Pandemie

Vor dem Limmi bleibt es ruhig – während die Warteschlangen in Winterthur länger werden

Es ist ruhig beim Spital Limmattal.

Es ist ruhig beim Spital Limmattal.

Die Zahl der Personen, die sich auf das Coronavirus testen lassen, entwickelt sich unterschiedlich. Die Nachfrage nach Coronatests im Kantonsspital Winterthur (KSW) ist deutlich ansteigen. Hingegen im Spital Limmattal nicht mehr Personen mit Covid-19-Symptomen erschienen, um sich testen zu lassen

Seit geraumer Zeit werden landesweit pro Tag mal nur ein, mal zwei und mal drei Dutzend neue Covid-19-Fälle pro Tag gemeldet. Eine zweite Welle scheint vorerst trotz den verschiedenen erfolgten Lockerungsschritten auszubleiben. Doch vor dem Kantonsspital Winterthur (KSW) haben sich am Montag plötzlich Schlangen gebildet: Die Nachfrage nach Coronavirus-Tests sei markant gestiegen, berichtete die Winterthurer Zeitung «der Landbote» gestern.

Aktuell liessen sich am KSW täglich zwischen 60 bis 80 Personen auf das Coronavirus untersuchen, wurde Spitalsprecher André Haas im Zeitungsbericht zitiert. «Die Zahlen haben sich in den letzten Wochen verdreifacht, auch bei den anderen Testzentren in Winterthur.»

Dies bestätigt die Permanence am Winterthurer Bahnhof, die ebenfalls als Testzentrum fungiert. Gemäss Leiter Martin Spillmann wurden zuvor etwa 15 bis 20 Tests am Tag durchgeführt, jetzt sind es 36 bis 40. «Zählt man die Sprechstunden mit, sind es nochmals zehn mehr pro Tag.»

Am Limmi erfolgen täglich 10 bis 20 Corona-Tests

Im Spital Limmattal sind demgegenüber in den vergangenen Tagen nicht mehr Personen mit echten oder vermeintlichen Covid-19-Symptomen erschienen, um sich testen zu lassen: «Wir verzeichnen derzeit keine Zunahme», sagte Limmi-Mediensprecher Stefan Strusinski auf Anfrage. «Seit Anfang Mai schwankt die Zahl der täglichen Covid-19-Tests jeweils zwischen 10 und 20.»

In Winterthur wird die Zunahme unter anderem damit begründet, dass sich derzeit auch vermehrt Kinder und Jugendliche testen liessen. Die Schulen, so eine mögliche Begründung, würden ihre Verdachtsfälle konsequent zum Testen schicken. Permanence-Leiter Spillmann hat ebenfalls beobachtet, dass auffällig viele Kinder und Jugendliche getestet werden. Dies könnte, so vermutet er, auf einen «viralen Infekt» hindeuten. Hinter den vermeintlichen Covid-Symptomen könnte also etwas anderes stecken.

Auch davon ist im Limmi derzeit nichts zu spüren. Hier wird eher ein anderer Trend festgestellt. «Unter den Personen, die sich testen lassen wollen, sind Kinder und Senioren seltener als Menschen, die im Erwerbsleben stehen», sagt Stefan Strusinski.

Dass mehrheitlich Personen aus der Arbeitswelt wegen eines allfälligen Verdachts auf eine Covid-19-Erkrankung das Testzentrum aufsuchen, ist gemäss verschiedenen Spitalverantwortlichen zu begrüssen. Das Bundesamt für Gesundheit empfiehlt derzeit ja auch, dass grundsätzlich grosszügig und niederschwellig zu testen sei. Denn so könnten Infizierte auch möglichst früh entdeckt werden, lautet die Hoffnung dahinter. Damit liesse sich auch der Anstieg in Winterthur teilweise erklären; weil die Testkriterien gelockert wurden, nimmt auch die Zahl der durchgeführten Abklärungen zu.

Viele Tests, aber wenig positive Resultate

Sei der Anstieg in Winterthur nun auf gelockerte Testkriterien oder auf andere Gründe wie die Schulthese oder einen anderen viralen Infekt zurückzuführen – eines bleibt sich gleich: Die Zahl der bestätigten Covid-19-Fälle hat sich – trotz einer Zunahme von Tests – nicht im selben Ausmass erhöht. Der letzte bestätigte positive Fall in der Permanence am Winterthurer Bahnhof geht auf den 14. Juni zurück und liegt damit mehr als eine Woche zurück, so Spillmann.

Das Bundesamt für Gesundheit empfiehlt einen Test, wenn eine Person Symptome einer Atemwegserkrankung zeigt, also beispielsweise hustet, über Halsschmerzen klagt oder kurzatmig ist. Auch beim Verlust des Geruchs- oder Geschmacksinns sowie bei Fieber, Fiebergefühl oder Muskelschmerzen rät das Bundesamt, sich beim Arzt zu melden. 

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