Dietikon
Trockenheit im Limmattal: Auch Dietikon stellt seine Brunnen ab

Der Grundwasserspiegel ist um 88 Zentimeter gesunken. Die Stadt hat jetzt zum Wassersparen aufgerufen.

David Egger
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Einzig der moderne Plätscherbrunnen vor dem Stadthaus und der grosse viereckige Brunnen der St.-Agatha-Kirche werden nicht abgestellt, da diese kein Frischwasser benötigen. (Archivbild)

Einzig der moderne Plätscherbrunnen vor dem Stadthaus und der grosse viereckige Brunnen der St.-Agatha-Kirche werden nicht abgestellt, da diese kein Frischwasser benötigen. (Archivbild)

Sophie Rüesch

Die Stadt Dietikon legt alle ihre Brunnen trocken. Mitarbeiter der städtischen Wasserversorgung waren am Montag den ganzen Tag unterwegs, um alle Trinkwasserbrunnen abzustellen – vom alten Dorfbrunnen beim Färberhüsli bis zum Maggia-Granit-Brunnen in der Grunschen. Dies habe die Infrastrukturabteilung so entschieden. Der Grund: Es sei nicht abzuschätzen, wie lange die Trockenheit noch andauert.

Die Brunnen, aus denen kein Trinkwasser kommt, sollen hingegen bis auf Weiteres weiterlaufen. Der moderne Plätscherbrunnen vor dem Stadthaus und der grosse viereckige Brunnen vor der St.-Agatha-Kirche sind mit einer Umwälzpumpe ausgerüstet und verbrauchen kein Frischwasser.

Rund 100'000 Liter weniger

Mit dem Abstellen der Brunnen spart die Stadt rund 100'000 Liter Wasser pro Tag. Denn jeder der total 30 Brunnen verbraucht pro Minute rund zwei bis drei Liter Frischwasser.
Vor zwei Woche hatten schon die Nachbardörfer Bergdietikon und Urdorf ihre Brunnen abgestellt und zum Wassersparen aufgerufen. Nun zieht der Bezirkshauptort nach: Man solle achtsam mit dem Wasser umgehen und darauf verzichten, Vorplätze zu säubern oder Autos zu waschen, teilte die Stadt mit.

Zurzeit brauchen die Dietikerinnen und Dietiker viel Wasser für Pflanzen und Swimming-Pools. Deshalb beträgt der tägliche Wasserverbrauch momentan 8000 bis 9000 Kubikmeter. Bei normalen, weniger trockenen Bedingungen sind es jeweils zwischen 6000 und 7000 Kubikmeter pro Tag.

Zurzeit ist die Wasserknappheit laut der Stadtverwaltung noch nicht akut. Doch sei der Grundwasserspiegel auf 381,94 Meter über Meer gesunken. Normalerweise läge er bei 382,82 Metern. Es ist aber selten, dass in Dietikon – anders als im wasserarmen Bergdietikon – die Brunnen trockengelegt werden. Marco Ciccone, der stellvertretende Leiter der Wasserversorgung Dietikon, sagt: «Ich arbeite seit Oktober 2003 hier. Die Brunnen musste ich noch nie abstellen.»

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