Anfang April hat der Vorstand des Vereins «Regionale Projektschau Limmattal» sechs neue Projekte ausgewählt, wie der Verein gestern mitteilte. Die Projekte sollen den Lebensraum im Limmattal aufwerten und weiterentwickeln. Im Rahmen einer Ausstellung im Jahr 2025 werden sie der Bevölkerung präsentiert. Zudem wird die Umsetzung der einzelnen Projekte vom Verein gefördert und kuratiert. Bereits im Dezember hat der Vorstand die ersten acht Projekte vorgestellt. Im Herbst werden in einer letzten Runde weitere Projekte aufgenommen.

Bei den nun ausgewählten Projekten sticht insbesondere die Weiterentwicklung des Rangierbahnhofs Limmattal hervor. Dies vor dem Hintergrund, dass der Rangierbahnhof aufgrund des sich verändernden Güterverkehrs bis ins Jahr 2030 stark schrumpfen könnte, wie unter anderem eine Studie des Spreitenbacher Bauverwalters Oliver Hager zeigt. Die Gemeinde Spreitenbach hatte Hagers Arbeit als Projekt eingereicht. Die Arbeit zeigt auf, welches Potenzial auf dem ein Quadratkilometer grossen Areal für Wohn-, Arbeits-, und Freiraumflächen besteht. Auch das Komitee «Gateaway: so nicht!», dessen Vorstand sich aus Politikern des Zürcher Limmattals zusammensetzt, hat ein Projekt für die Weiterentwicklung des Rangierbahnhofs eingereicht. Es trägt den Titel «Freiräume fürs Limmattal». Die Idee: 65 Prozent des heutigen Bahnhofs werden aufgehoben und die restlichen 35 Prozent werden eingehaust.

Ambitiöse Pläne

Der Vorstand der «Regionalen Projektschau Limmattal», dem 15 Limmattaler Gemeinden und die beiden Kantone angehören, hat unter Vorsitz von Bernd Scholl, der an der ETH Zürich den Lehrstuhl für Raumentwicklung leitet, die beiden Eingaben in einem Projekt zusammengefasst. «Dies, weil sie beide spannende Ansätze enthalten», erklärt Peter Wolf, Geschäftsleiter der «Regionalen Projektschau». «In einem nächsten Schritt, werden wir die relevanten Akteure, wie den Bund, SBB Cargo, die beiden Kantone und die betroffenen Gemeinden an einen Verhandlungstisch holen.» Auf einer solchen übergreifenden Ebene habe bisher kein Austausch stattgefunden. Wolf kann zwar keine Versprechen machen, «aber denkbar wäre, dass wir an der Zwischenpräsentation nächstes Jahr erste Ideen zeigen können.»

Der Rangierbahnhof ist bei weitem nicht das einzige spannende Projekt, das in die Projektschau aufgenommen worden ist. Ein weiteres ambitiöses Projekt namens «People-Mover Silbern-Niderfeld» verfolgt die Realisierung einer direkten Verbindung zwischen der geplanten S-Bahn-Station Silbern und der geplanten Limmattalbahn-Station im Niderfeld. «Das kann eine Seilbahn oder eine Schienenkonstruktion sein», sagt Wolf.

Der Status der einzelnen Projekte ist sehr unterschiedlich: Während einige erst als Ideen und Studien existieren, stehen andere kurz vor der Realisierung. Doch es gibt auch Projekte, die vom Verein zurückgestellt wurden. So etwa der Mättelisteg zwischen Baden und Ennetbaden, bei dem die politische Situation noch zu unklar ist.

Zahlreiche Projekte an der Limmat

Unter dem Titel «Heisser Brunnen Baden» ist auch das «Bagno Popolare», das der Verein «Bagni Popolari» im Badener Bäderquartier realisieren will, neu in der «Regionalen Projektschau» vertreten und wird unterstützt. Das Projekt soll mit der Sanierung der Quellfassung der Limmatquelle – eine der 18 Badener Thermalquellen – verbunden werden. Letzteres Projekt hat die Stadt Baden eingereicht. Der «Heisse Brunnen Baden» gehört zudem zur übergeordneten Projektgruppe «Blaues Band Limmat».

Darin sind mehrere Projekte entlang und auf der Limmat zusammengefasst. So gehört auch das geplante Limmatfloss der Gemeinde Wettingen dazu und Teile des Projekts «Neuenhof am See», bei dem unter anderem das Ufer der Halbinsel mit der Webermühle-Überbauung naturnah umgestaltet sowie zugänglicher gemacht wird und aus dem Härdli am Neuenhofer Stausee eine Badestelle mit Liegewiese werden soll. «Für den Naherholungsraum auf der Webermühle-Halbinsel ist der Baustart bereits im Mai», sagt Wolf. Bei anderen Projekten, wie etwa dem geplanten Limmatsteg zwischen Wettingen und Neuenhof, hilft der Verein, die nötigen finanziellen Mittel zu sammeln, indem er Stiftungen oder Fonds anschreibt. «Da haben wir als Verein mit 15 Mitgliedergemeinden eine stärkere Stimme als eine einzelne Gemeinde», sagt Wolf.