Kommentar

Richten es 2023 die Frauen fürs Limmattal?

Die neugewählte Spitzenkandidaten Katharina Prelicz-Huber freut sich über die drei Sitzgewinne der Grünen.

Das Limmattal verabschiedet sich aus Bern. Ausgerechnet in einer Zeit, in der es eine grosse Entwicklung durchmacht.

Der aussichtsreichste Kandidat, Josef Wiederkehr (CVP, Dietikon), landet parteiintern auf dem dritten Platz. Da die CVP neu nur noch 1 statt 2 Sitze hat, ist das Scheitern deutlich, wenngleich er nur 504 Stimmen hinter der Zweitplatzierten Nicole Barandun liegt. Barandun dürfte von ihrer Ständeratskandidatur profitiert haben. Es sind bittere Nachrichten für alle, die sich einen Limmattaler in Bern erhofft und auf Wiederkehr gesetzt haben.

Auch auf Sonja Gehrig (GLP, Urdorf) setzten manche. Gewählt ist sie nicht. Aber sie surfte besonders gekonnt auf der grünen Welle: Vom 14. Listenplatz aus hat sie den 8. Rang bei den Grünliberalen erreicht. Eine grosse Leistung. Ihre wohltätigen Engagements haben sie auch ausserhalb des Limmattals bekannt gemacht.

Auch andere Limmattalerinnen sind mehrere Plätze nach vorne gerutscht: insbesondere Nadine Burtscher (EVP, Dietikon), Ursula Keller (FDP, Uitikon), Kerstin Camenisch (SP, Dietikon) und Yvonne Apiyo Brändle-Amolo (SP, Schlieren). Und Olivia Boccali verteidigte bei der JCVP-Liste Platz 1 klar. Es gibt also aus Limmattaler Sicht nicht nur bittere Nachrichten. Die Limmattaler Frauen sind bereit, sollten sie dereinst von besseren Listenplätzen aus starten können.

Und die grüne Welle ist Tatsache. Die Zürcher Grünen (5 statt 2 Sitze) und die Grünliberalen (6 statt 3) haben die «Klimawahl» zu nutzen gewusst. Vielleicht war es auch die parteiinterne grüne Wende, die die Zürcher FDP so stabil bleiben liess: wieder 5 Sitze. Dass die BDP den Kanton Zürich nicht mehr vertritt, ist hingegen eine erwartbare Randnotiz. Fast hätte auch die EDU sie überholt.

Die beiden grössten Parteien, SP und SVP, müssen je zwei ihrer Zürcher Sitze abgeben. Die SP sieht sich als grünes Original und muss trotzdem Federn lassen. Wie die SVP fand sie kein Thema, das ausserhalb der Partei das Volk vom Hocker reisst.

Für den zweiten Ständeratswahlgang ist derweil klar: Roger Köppel (SVP) wird zugunsten von Ruedi Noser (FDP) verzichten müssen, wenn er nicht Grün oder Grünliberal zum Sieg verhelfen will. Und das will er nicht.

Und das Limmattal? Es braucht gute Kontakte zu den Zürcher Nationalräten, damit es in Bern nicht vergessen geht.

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