Bereits kurz nach 12 Uhr wird mit einem Kran die Hälfte der auf einem Lastwagen transportierten Quarterpipe in die Luft gehoben und sicher über die Bäume bugsiert. Beim Skatepark auf der Kirchhalde nehmen zwei Monteure die Last entgegen. Nachdem sie den genauen Standort des Elements mit Kreide umrissen haben, wird das Teil nochmals angehoben. Zur Fixierung verteilen die Arbeiter bei den markierten Stellen grosszügig Beton. Dann lässt der Kran die Quarterpipe-Hälfte wieder hinunter. Kurz darauf wird auch die zweite Hälfte mit derselben Prozedur auf der Anlage platziert. «Am liebsten würde ich sie sofort testen», tönt es aus einer Gruppe junger Männer, die das Ganze gespannt verfolgt. Neben ihnen steht auch Armin Strässle, Leiter Jugend und Freizeit der Stadt Dietikon. «Eigentlich hätte die Quarterpipe erst um 13 Uhr auf den Skatepark gehoben werden sollen, aber am Zoll ging alles ein wenig schneller als gedacht», sagt er und strahlt über das ganze Gesicht.

Die Lieferung dieses Elements ist das Ergebnis einer über eineinhalb Jahre dauernden Zusammenarbeit zwischen Strässle und den jungen Männern, die regelmässig mit dem BMX, dem Skateboard oder den Inlineskates unterwegs sind. «Vor der Vergrösserung der Anlage kam es neben einem Hindernis öfters zu Zusammenstössen. Es war dort einfach zu eng», sagt Marco Schelling. Er hat sich gemeinsam mit Roman Spalinger, Adrian Di Giorgio, Renato Romer und anderen Skatern aus Dietikon für eine Erweiterung des Skateparks eingesetzt. Zusätzlich dazu sollte auch noch eine Quarterpipe hinzukommen, damit zwischen zwei auseinanderliegenden Rampen hin- und hergefahren werden kann. Die dazwischen liegenden Hindernisse können so, ohne abbremsen zu müssen, immer wieder befahren werden.

Alle Hürden gepackt

Auch bestärkt durch einen im November 2017 eingereichten Vorstoss von SP-Gemeinderat Martin Steiner startete die Gruppe um Schelling zu Beginn des letzten Jahres eine Unterschriftensammlung. Fast 100 Personen unterzeichneten. «Wir haben vor allem Leute gefragt, die den Skatepark aktiv nutzen oder viel Zeit hier verbringen», sagt Schelling. Von der Idee und dem Einsatz der jungen Leute beeindruckt, setzte sich auch Strässle für die Skater ein. «Es ist beachtlich, wie viel Zeit sie in dieses Projekt investiert haben. Das kam auch beim Stadtrat gut an», sagt er. Der Dietiker agierte als Bindeglied zwischen den jungen Leuten und dem Stadtrat. In diversen Treffen brachten sie das Projekt immer weiter voran.

Nachdem der BMX-Fahrer und gelernte Hochbauzeichner Di Giorgio einen Bauplan für die Erweiterung zeichnete und der Stadtrat den Investitionskredit bewilligte, schien das Ziel bereits in greifbarer Nähe. «Mit der Baubewilligung kam dann aber nochmals eine Hürde, die das Vorhaben hätte zu Fall bringen können», sagt Strässle. Doch wurde während der dreiwöchigen Frist der Baurechtsentscheid von niemandem verlangt. So konnte zu Beginn dieses Jahres die Quarterpipe bestellt werden.

Ab Samstag ist sie befahrbar

Mitte Mai wurde der Skatepark vergrössert und es hätte auch bereits die Pipe geliefert werden sollen. «Es stellte sich aber heraus, dass die Schweizer Firma, bei der man das Element bestellt hatte, dieses aus Deutschland kommen liess», sagt Strässle. Umso glücklicher ist er nun, dass es endlich geklappt hat und dass die Bevölkerung den jungen Leuten einen Treffpunkt im öffentlichen Raum bietet und in diesen auch investiert. Bis die Skater ihre Tricks auf der neuen Quarterpipe ausprobieren dürfen, müssen sie sich aber nochmals ein wenig gedulden. Es dauert nochmals einen Tag, bis die Monteure ihre Arbeit abgeschlossen haben und zwei weitere, bis alles getrocknet ist. Am Samstag ist die Pipe dann offiziell befahrbar.