit gefallen. Aber egal, wo der Blick hinschweifte: An jedem Detail wurde ersichtlich, dass hier auf hochwertige Materialien gesetzt wurde. Zusammen mit dem warmen, mediterranen Anstrich strahlte das Restaurant deshalb gleichwohl viel Gemütlichkeit und Zeitlosigkeit aus. Im neuen Jahr übernimmt Laura Witschi das Lokal und betreibt darin künftig eine Lounge.

Sibylle Egloff, Redaktorin:

Der Betriebsleiter und Bademeister der Badi Fondli kann trotz Riesenansturm noch lachen.

Der Betriebsleiter und Bademeister der Badi Fondli kann trotz Riesenansturm noch lachen.

Es war der drittheisseste Sommer in der Schweiz seit Messbeginn im Jahr 1864. Vor allem Ende Juni und Juli kletterten die Temperaturen deutlich über 30 Grad, mancherorts waren es sogar 35 Grad und mehr. Trotz der Hitzewelle und des Ansturms auf die Badi Fondli in Dietikon behielt Betriebsleiter und Badmeister Daniel Schoch einen kühlen Kopf. Wie Mitch Buchanan in «Baywatch» wachte er mit seinem Team fast täglich über 4000 bis 5000 Badegäste, die sich bei der Hitze erfrischten. Der 55-Jährige schaute bei seinen Rundgängen um die zum Bersten vollen Schwimmbecken nach dem Rechten, wies Eltern auf die Schwimmflügeli-Pflicht bei ihren Kindern hin und verarztete Gäste, die sich beim Badi-Ausflug Bienenstiche, Zeckenbisse oder einen Hautausschlag zuzogen. Dass er arbeiten muss, während andere ihre Freizeit und den Sommer geniessen, störte den Badmeister nicht. Er sei Dienstleister und freue sich, wenn das Angebot genutzt werde. Auf die erfolgreich überstandenen Grosskampftage trank Schoch am Feierabend zu Hause jeweils ein kühles Pils.

Oliver Graf, Redaktor:

Manchmal braucht es nur schattenspendende Zelte, um einen Platz im Sommer zu beleben. Bild: Platz in Dietikon.

Manchmal braucht es nur schattenspendende Zelte, um einen Platz im Sommer zu beleben. Bild: Platz in Dietikon.

Man könnte das Bild hämisch kommentieren: Denn die paar kleinen Festzelte, welche die Stadt Dietikon dem Quartierverein Limmatfeld im Juni übergab, um den grossen und an und für sich schönen, aber doch meist leeren und langweiligen Rapidplatz zu beleben, hielten nicht lange. Kurz nach deren Übergabe durch Stadtpräsident Roger Bachmann an Quartiervereinspräsident Peter Metzinger gaben sie unter dem ersten Sommerstürmchen nach und waren nicht mehr zu gebrauchen. Sie hatten also wahrlich ein kurzes Leben. Doch das Bild zeigt mehr; denn die wenigen Tage, an denen die drei
Zelte standen und angenehmen Schatten in der Sommerhitze spendeten, war auf dem Rapidplatz über Mittag für einmal etwas mehr los als sonst. Es braucht also nicht immer gleich die grossen Würfe, damit etwas in Gang kommt: Manchmal kann es auch besser sein, einen einfachen, raschen Lösungsversuch zu wagen, der dann halt allenfalls vom Winde verweht wird. Besser zumindest als ein jahrelanges Projektieren ohne Ergebnis.

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