Dietikon
Schwimmbad Luberzen: Der Stadtrat ist gegen eine Kombi-Lösung

Das Schwimmbad Luberzen und die neue Dreifachturnhalle im Niderfeld sollen nicht im gleichen Gebäude untergebracht werden.

Leo Eiholzer
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Eine Kombination des Schwimmbads Luberzen mit der neuen Dreifachturnhalle im Niderfeld ist für den Stadtrat keine Option. (Themenbild)

Eine Kombination des Schwimmbads Luberzen mit der neuen Dreifachturnhalle im Niderfeld ist für den Stadtrat keine Option. (Themenbild)

Mario Heller

Das Lehrschwimmbad Luberzen in Dietikon soll in den nächsten Jahren für 4,5 Millionen Franken saniert werden. «Das ist sehr viel Geld», sagt Gemeinderat und Stadtratskandidat Philipp Müller (FDP). Gleichzeitig soll auch eine neue Dreifachturnhalle im Quartier Niderfeld gebaut werden. Deshalb hat Müller eine kleine Anfrage eingereicht: Darin fragt er den Stadtrat, ob es möglich sei, das Schwimmbad mit der geplanten Turnhalle zu kombinieren. Statt das Bad zu sanieren, will er es also abreissen und im Niderfeld neu bauen lassen, weil dort die Turnhalle ohnehin einen Neubau nötig macht. Mit der Kombination der beiden Bauvorhaben sollen Bau- und Planungskosten verringert werden. «Mir ist es wichtig, dass man, wenn es um so viel Geld geht, sich alle Optionen ergebnisoffen anschaut», sagt Müller auf Anfrage.

«Genügend Abklärung»

Die Antwort des Stadtrats, von Philipp Müllers Vater, dem scheidenden Stadtpräsidenten Otto Müller (FDP), unterschrieben, ist klar: Eine Kombination der beiden Nutzungen werde «nicht befürwortet». Es bestehe keine Notwendigkeit, dies nochmals zu überprüfen. Als man den Bericht «Schulraumplanung», auf dem die Baupläne basieren, erstellt habe, habe man dies bereits genügend abgeklärt.

«Ausweichender» Stadtrat?

Philipp Müller teilt diese Auffassung nicht. Mit der Antwort ist er unzufrieden: «Der Stadtrat zeigt sich beratungsresistent.» Er glaubt nicht, dass der Stadtrat diese Option überhaupt ernsthaft geprüft hat. Dabei stützt er sich auf den gleichen Schulraumplanungs-Bericht wie der Stadtrat. Dieser liegt der Limmattaler Zeitung vor. Darin ist aufgeführt, welche Möglichkeiten überprüft wurden: Von der Umnutzung des Schwimmbads in Klassenzimmer bis zu einem Ausbau mit zwei Turnhallen wurden offenbar sieben Varianten geprüft. Nur die Abklärung der Zusammenlegung mit der geplanten Dreifachturnhalle im Niderfeld findet sich nirgends. In der Antwort auf Müllers Anfrage schreibt der Stadtrat, die Kombination sei «summarisch geprüft» worden. Eine «nochmalige Prüfung» sei nicht nötig. In der Studie findet sich aber nichts von einer Prüfung dieser Variante. Für Müller ist klar: «Dass dieses Variante nie geprüft wurde, zeigt auch die ausweichende Antwort des Stadtrates auf meine Anfrage.»

In seiner Antwort schreibt der Stadtrat, die Integration eines Lehrschwimmbades in den Bau einer Dreifachturnhalle könne generell sinnvoll sein. Auf die Schulanlage Luberzen bezogen, sei es aber besser, das bestehende Bad zu erhalten. Er führt dafür bauliche und ökonomische Gründe ins Feld. Sprich: Es sei deutlich günstiger, das Bad zu erhalten, anstatt es in die geplante Dreifachturnhalle zu integrieren. Konkrete Zahlen dazu waren gestern nicht in Erfahrung zu bringen, weil der zuständige Stadtrat Jean-Pierre Balbiani (SVP) in den Ferien weilt. Neben den Kosten ist für den Stadtrat die Lage des Bades entscheidend. Die räumliche Anordnung der beiden Hallenbäder Fondli und Luberzen solle nicht geändert werden, weil sie wegen der Verteilung der Schüler als günstig beurteilt wird. Müller lässt dieses Argument nicht gelten. «Andere Gemeinden haben kein Lehrschwimmbecken. Dass die Schüler in ein etwas weiter entferntes Schwimmbad ausweichen, müsste machbar sein, wenn man sich schon den Luxus zweier Schwimmbäder leistet», sagt er.

Der bürgerliche Widerstand gegen die Sanierung des Luberzen-Bades ist nicht neu. Bereits in der Budgetdebatte vom September 2016 reichte Martin Romer (damals FDP, heute parteilos) eine Motion für eine sofortige Schliessung und einen Investitionsstopp ein. Damals sagte er im Rat, die Schule müsse «von einem schweren Klotz am Bein» befreit werden. Der SVP-Gemeinderat und jetzige Stadtratskandidat Stephan Wittwer nannte das Bad «ein Fass ohne Boden» und «ein Millionengrab».

Gemeinderat für Sanierung

Der Gemeinderat lehnte die Motion des heutigen Stadtratskandidaten Romer aber mit 17 zu 12 Stimmen ab und befürwortete so die Sanierung des Bades. «Ich respektiere diesen Entscheid natürlich», sagt Müller. «Aber ich möchte, dass sich der Stadtrat wirklich mit allen Optionen beschäftigt.»

Während der damaligen Debatte wurde von SP-Seite kritisiert, eine Schliessung des Bades benachteilige den östlichen Teil Dietikons. «Man tut nichts mehr fürs Ostquartier», sagte SP-Gemeinderätin Catherine Peer in diesem Zusammenhang. Darauf angesprochen, sagt Müller: «Natürlich muss man etwas für dieses Quartier machen und darin investieren. Die Investition von 4,5 Millionen, von welcher doch nur ein kleiner Teil des Quartiers profitiert, empfinde ich jedoch als sehr hoch.»

Fürs Erste bleibt das Luberzen-Bad, wo es ist. Müller will abwarten, was für eine neue Exekutive, der er selbst gerne angehören würde, die Wahlen vom 4. März hervorbringen. Er hofft, dass der neue Stadtrat «weniger beratungsresistent» sein wird, wie er sagt.

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