Spital Limmattal
Spitaldirektor Thomas Brack geht im Sommer 2023 in Pension – die Suche nach einer Nachfolge hat begonnen

Der aktuelle Spitaldirektor Thomas Brack weiss schon, was er ab Sommer 2023 machen wird. Im November 2022 soll seine Nachfolgerin oder sein Nachfolger präsentiert werden.

David Egger
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Hört 2023 auf: Thomas Brack ist seit 2011 Spitaldirektor in Schlieren.

Hört 2023 auf: Thomas Brack ist seit 2011 Spitaldirektor in Schlieren.

zvg

Am 1. Mai 2011 begann Thomas Brack seinen Job als neuer Direktor des Limmattalspitals in Schlieren. Nach rund zwölf Jahren, per 31. Juli 2023, wird er das Spital verlassen. Er wird dann 60 Jahre alt sein – im Januar 2022 wurde er 59 Jahre alt.

Damit brauchen die über 1500 Mitarbeitenden des Spitals einen neuen Chef. Sie wurden am Mittwoch intern über die Frühpensionierung informiert. Ebenso kam Bracks bevorstehender Abschied an der Delegiertenversammlung des Spitalverbands am Mittwochabend zur Sprache. Der Verwaltungsrat mit Präsident Markus Bärtschiger (SP), der Stadtpräsident von Schlieren, wusste schon länger von Bracks Plänen. Ebenso die Spitalleitung.

Braucht einen neuen Spitaldirektor: Spitalverbandspräsident Markus Bärtschiger.

Braucht einen neuen Spitaldirektor: Spitalverbandspräsident Markus Bärtschiger.

Severin Bigler

Die Frühpensionierung kommt denn auch nicht aus heiterem Himmel. Er habe schon länger geplant, sich frühpensionieren zu lassen, sagte Brack am Mittwochabend gegenüber der «Limmattaler Zeitung».

«Ich reise gerne, und das muss man machen, solange man noch fit und gesund ist»,

erklärte er weiter. Wenn er im Sommer 2023 die Schlüssel zum Spital abgibt, wird er denn auch auf eine längere Reise gehen. Beginnen soll sie in Neuseeland und Australien.

Warum Thomas Brack den Zeitpunkt passend findet

2023 sei ein passender Zeitpunkt für den Abschied. Der Spital-Neubau mit dem Projektnamen Limmi-Viva wurde 2018 eröffnet, im September 2022 folgt die Eröffnung des neuen Pflegezentrums. Projektname: Limmi-Cura. Es sind die zwei grössten Meilensteine in Bracks Zeit als Spitaldirektor. Auch den 2019 eröffneten neuen Stützpunkt des Rettungsdienstes gilt es an dieser Stelle zu erwähnen. Zudem sagt Brack allgemein, dass frischer Wind dem «Limmi» gut tun werde.

Heutzutage wird die Pensionierung oft als Unruhestand bezeichnet. Für Brack ist aber klar: Er werde kein Verwaltungsratsmandat bei einem anderen Spital übernehmen.

Vorstellen kann er sich aber ein Verwaltungsratsmandat oder dergleichen in einer anderen Branche, vor allem bei einem Start-up. Auch ein Engagement in der Entwicklungszusammenarbeit und in Hilfsprojekten kann sich Brack gut vorstellen. Erfahrungen damit hat er. Denn das «Limmi» hat seit 2017 eine Partnerschaft mit einem Spital in Nepal. Aber eben: Zuerst gehts auf grosse Reise.

In einer Mitteilung dankt der Spitalverband Limmattal seinem Direktor für sein zwölfjähriges Engagement. «Unter der Leitung von Thomas Brack konnte der Spitalverband Limmattal in den vergangenen Jahren wichtige und richtungsweisende Schritte unternehmen und sich laufend weiterentwickeln: Ein stetiges moderates Wachstum geht einher mit einer jährlichen Kapazitäts- und Angebotserweiterung», heisst es in der Mitteilung. Eine ausführlichere Würdigung folge zu einem späteren Zeitpunkt.

Nachfolge soll am 16. November gewählt werden

Die Suche nach einer geeigneten Nachfolge sei nun gestartet, teilt der Spitalverband weiter mit. «Der Spitalverband geht davon aus, die Rekrutierung anlässlich der Verwaltungsratssitzung vom 16. November 2022 mit der entsprechenden Wahl einer neuen Spitaldirektorin oder eines neuen Spitaldirektors abschliessen zu können.»

Für die Nachfolgesuche wurde bereits eine exekutiv agierende Wahlkommission gegründet. Sie besteht aus sieben Personen. Vom siebenköpfigen Verwaltungsrat sind Markus Bärtschiger, Janine Vannaz, Daniel Löhr und Erich Baumann in der Wahlkommission dabei. Die achtköpfige Spitalleitung ist mit Susanne Vanini (Pflegedirektorin), Claudia Bossart (Leiterin Betriebe) und Urs Zingg (Chefarzt Chirurgische Klinik) vertreten.

Zudem wurde bereits ein Executive-Search-Unternehmen engagiert, wie Bärtschiger an der Delegiertenversammlung sagte. Die externe Firma hilft dem Spital bei der Nachfolgesuche.

Auch Verwaltungsratsvizepräsident Rolf Scharen geht

Der Dietiker Stadtrat Rolf Schaeren (Mitte) wird den Verwaltungsrat des Limmattalspitals verlassen.

Der Dietiker Stadtrat Rolf Schaeren (Mitte) wird den Verwaltungsrat des Limmattalspitals verlassen.

zvg/EKZ

Der Abschied von Thomas Brack ist bei weitem nicht der einzige Abschied, der beim Spitalverband Limmattal ansteht. Das hat nicht zuletzt mit den Wahlen 2022 zu tun. Eine gewichtige Personalie ist beispielsweise der Dietiker Stadtrat Rolf Schaeren (Mitte). Er trat bei den Dietiker Stadtratswahlen nicht mehr an und wird sich im Sommer 2022 aus dem Stadtrat Dietikon verabschieden. In der Folge wird er auch sein Mandat als Vizepräsident des Spital-Verwaltungsrats abgeben.

Auch in der Delegiertenversammlung wird es zu mehreren Änderungen kommen. Dietikon ist dort unter anderem auch mit Stadtrat Heinz Illi (EVP) vertreten, der sich im Sommer 2022 ebenfalls aus der Politik verabschieden wird – so wie beispielsweise auch die Unterengstringer SVP-Gemeinderätin Gisela Biesuz oder der Aescher Gemeindepräsident Johann Jahn (Forum), die beide bei den Wahlen 2022 auch nicht mehr angetreten sind.

Erste Versammlung mit den neuen Gesichtern findet im Herbst statt

Die nächste Spital-Delegiertenversammlung ist für den 21. September geplant. Voraussichtlich dann wird sie sich also erstmals in ihrer neuen Zusammensetzung treffen. Dann wählt sie unter anderem den Verwaltungsrat und die Rechnungsprüfungskommission neu.

Dem Limmattaler Spital­verband gehören folgende ­Gemeinden an: Aesch, Birmensdorf, Dänikon, Dietikon, ­Geroldswil, Oberengstringen, Oetwil, Schlieren, Unterengstringen, Urdorf und Weiningen. Uitikon ist als einzige Gemeinde des Bezirks Dietikon nicht dem Spitalverband Limmattal angeschlossen. Auch das ­aargauische Bergdietikon gehört nicht dazu.

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