Coronavirus

Whatsapp statt Besuche: Das Besuchsverbot macht erfinderisch

Besuchsverbot im Pflegezentrum des Spitalverbands: Pflegende und Bewohner wissen sich zu helfen.

Besuchsverbot im Pflegezentrum des Spitalverbands: Pflegende und Bewohner wissen sich zu helfen.

Mehr Einzelspaziergänge, Videonachrichten sowie Spiel- und Spassstunden: Das Limmi hat im Akutspital und im Pflegezentrum auf das Besuchsverbot reagiert. Die Schutzmaske erschwert aber manchmal die Kommunikation.

Seit knapp vier Wochen besteht inzwischen kantonsweit ein Besuchsverbot in den Spitälern sowie in den Alters- und Pflegeheimen. Die von der Zürcher Gesundheitsdirektion in Absprache mit Vertretern der Listenspitäler getroffene Massnahme dauert vorerst bis Ende April – eine Verlängerung des Verbots ist dabei möglich.

Das Besuchsverbot ist einschneidend. Und es trifft beispielsweise am Spital Limmattal nicht nur die Bewohnerinnen und Bewohner sowie die Patientinnen und Patienten, sondern auch deren Angehörige, die ausser in Ausnahmefällen vor verschlossenen Türen bleiben. Dennoch verursacht das Verbot bislang in der Regel keine grösseren Probleme, wie es beim Limmi auf Anfrage heisst.

Im Pflegezentrum kommt es gemäss Mediensprecher Stefan Strusinski aber hin und wieder zu gewissen Kommunikationsproblemen. Bewohnerinnen und Bewohner, die etwas schwerhörig seien, hätten Mühe, die Pflegenden zu verstehen. Denn diese würden ja einen Mundschutz tragen, von den Lippen ablesen sei da unmöglich. «Die Bewohnenden und Pflegenden nehmen dies aber mit Geduld und mit Humor auf.»

Damit der Alltag trotz generellem Besuchsverbot im Pflegezentrum nicht eintönig wird, haben Leitung und Mitarbeitende längst reagiert. So sind zum Beispiel vereinzelte Besuche im Garten durchaus möglich, wenn zwei Meter Abstand eingehalten werden. Den Bewohnerinnen und Bewohnern wird es gemäss Strusinski in den verschiedenen Abteilungen auch ermöglicht, ihre Angehörigen über Whatsapp zu sehen. Zudem unternehmen die Pflegenden mit den Bewohnenden derzeit vermehrt Einzelspaziergänge im Freien. Auf den verschiedenen Abteilungen gibt es täglich kurze Spiel- und Spassrunden – einfach mit etwas Abstand zwischen den Teilnehmern, wie Strusinski sagt. Und auch die reformierten und katholischen Seelsorger besuchen alle Bewohnerinnen und Bewohner in ihren Zimmern und in der Stube häufiger, um mit ihnen nicht nur über Gott, sondern auch die Welt zu reden.

Ein neues Careteam steht bei Fragen und Problemen bereit

Im Akutspital kommunizieren die Patienten derweil vor allem mit ihren eigenen Smartphones und weiteren Geräten mit Familienangehörigen und Freunden, wie Stefan Strusinski erklärt. In Ausnahmefällen erlaubt das Limmi auch Besuche; so darf ein Vater bei der Geburt dabei sein, im Notfall ist eine Begleitung bei der Aufnahme möglich. Wie sonst auch werden Angehörige nach einer Operation telefonisch vom Operateur informiert. Und Angehörige von Personen, die sich auf der Intensivpflegestation befinden, werden täglich sowohl vom Arzt als auch von Pflegenden informiert.

Neu hat das Spital Limmattal zudem ein multidisziplinäres Careteam geschaffen, in welchem Sozialarbeiter, Seelsorgerinnen, Psychologen, Ärztinnen und Pflegeexperten vertreten sind. Dieses steht Patienten, Angehörigen und Mitarbeitenden zur Seite und bietet unter anderem Hilfe und Unterstützung in schwierigen Situationen und bei Problemen an. Es berät beispielsweise, wie eine Heim-Quarantäne zu bewältigen ist und wie dabei das seelische Gleichgewicht zu halten ist.

Meistgesehen

Artboard 1