Dietikon
Spitzenzeiten und perfekte Bedingungen zum Auftakt des Züri-Lauf-Cups

Der Auftakt des Züri-Lauf-Cups 2018 ist gelungen. Am Neujahrslauf gingen über 1500 Läuferinnen und Läufer an den Start.

Jörg Greb
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Dietiker Neujahrslauf 2018
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 Der Dietiker Neujahrslauf ist bei klein und gross beliebt.
 Dietiker Neujahrslauf 2018
 Dietiker Neujahrslauf 2018
 Dietiker Neujahrslauf 2018

Dietiker Neujahrslauf 2018

PPR/Maria Schmid und Sebastian Schneider

Welch ein Kontrast – nach dem letztjährigen, höchst anspruchsvollen Schneerutschen fanden die Läuferinnen und Läufer dieses Mal am Dietiker Neujahrslauf perfekte Bedingungen vor. Fahler Sonnenschein, angenehme Temperaturen über dem Gefrierpunkt und eine weitgehend trockene Strecke liessen am Samstag das Läuferherz höherschlagen.

Und dennoch waren weniger Teilnehmer am Start als bei der 50. Austragung vor einem Jahr – nämlich deren 1571. «Ein Jubiläum sorgt immer für besondere Anstrengungen», erklärte OK-Präsident Primus Greile und verwies auf einen weiteren Punkt: «Wohl hat die Vergangenheit dem einen oder andern Gelegenheitsläufer die Courage geraubt.»

Er dachte dabei nicht nur an den Neujahrslauf von vor zwölf Monaten, sondern auch an den Silvesterlauf knapp vier Wochen zuvor. Auch dort mussten die Teilnehmer auf rutschiger Unterlage laufen. Da war es dieses Wochenende bedeutend einfacher und angenehmer. Zahlreiche zufriedene Gesichter bestätigten dies. Und die Freude liess sich aufgrund der Witterungsbedingungen auch geniessen – ohne sofortige Flucht in die Wärme.

Eine besondere Motivation

Strahlen konnten auch die beiden Sieger. Joelle Flück war mit 45:49 Minuten die Schnellste über die 12,1 Kilometer bei den Frauen. Für die 31-Jährige war es quasi ein Heimrennen. Die Luzernerin zählt seit Jahren zu den Leistungsträgerinnen des organisierenden LC Regensdorf. Speziell an der diesjährigen Austragung war für Flück, dass ihr Freund das Spitzenvelo der Frauen lenkte. «Das motivierte mich natürlich, zuvorderst zu laufen», sagte sie.

Für die Sportwissenschafterin mit Doktortitel war es nach 2015 und 2017 bereits der dritte Sieg in Dietikon. «Mir ist es rund gelaufen, aber ich musste bis zum Schluss hart kämpfen», sagte Flück. Sie wählte dabei spontan eine risikoreiche Strategie, indem sie sich der Verfolgergruppe des Senioren-Spitzentrios anschloss. Ihre Bestzeit von vor drei Jahren verpasste sie lediglich um drei Sekunden. Ihr nächstes grosses Ziel ist der Halbmarathon von Berlin Anfang April.

«Zusätzlich Schub hinzugewonnen» hat auch Männersieger Christian Mathys. Der Bieler mit Wohnsitz Bülach – Mathys ist Linienpilot bei der Swiss – hat sich im Vergleich zu Flück sportlich genaue Vorstellungen gemacht für das neue Jahr. «Es soll mein bestes Laufjahr werden», sagt er. Der Neujahrslaufsieg bestätigt ihn: «Endlich läuft es wieder rund.» Seine Zeit verdeutlicht dies. Lediglich 16 Sekunden blieb Mathys «nach einer perfekten Vorbereitung in den letzten Monaten» über dem Streckenrekord von Patrick Wieser.

Die Sturzquote und –gefahr bei den Kleinsten hat abgenommen. Arlette Meier-Hunger, OK-Mitglied

Die Sturzquote und –gefahr bei den Kleinsten hat abgenommen. Arlette Meier-Hunger, OK-Mitglied

zvg

Durchgesetzt hatte sich Mathys klar. Der Vorsprung auf den nächsten Verfolger, den Eritreer Estefanus Hailemichael, baute er bis ins Ziel auf 21 Sekunden aus. «Nach einem langsamen Startkilometer wurde es mir zu bunt und ich zog etwas an», sagte er. Einzig Hailemichael vermochte zu folgen. In den Auf- und Abwärtspartien stellte Mathys aber rasch fest, dass er über mehr Reserven verfügte. Also attackierte er beim Anstieg in der zweiten Runde – und kam vorentscheidend weg.

«Ich forderte mich bis zum Schluss, was dieses Rennen zu einer sehr harten, aber glücklich stimmenden Angelegenheit machte», sagte Christian Mathys. In den kommenden zwölf Monaten möchte er seine Führungsposition verteidigen und am Schluss dan den Gesamtsieg im Züri-Lauf-Cup, zu dem auch der Dietiker Neujahrslauf zählt, feiern. Daneben steuert er im Sommer auch noch die Europameisterschaft im Berglauf an.

Nachgefragt bei OK-Mitglied Arlette Meier-Hunger

Arlette Meier, Sie sind selber Läuferin mit hohem Erfahrungsschatz. Wie erlebten Sie als eine der zentralen Organisatoren den 51. Dietiker Neujahrslauf?

Arlette Meier: Mit über 1500 Klassierten erreichten wir ein gutes Meldeergebnis. Und lustig dabei ist doch : Der Teilnehmereingang war schier identisch mit dem Vorjahr, obwohl sich Witterung und Prognosen völlig entgegenliefen.

Erstmals fand die Siegesfeier im feudalen Stadthalle-Saal statt. Wie ist es dazu gekommen?

Wir hatten uns von Anfang an darauf fokussiert. Nur war der Saal stets besetzt. An unserem Datum, dem zweiten Samstag im neuen Jahr, wollten wir festhalten. Das führte zum Konflikt. Nun hats gepasst. Das Ambiente, die Kapazität, die Stimmung passten. Alles war einladender. Da nehmen wir die höheren Kosten als im Zivilschutzkeller gerne in Kauf. In Zukunft soll es so bleiben.

Herausragend beim Neujahrslauf ist die hohe Anzahl an Schülern. 555 allein aus Dietikon waren es in diesem Jahr. Das Geheimrezept?

Die Dietiker Schüler laufen gratis, und das wird genutzt und gefördert. Die Klassenwertung mit den Geldbeträgen in die Klassenkassen für die Siegerteams ist attraktiv. Und in diesem Jahr waren nicht weniger als sechs Klassen mit sämtlichen Schülern am Start. Diese Popularität freut uns und mich enorm. Das Siegerteam wurde wie schon letztes Jahr per Los erkoren. Neu haben wir einen zweiten Preis nach sportlichen ausgeschrieben. Die acht schnellsten einer Klasse wurden nach Rangpunkten gewertet. Die Weiterentwicklung ist gut angekommen.

Gab es noch weitere Neuerungen?

Nur Minime. Piccola und Piccolo haben wir getrennt. Das hat sich bezahlt gemacht. Die Sturzquote und –gefahr bei den Kleinsten hat abgenommen.

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