Kindertagesstätten

Subventionen oder Gutscheine? So werden die Kitas in den Limmattaler Gemeinden unterstützt

Kinderschuhe in einer Kita zeigen: Die Plätze sind belegt.

Kinderschuhe in einer Kita zeigen: Die Plätze sind belegt.

Es bestehen unterschiedliche Modelle: Doch in allen Limmattaler Gemeinden sind Kindertagesstätten ein Thema.

Jacke und Schuhe anziehen, in die Kita fahren und nach dem Feierabend der Eltern wieder abgeholt werden – so sieht der Alltag vieler Vorschulkinder aus. Im Kanton Zürich besuchen 43 Prozent der Kinder im entsprechenden Alter eine Kita. Durchschnittlich kommen auf 100 Kinder 24 Kita-Plätze. Diese Zahl variiert je nach Gemeinde stark. Wie es um die Kapazitäten der familienergänzenden Betreuung im Limmattal steht, zeigt folgende Umfrage.

Dietikon: In der Bezirkshauptstadt stehen 100 Kindern im Schnitt rund 14 Kita-Plätze zur Verfügung. Dietikon hat somit die tiefste Anzahl Plätze pro 100 Kinder im Limmattal. In der Stadt gibt es für die 1710 Vorschulkinder 234 Kita-Plätze. Die Stadt subventioniert 122 Plätze. Die Gemeinde teilte mit, dass sie im nächsten Schuljahr rund 13 Plätze mehr subventionieren werde. Zusätzlich zur Kita-Subvention unterstützt Dietikon die Tagesfamilien mit 145'000 Franken. In einem Postulat regte die SP-Gemeinderätin Kerstin Camenisch letztes Jahr an, dass die Stadt nicht mehr eine bestimmte Zahl von Krippenplätzen subventionieren, sondern Betreuungsgutscheine abgeben soll. Sie argumentierte, dass so die Gesamtsumme der Subventionen nicht länger plafoniert bliebe, sondern sich eine dem Bedarf entsprechende Unterstützung erreichen liesse. Der Stadtrat lehnte diesen Systemwechsel Ende letzten Jahres ab und hielt an seinem Finanzierungsmodell fest.

Schlieren: Die sechs Kinderkrippen in der zweiten Stadt im Limmattal bieten rund 200 Plätze an. Somit kommen auf 100 Vorschulkinder im Schnitt 19 Kita-Plätze. 60 Kinder aus Schlieren haben einen subventionierten Platz. Die Höhe der Subventionen errechnet die Gemeinde aus dem Nettoeinkommen der Eltern und der Haushaltsgrösse.

Urdorf: Auf 100 Kinder kommen derzeit rund 22 Krippenplätze. Das Budget der Gemeinde sieht für 2021 eine finanzielle Beteiligung in Höhe von 650'000 Franken vor. Die Gemeinde unterstützt private Kindertagesstätten mit Betreuungsgutscheinen. Damit die Krippen und Tagesfamilienorganisationen Beiträge erhalten, müssen sie ihren Bedarf beim Gemeinderat anmelden.

Oberengstringen: Seit 2015 gewährt die Gemeinde den beitragsberechtigten Eltern bis zu 40 Prozent Rabatt für Kitas. Trifft ein Härtefall ein, können die Eltern bis zu 80 Prozent Ermässigung erhalten. In der Gemeinde stehen 32 bewilligte Kita-­Plätze. Auf Anfrage heisst es, man habe keine Kapazitätsprobleme im Kita-Bereich.

Birmensdorf: Die Kitas haben Wartelisten. Deshalb weichen einige Familien auf Plätze ausserhalb der Gemeinde aus. Innerhalb der Gemeinde stehen für rund 24 Prozent der Kinder Krippenplätze zur Verfügung. Die Gemeinde Birmensdorf zählte vor zwei Jahren 286 Kinder im Vorschulalter, wovon insgesamt 92 eine Krippe besuchen. Knapp ein Drittel der Kita-Kinder erhält Subventionen von der Gemeinde. Bislang wurde die Unterstützung je nach finanzieller Situation der Eltern gewährt. Jetzt führt die Gemeinde Betreuungsgutscheine ein. Im letzten Jahr gab Birmensdorf 165'000 Franken für die Betreuung aus. Mit der per 2021 geänderten Verordnung rechnen die Verantwortlichen mit einer Erhöhung der Gemeindeausgaben. Die Gemeinde sei in Kontakt mit den drei ortsansässigen Krippen, um den Bedarf der ­Betreuungsplätze zu erheben. Ein Ausbau der Plätze sei möglich, doch sei es schwierig, ­bezahlbare Räumlichkeiten zu finden.

Geroldswil: Geroldswil belegt den Limmattaler Spitzenplatz beim Kita-Angebot. Auf 100 Vorschulkinder kommen derzeit 42 Kita-Plätze. Für die 168 Kinder gab die Gemeinde im letzten Jahr 27'600 Franken aus. Momentan wird keine Erweiterung der Plätze ­geplant, da die Kita-Betreiber einen allfällig höheren Bedarf selbst abdeckten.

Weiningen: In Weiningen wohnen derzeit 219 Kinder im Vorschulalter. Die Gemeinde budgetierte 24'000 Franken für die familienergänzende Betreuung im laufenden Jahr. Die Gemeinde teilte mit, dass sie auch Subventionen für Kinder auszahle, die ausserhalb der Gemeinde eine Kita besuchen.

Uitikon: Uitikon hat relativ gesehen von den Gemeinden im Bezirk Dietikon am zweitmeisten Kita-Plätze: Auf 100 Kinder kommen 34 Betreuungsplätze. Im Dorf gibt es drei Kitas mit rund 95 Betreuungsplätzen für die 280 Uitiker Vorschulkinder. Die Gemeinde regelt die Unterstützungsbeiträge für die Eltern mittels eines Beitragsreglements. Den Eltern kommen je nach Einkommen Ermässigungen bis zu 80 Prozent der Betreuungskosten zugute.

Unterengstringen: Da es in Unterengstringen zurzeit keine Kita gibt, werden Kinder ausserhalb der Gemeinde betreut. Die Gemeinde richtet je nach Einkommen der Eltern Subventionen aus. Der Gemeinderat hat nun der ersten Kindertagesstätte ab Frühling 2021 die Betriebsbewilligung für rund 44 Betreuungsplätze erteilt. Das entspricht dann rund 22 Plätzen für 100 Vorschulkinder.

Oetwil: Im Dorf existiert keine Kinderkrippe. Die Gemeinde gibt zu Protokoll, dass Oetwiler Kinder jeweils nach Geroldswil in die Kita gehen. Für die familienergänzende Betreuung gibt die Gemeinde jährlich rund 15'666 Franken aus.

Aesch: In der kleinsten Limmattaler Gemeinde gibt es derzeit rund 24 Plätze auf 100 Vorschulkinder. Da die Anfragen die freien Plätze übersteigen, will die Gemeinde das Angebot ausbauen. Das Ziel sei, dass das Angebot von 36 auf 48 Kita-Plätze erweitert werde. Die Gemeinde zahle pro Kind maximal 110 Franken pro Betreuungstag.

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