Klimaerwärmung

Wie kümmert sich Dietikon um die Umwelt? – «Der vergangene Sommer lässt grüssen»

Hitzesommer 2018: Urdorfer Brunnen blieben trocken wegen der Hitze und Trockenheit. (Archiv)

Gemeinderat Andreas Wolf (Grüne) will vom Stadtrat wissen, wie Dietikon dem Klimawandel entgegenzuwirken gedenkt.

In den letzten Tagen verwandelte sich Dietikon für eine kurze Zeit in einen Traum für Winterliebhaber: Schneeflocken verhüllten Bäume und Häuser, Kinder vergnügten sich im Schnee. Klima-Skeptiker dürften meinen, das seien alles Zeichen dafür, dass der Klimawandel nicht existiere.

Für solche Assoziationen zeigt der diplomierte Umweltnaturwissenschaftler und Dietiker Gemeinderat Andreas Wolf (Grüne) kein Verständnis: Eine solche Wetterschwankung gehöre zur Jahreszeit. «Doch das ist ein einzelnes Ereignis, man muss die gesamte Situation beachten: Die Wetterextreme – der vergangene Sommer lässt grüssen – werden zunehmen.»

Bis Ende des jetzigen Jahrhunderts soll die Temperatur um drei bis fünf Grad steigen.
Der Präsident der Dietiker Grünen will nun handeln: In der letzten Parlamentssitzung hat Wolf zusammen mit sieben Mitunterzeichneten aus den Reihen von FDP, CVP, SP und Grünen eine Interpellation eingereicht. $

Die Gemeinderäte verlangen eine Reaktion vom Dietiker Stadtrat in Hinsicht auf den Klimawandel. Sie wollen wissen, was Dietikon für die Ursachen- und Symptombekämpfung unternimmt – und wie viel dies kosten soll.

Links und Mitte-Rechts dabei

Wolf zeigt sich erfreut über die breite Unterstützung von seinen Ratskollegen: «Für die FDP- und CVP-Mitglieder ist vor allem die Kostenfrage interessant, denke ich. Andere Bürgerliche reden oft über die Kosten der Klimaschutz-Massnahmen und stellen sich dagegen. Aber was viele nicht bedenken, ist dass der Klimawandel selbst noch mehr als dessen Prävention kosten wird.»

«Der Klimawandel ist real»

Mit der Interpellation erhofft sich Wolf zuerst einmal Anerkennung von der Exekutive: «Der Stadtrat soll zugestehen, dass der Klimawandel ein reales Problem ist. Wir fordern nicht nur dessen Symptom-, sondern auch dessen Ursachenbekämpfung.» Dietikon sei zwar teilweise auf gutem Weg, wie die Auszeichnung Energiestadt Gold zeige. Dennoch gebe es bezüglich der Förderung von erneuerbaren Energien noch Luft nach oben.

Wolf schlägt konkrete Massnahmen vor: «Man soll die städtische Fachstelle für Energie besser vermarkten, damit die Bevölkerung diese kennt und in Anspruch nimmt.» Weiter würde der Grüne Gemeinderat einerseits die Zusammenarbeit mit Genossenschaften fördern, welche die Ökobilanz von Neubauten verbessern würden.

Denkbar seien auch autofreie Quartiere. «In Dietikon wäre dies im Entwicklungsgebiet Niderfeld möglich», sagt er. Anderseits würde Wolf Massnahmen ergreifen, die die Sanierung von Altbauten vereinfachen.

Der Klimawandel wird in den Medien immer wieder thematisiert. Wieso handelt Wolf ausgerechnet jetzt? «Nach dem heissen Sommer haben sich viele Gedanken zum Klimawandel gemacht, passiert ist jedoch nichts.» Nicht nur als Bürger, sondern auch als Vizepräsident des Dietiker Pilzvereins habe er die Folgen des Klimawandels gespürt.

«Ohne Niederschlag keine Pilze. Die Trockenheit und Hitze hat Auswirkungen allerdings nicht nur auf Pilz-, sondern auch auf die allgemeine Artenvielfalt», so Wolf. Doch der letzte Tropfen war für ihn die Ablehnung des CO2-Gesetzes im Nationalrat. Man darf und soll klein anfangen, so Wolf.

«Das Argument der Sorte ‹die ganze Schweiz ist sowieso zu klein, um etwas zu bewirken›, erachte ich als falschen Ansatz. Wenn alle so denken, passiert nie etwas. Wir müssen anpacken, klein anfangen, mit kleinen Beispielen vorangehen. Die Möglichkeiten in einer Stadt wie Dietikon sind unbegrenzt.»

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