Oberengstringen

«Wir wollen die Hemmschwelle für Junge senken»

Vor Wahlen finden auch Easyvote-Podiumsdiskussionen statt, die sich besonders an junge Menschen richten.

Vor Wahlen finden auch Easyvote-Podiumsdiskussionen statt, die sich besonders an junge Menschen richten.

Mit den Wahlbroschüren von Easyvote will Oberengstringen das politische Interesse seiner jungen Bürger stärken. Den Anstoss dazu gab Andreas Leupi (SVP), der jüngste Gemeinderat des Bezirks Dietikon.

Das Problem ist altbekannt: Unser politisches System funktioniert nur, wenn sich die Menschen daran beteiligen. Doch das politische Interesse junger Leute zu wecken, scheint immer schwieriger zu werden. Genau dort setzt das Projekt Easy­vote an, hinter dem seit 2011 der Dachverband Schweizer Jugendparlamente steht. Das ursprünglich vom Jugendparlament Köniz gegründete Projekt vermittelt auf möglichst un­komplizierte Weise Wissen über politische Themen und Prozesse, um die politische Bildung und das Interesse von 18- bis 25-Jährigen zu stärken.

Immer mehr Gemeinden haben für ihre jungen Erwach­senen die Abstimmungsbroschüren von Easyvote abonniert. Künftig erhalten auch alle jungen Oberengstringerinnen und Oberengstringer jeweils vor Abstimmungsterminen die Broschüre zu kantonalen und nationalen Vorlagen zugeschickt.

Einstieg in die Politik dank Gespräch mit Nationalrat

«Wir wollen die Hemmschwelle senken und Jungen einen ein­facheren Einstieg in die Politik ­ermöglichen», sagt der Oberengstringer Sicherheitsvorstand ­Andreas Leupi (SVP). Als 14- ­Jähriger sei er im Gespräch von einem Nationalrat motiviert worden, mal in der Jugendsession vorbeizuschauen. «Drei Jahre später war ich Co-Präsident», sagt er und lacht.

So funktioniert Easyvote.

Leupi ist nicht nur als jüngster Gemeinderat im Bezirk Dietikon ein guter Vertreter, um junge Menschen politisch zu sensibilisieren. Der 23-Jährige hat Easyvote dank seiner früheren Tätigkeit in Jugendparlamenten kennen gelernt und die Abstimmungsbroschüren auch schon unter Kollegen und Familie gestreut. Er brachte den Vorschlag, Easyvote anzubieten, auch gleich selbst in die Ober­eng­stringer Jugendkommission.

Dort und anschliessend im ­Gemeinderat hätten sich alle klar dafür ausgesprochen, sagt Leupi. Schliesslich sei eines der aktuellen Legislaturziele, öffentliche Ämter für Stimmbürgerinnen und Stimmbürger attraktiver zu machen. Und dafür sei politisches Grundinteresse eine wichtige Basis. «Es wäre schön, wenn wir bei den nächsten

Gemeinderatswahlen wieder eine Kampfwahl hinkriegen», so Leupi. Langfristig gehe es auch darum, das Ökosystem Gemeindepolitik zu erhalten.

Zunächst erhalten die 349 betroffenen Oberengstringer die Easyvote-Unterlagen während drei Jahren gratis zugeschickt. Das kostet die Gemeinde jährlich 2400 Franken. Anschliessend wird bilanziert und weiter entschieden.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1