Unterengstringen
«Aktiv und aktuell»: So will die Gemeinde künftig kommunizieren

Die Gemeinde Unterengstringen hat jetzt ein Kommunikationsreglement. Es gilt ab 1. Mai und verlangt Sachlichkeit und Ehrlichkeit.

Lydia Lippuner
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«Nicht alles, was wahr ist, muss gesagt werden; aber alles, was gesagt wird, muss wahr sein», gilt nun ganz offiziell im Gemeindehaus Unterengstringen.

«Nicht alles, was wahr ist, muss gesagt werden; aber alles, was gesagt wird, muss wahr sein», gilt nun ganz offiziell im Gemeindehaus Unterengstringen.

Severin Bigler

Am 1. Mai tritt das neue Kommunikationsreglement in Kraft. Die Gemeinde Unterengstringen hat darin ihre Kommunikationsgrundsätze niedergeschrieben. «Mit dem neuen Reglement ­verfügt die Gemeinde Unterengstringen über ein Führungsinstrument, wie mit Kommunikation – auch in Krisensituationen – intern und extern umzugehen ist», sagt auf Anfrage Gemeindepräsident Simon Wirth (FDP). Das neue Dokument definiert die Zuständig­keiten und Verantwortungen hinsichtlich der Kommunikation und regelt die Abläufe.

So trägt gemäss Kommunikationsreglement der Gemeindepräsident die Gesamtverantwortung für die Kommunikation der Gemeinde. Er ist insbesondere zuständig für die Informationen mit politischem Inhalt, die die Gemeinde als Ganzes betreffen. Der Gemeindeschreiber Pascal Brun übernimmt einen weiteren Löwenanteil, indem er die Funktion des Kommunikationsbeauftragten ausfüllt und für die Umsetzung des ­Reglements, das Abfassen von Medienmitteilungen des ­Gemeinderates sowie die Informationen mit betrieblichem ­Charakter in seinem Bereich zuständig ist. Alle anderen Mitarbeitenden der Verwaltung sind nur mit einer Ausnahmebewilligung befugt, den Medien gegenüber Auskunft zu erteilen.

Neben dem Gemeindepräsidenten und dem Gemeindeschreiber kommunizieren auch die einzelnen Gemeinderäte. Für Informationen mit politischem Inhalt, die ein einziges Ressort betreffen, ist der je­weilige Ressortvorsteher zuständig. Gemäss Reglement müssen sie jeweils den Gemeindepräsidenten und den Gemeindeschreiber über die vorgesehene Information informieren.

«Aktiv und aktuell», lautet ein Grundsatz

Der Gemeinderat will darauf achten, in den Medien positiv präsent zu sein. Zudem will er grundsätzlich sachlich und ehrlich, aktiv und aktuell sowie bevölkerungs-, personalnah und mediengerecht kommunizieren. Diese Grundsätze führt er im Reglement genauer aus. So heisst es zum Beispiel in Bezug auf Sachlichkeit und Ehrlichkeit: «Nicht alles, was wahr ist, muss gesagt werden; aber ­alles, was gesagt wird, muss wahr sein.» Für die Krisen-Kommunikation ist der Gemeindepräsident verantwortlich. Im Falle eines grösseren, aussergewöhnlichen Ereignisses oder einer Katastrophen kommt zudem automatisch, nach dessen Alarmierung, der Regionale Führungsstab (RFS) Gubrist zum Einsatz und übernimmt auch alle bezüglich der Krise nötigen Entscheidungen und Aktivitäten im Bereich der Kommunikation und Information.

Nebst der erneuerten Website braucht die Gemeinde gemäss dem Reglement auch weiterhin die traditionellen Kanäle für die Kommunikation, so etwa die zwei offiziellen Schaukästen, die viermal jährlich erscheinenden «Unterengstringer Nachrichten» sowie den monatlich erscheinenden «Engstringer Kurier» als Publikationsorgan. Auch Facebook, Twitter, Instagram und Youtube sollen bei Bedarf zielgruppenspezifisch eingesetzt werden.

«Öffentlichkeitsprinzip und Amtsgeheimnis»

«Ziel und Zweck des Reglements ist es, dass Behörden und Verwaltung über einen Leitfaden verfügen, der ihre Kommunikationsarbeit, auch in hektischen Situationen, erleichtert», sagt Gemeindepräsident Wirth. Das sei in der heutigen Zeit besonders wichtig, da die Kommunikation und Information in der öffentlichen Dienstleistung wichtige Aufgaben seien, die einer besonderen Sorgfaltspflicht unterliegen. Die Herausforderung besteht dabei insbesondere darin, dass diese Aufgabe zwei unterschiedlichen Ansprüchen genügen soll: «Einerseits sind Behörden und Verwaltung verpflichtet, die rechtlichen Vorgaben bezüglich Öffentlichkeitsprinzip, Datenschutz und Amtsgeheimnis ­einzuhalten, andererseits erwartet die Öffentlichkeit eine professionelle Informations- und Kommunikationstätigkeit», sagt Wirth.

«Das erleichterte uns die Erstellung des Reglements»

Um diesen verschiedenen Aufgaben gerecht zu werden, besuchte der Unterengstringer Gemeindepräsident gemeinsam mit dem Gemeindeschreiber Pascal Brun einen Kurs zur Erarbeitung des Kommunikationskonzepts. «Das war sehr hilfreich und erleichterte uns die ­Erstellung des unseren Bedürfnissen entsprechenden Reglements», sagt Wirth. Das zehnseitige Kommunikationsreglement ist auf der Website der Gemeinde öffentlich verfügbar.