Erdwärmesonden
Urdorfer Kantonsrätin will klare Regeln für Erdwärmesonden

Beim Bau der Öko-Technologie sind die gesetzlichen Grundlagen bisher unklar. Mit einer Anfrage an den Regierungsrat will die Urdorfer GLP-Kantonsrätin Sonja Gehrig die politische Handlungsbereitschaft abklären.

David Hunziker
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Bohrung für eine Erdsonde.az

Bohrung für eine Erdsonde.az

«Erneuerbare Energien werden bereits auf verschiedenen Wegen gefördert», sagt die Urdorfer GLP-Kantonsrätin Sonja Gehrig, «nun müssen wir einen Schritt weiter gehen.» Zusammen mit Michael Zeugin, ihrem Parteikollegen im Kantonsrat, hat sie sich mit einer Anfrage an den Regierungsrat gewandt, um die Handlungsbereitschaft in Bezug auf die Informations- und Rechtssicherheit beim Bau von Erdwärmesonden abzuklären. «In diesem Bereich sind die gesetzlichen Grundlagen noch sehr unklar», stellt Gehrig fest.

Grossprojekte und Wärmeentzug

In der Anfrage werden dafür zwei Beispiele genannt: eines für den Konflikt zwischen öffentlichen und privaten Interessen sowie eines für den Konflikt verschiedener privater Interessen. Beim Bau der Durchmesserlinie am Zürcher Hauptbahnhof Richtung Oerlikon mussten verschiedene Erdwärmesonden aufgehoben oder verlegt werden. Ob dabei die öffentliche Hand oder der Besitzer der Erdwärmesonde für die Kosten aufkommen muss, sei derzeit nicht geregelt, so Gehrig. Dadurch fehle die Sicherheit bei der Planung. Etwa für in Richtungsplänen festgehaltene Bauprojekte könnte die Rückbaupflicht auf eigene Kosten für die Eigentümer verbindlich festgelegt werden.

Doch auch unter Privaten können Konflikte entstehen, die derzeit nicht ausreichend geregelt sind. Beim Einsatz von nicht regenerativen Erdwärmesonden – solchen, die dem Boden nur Wärme entziehen und ihm keine zurückführen – wird der Boden um die Sonde abgekühlt. Die Erdwärmesonde des Nachbars kann der eigenen Sonde also Wärme entziehen.

Gehrig und Zeugin fordern den Regierungsrat in ihrer Anfrage dazu auf, zwei konkrete Vorschläge zu prüfen: zum einen eine Informationspflicht über den genauen Standort von Erdwärmesonden, die eine systematische Erfassung ermöglicht. «Dadurch könnten Grossprojekte besser geplant werden und Private hätten mehr rechtliche Sicherheit», sagt Gehrig. Zum andern wollen die zwei GLP-Kantonsräte wissen, welche Möglichkeiten die Regierung zur Förderung von regenerativen Erdwärmesonden sieht. «Wenn der Wärmeentzug im Boden reduziert wird, können einerseits Nachbarschaftsstreite verhindert werden», sagt Gehrig, «andererseits könnten wir dadurch die längerfristige Nutzung der Erdwärme garantieren.»

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