Dietikon

Videopremiere: Komikerduo Lapsus beteiligt sich an Kampagne gegen Zigaretten-Littering

Flugverbot Pressekonferenz Lapsus

Spucken oder das achtlose Wegschmeissen von Zigaretten kostet 100 Franken. Das Flugverbot ist hierbei ein prägnantes Motto für die Sensibilisierungskampagne.

Ein einziger Zigarettenstummel kann alleine 50 Liter Wasser verschmutzen. Die Stadt sagt Zigarettenkippen daher den Kampf an.

Die Stadt Dietikon hat ein Flugverbot erlassen: Zigarettenkippen sollen nicht länger durch die Luft und auf den Boden fliegen. «Es ist einfach eklig, wie viele Zigarettenstummel herumliegen», sagt Stadtrat Heinz Illi (EVP). Der Sicherheits- und Gesundheitsvorsteher verweist auf die Gefahren für Mensch und Umwelt, die von den Glimmstängeln ausgehen. Dietikon soll sauber bleiben, sagt Illi.

«Dietikon bleibt sauber» – so heisst auch eine 2017 gestartete Kampagne, welche die Stadt nun neu lanciert. Es werde nicht mit dem Mahnfinger gedroht, sagt Michael Weber, der Leiter Sicherheits- und Gesundheitsabteilung. «Wir wollen nicht belehren, sondern zum Nachdenken anregen.» Dabei soll, auch wenn es sich um eine ernste Sache handelt, der Humor nicht zu kurz kommen, meint Illi.

Die Zigarette verschwindet in der Kanalisation nicht

Dies zeigt ein Film, den die Stadt gemeinsam mit dem einheimischen Duo Lapsus hergestellt hat. Christian Höhener und Peter Winkler führen als Bruno Gschwind und Theo Hitzig das städtische Flugverbot ein. Sie weisen unter anderem darauf hin, dass das Entsorgen eines Zigarettenstummels in einem Dolendeckel keine Lösung ist.

«Auch wenn die Zigarette nicht mehr zu sehen ist, ist sie nicht einfach verschwunden», sagt Illi. Wer sie durch die Schlitze eines Dolendeckels schnippe, der befördere sie in einen Kanal, der Wasser führe. «Ein einziger Stummel kann rund 50 Liter Wasser verschmutzen.» Und das gelte es zu verhindern.

Auch auf Spielplätzen haben die Zigarettenstummel nichts verloren, wie Illi weiter sagt. «Steckt sich ein Kind einen solchen in den Mund und kaut darauf herum, kann das tödlich sein.» Damit Zigaretten gar nicht erst bis auf den Spielplatz kommen, ist die Stadt – wie von Gemeinderätin Catalina Wolf Miranda (Grüne) in einer ­Motion gefordert – daran, ein Rauchverbot auf Spielplätzen einzuführen. Die Dietiker Polizeiverordnung wird derzeit revidiert, damit das Rauchverbot durchgesetzt werden kann.

Gegen Abfallsünder kann die Stadtpolizei bereits Bussen verteilen. Die geltende Verordnung über das gemeinderechtliche Ordnungsbussenverfahren setzt diese auf 100 Franken fest. Gemäss Illi und Weber sind insbesondere Spucker und Zigarettenwegschmeisser schon gebüsst worden. Mit dem Flugverbot für Zigis ändert sich an dieser Praxis nichts; dieses ist vor allem ein griffiges Motto für die Sensibilisierungskampagne. «Die Stadtpolizei wird ihr Augenmerk aber verstärkt auf Zigarettenstummel richten und mit Rauchern im öffentlichen Raum das Gespräch suchen», sagt Illi. In letzter Konsequenz würden auch Bussen ausgestellt.

Das Thema Littering ist nicht neu. Es beschäftigt sämtliche Limmattaler Gemeinden, und dies nicht nur in den Sommermonaten. Dass sich Dietikon nun gerade den kleinen Zigarettenstummeln annimmt, ist unter anderem auf den letztjährigen Clean-up-Day zurückzuführen, an dem sich die Stadt zum ersten Mal beteiligt hatte. Damals zeigte sich, wie viele Raucherinnen und Raucher ihre Nikotinstängel einfach wegschmeissen.

Das gesamte Stadtgebiet ist betroffen

Einen Hotspot hat die Stadt Dietikon nicht ausgemacht. Überall, wo Personen warten müssen, liessen sich Zigarettenkippen finden, sagt Michael Weber und zählt unter anderem Kreuzungen und Bushaltestellen auf. Auch vor Eingängen zu Geschäften und Büros würden sie liegen, oder auch bei Picknickplätzen und in Pärken, ergänzt Weber. «Sie sind überall auf Stadtgebiet», fasst er dann zusammen.

Mit der Aktion «Dietikon bleibt sauber» soll sich das nun ändern. An mehreren Orten werden Plakate mit unterschiedlichen Sujets aufgehängt. Diese weisen auf spielerische Art auf das Flugverbot hin und machen auf die Probleme für Natur und Mensch aufmerksam. Die Plakate werden an verschiedenen Orten in der Stadt aufgestellt, wobei die Standorte nach einiger Zeit wechseln. Illi kündigt zudem an, später weitere Plakatsujets lancieren und diverse Anti-Littering-Aktionen durchzuführen zu wollen. Der Lapsus-Film wird auf Youtube und der städtischen Website veröffentlicht, Lehrpersonen können ihn in den Unterricht einbinden. Zudem ist eine spezielle Kampagnen-Website online.

Dass mit der Kampagne die Bevölkerung sensibilisiert werden kann, davon ist Illi überzeugt. Dass sich das menschliche Verhalten durch Plakate ändern lässt, hofft er. Denn eigentlich müssten sie ja leichtes Spiel haben. «Es wollen doch alle saubere Plätze haben, da ist niemand dagegen.»

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