Schlieren

Weshalb die Hortpreise jetzt in zwei Schritten erhöht werden

Schlieren kennt bislang keine kostendeckenden Tarife für Mittagstische und Horte.

Schlieren kennt bislang keine kostendeckenden Tarife für Mittagstische und Horte.

Mittagstisch, Nachmittagshort und weitere schulergänzende Betreuung wird in Schlieren teilweise massiv teurer: Die Schulpflege hält an den höheren Tarifen fest, passt aber nach aufgekommener Kritik ihr Vorgehen an. Die Anpassung der Tarife erfolgt nun etappiert.

Die Schlieremer Tarife für schulergänzende Betreuungsangebote hatten nach heftiger Kritik von Eltern schon den eidgenössischen Preisüberwacher und den Dietiker Bezirksrat beschäftigt. Doch am Resultat wird das grundsätzlich nichts ändern: Die Tarife sollen nach wie vor in jener Höhe festgesetzt werden, wie sie die Schulpflege bereits 2018 in Aussicht gestellt hatte.

Die aufgekommene Kritik nimmt die Schulpflege aber auf, indem sie die vorgesehene Erhöhung nun gestaffelt vornimmt. Auf Beginn des Schuljahres 2021/22 im August 2021 erfolgt eine erste Anpassung, auf das zweite Semester desselben Schuljahres im März 2022 eine zweite. Im ersten Schritt wird dabei den Eltern die Hälfte der geplanten Tariferhöhung auf die Rechnung geschlagen, wie die Schulpflege am Donnerstag mitteilte.

Beim ersten Mal war es zu kurzfristig

Mit dieser Übergangslösung von August 2021 bis März 2022 reagiert die Schulpflege insbesondere auf den Entscheid des Bezirksrates. «Die vorgesehenen Neuerungen führen in einigen Fällen – insbesondere beim Nachmittagshort – zu sehr grossen Tarifanpassungen», hatte dieser auf Beschwerden mehrerer Eltern in diesem Februar festgehalten. Auf diese Anpassungen hätten die betroffenen Personen innert der verbleibenden kurzen Frist nicht entsprechend reagieren können. Die Schulpflege hatte ihr Elternbeitragsreglement Ende Oktober 2018 verabschiedet und auf Februar 2019 in Kraft gesetzt.

«Die Schulpflege kann im Nachhinein nachvollziehen, dass die Einführung der neuen Tarife zu kurzfristig kommuniziert wurde», sagt Schulpräsidentin Bea Krebs (FDP). Sie sei überzeugt, dass mit einer etappiert vorgenommenen Tarifanpassung, wie sie jetzt geplant sei, den betroffenen Eltern genügend Zeit bleibe. Bis zur ersten Erhöhung vergehe fast ein Jahr. «Den Eltern wird so die Möglichkeit gegeben, die zu erwartenden Kosten zu prüfen und allenfalls andere Betreuungslösungen zu suchen.»

Von Kurzfristigkeit könne heute deshalb nicht mehr gesprochen werden, hält Krebs fest. «Seit der ersten Bekanntgabe im November 2018 werden bis zur Umsetzung der gesamten Tariferhöhung dreieinhalb Jahre vergangen sein, in welchen den Eltern bekannt war, dass die Tarife angehoben werden.» Während rund zweieinhalb Jahren hätten dies noch von den nicht erhöhten Tarifen profitieren können. «Insgesamt scheint dies der Schulpflege eine grosszügige Zeitspanne zu sein.»

Sowohl der eingeschaltete Preisüberwacher als auch der Bezirksrat hatten zwar das Vorgehen bemängelt, nicht aber die Tariferhöhung an sich. Denn in Schlieren sind Mittagstisch, Nachmittagshort und die weiteren schulergänzenden Angebote im Vergleich mit anderen Gemeinden günstig. Für das Horthuus Schärerwiese sind die Tarife seit 2010 unverändert gültig geblieben, für alle übrigen Angebote gar seit 2006. Diese sollen nun so festgelegt werden, dass sie kostendeckend sind.

Die Tarife verdoppeln sich teilweise

In gewissen Konstellationen werden sich die Tarife für Eltern mehr als verdoppeln. Der Nachmittagshort kostet derzeit beispielsweise einkommensabhängig zwischen 14 und 26 Franken. Ab März 2022 wird die Kostenspanne neu von 18.50 bis 58 Franken reichen. Beim Mittagstisch wird sich der Tarif von heute 13 bis 17 Franken auf 15 bis 26 Franken erhöhen. «Dass nach teilweise mehr als zehn Jahren grössere Anpassungen nötig sind, konnte klar nachgewiesen werden», hält die Schulpflege in ihrer Mitteilung fest.

Wie Bea Krebs sagt, werden sich die Elternbeiträge weiterhin nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Eltern richten, basierend auf dem neusten definitiven Einkommen der Steuerveranlagung. Die Kosten würden fair berechnet, auch einkommensschwache Familien könnten die Angebote nutzen.

Die Schule Schlieren betreut derzeit an diversen Standorten in den Schulen oder in unmittelbarer Nähe 437 Kinder. Für die Betreuung der Kinder werden 17 Fachpersonen sowie 21 Betreuungsassistentinnen und 3 Lernende mit insgesamt knapp 26 Vollzeitstellen eingesetzt.

Der Entscheid der Schulpflege wird heute Freitag amtlich publiziert. Damit beginnt eine 30-tägige Einsprachefrist zu laufen. Frühere Beschwerdeführer wollten sich noch nicht äussern.

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