Spital Limmattal
Die Kapelle ist fast fertig und hat jetzt eine Glocke: Für den neuen Churer Bischof ist das «ein Traum»

Die Kapelle des Spitals Limmattal soll Ende Mai fertig rekonstruiert sein. Jeden Tag hätten ihn Leute nach dem Stand des Wiederaufbaus gefragt, sagt der neue Churer Bischof Joseph Bonnemain, der lange Seelsorger im Limmi war.

Virginia Kamm
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Die Spitalseelsorgerinnen Regula Metzenthin und Christiane Burrichter, der neue Churer Bischof Joseph Bonnemain, Spitalseelsorgerin Annegret Bortlik und Schwester Elisabeth Müggler mit der Glocke der neuen Spitalskapelle.
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Die 40 Kilogramm schwere Glocke wurde von der Aarauer Glockengiesserei Rüetschi AG restauriert.
Schon Ende Mai 2021 soll die Kapelle gleich hinter dem neuen Pflegezentrum fertig gebaut sein. Wann die Eröffnung stattfindet, ist allerdings noch unklar.
Der Schlieremer Stadtpräsident und Verwaltungsratspräsident des Spitals Limmattal Markus Bärtschiger (SP) hielt beim Glockenaufzug eine Rede.
Neben Vertretern des Spitals, der Stadt und des Totalunternehmers Losinger Marazzi beobachteten auch zahlreiche Anwohner das Spektakel von ihren Fenstern aus.
Die Glocke wurde vor dem Aufzug getestet.
Ein Kran beförderte die Glocke zum Glockenturm.
Die Spitalskapelle musste möglichst originalgetreu rekonstruiert werden. Die alte Kapelle entstand Ende der 1960er-Jahre und musste 2015 der Baustelle des Spitals weichen.

Die Spitalseelsorgerinnen Regula Metzenthin und Christiane Burrichter, der neue Churer Bischof Joseph Bonnemain, Spitalseelsorgerin Annegret Bortlik und Schwester Elisabeth Müggler mit der Glocke der neuen Spitalskapelle.

Chris Iseli

«Nicht nur für die Angehörigen des Spitals, auch für viele andere Leute aus der Umgebung war die Kapelle immer ein Kraftort», sagte der neue Churer Bischof Joseph Bonnemain am Glockenaufzug am Montag. Er war 36 Jahre lang Seelsorger am Spital Limmattal. «Jeden Tag haben mich Leute nach dem Stand der Kapelle gefragt», so Bonnemain. Dass die Kapelle, die 2015 der Baustelle des Spitals Limmattal weichen musste, nun fast fertig ist, sei für ihn «ein Traum». Im Spätsommer 2020 haben die Bauarbeiten begonnen. Ende Mai 2021 soll die Kapelle im zukünftigen Park hinter dem Pflegezentrum des Spitals fertig wiederaufgebaut sein. Wann die offizielle Eröffnung stattfinden soll, ist allerdings aufgrund der Pandemiesituation noch unklar.

Am Montag wurde im Beisein von Vertretern der Stadt, des Spitals sowie des Totalunternehmers Losinger Marazzi der feierliche Glockenaufzug begangen. Die Glocke wurde von der Aarauer Glockengiesserei Rüetschi AG restauriert. Der Schlieremer Stadtpräsident und Verwaltungsratspräsident des Spitals Limmattal, Markus Bärtschiger (SP), hielt davor eine Rede, in der er seinen Wunsch äusserte, dass die Glocke der Spitalskapelle möglichst viele glückliche Stunden einläuten solle. Bevor die 40 Kilogramm schwere Glocke mit einem Kran platziert und danach befestigt wurde, testeten die Arbeiter deren Klang. Aus allen umliegenden Häusern beobachteten Anwohner das Schauspiel und lauschten der neuen Glocke. In Zukunft wird diese elektrisch angetrieben.

Die Kapelle entstand möglichst nach originalem Vorbild

In seiner Zeit am Spital Limmattal habe er die Kapelle intensiv erlebt, sagte Bischof Bonnemain. «Ich habe den Abriss sehr bedauert und mich von Anfang an dafür eingesetzt, dass sie wieder aufgebaut wird.» Da die in den Jahren 1969 und 1970 erstellte Kapelle unter Denkmalschutz stand, durfte sie nicht einfach abgerissen werden. Der Spitalverband Limmattal hat sich daher mit der Stadt Schlieren darauf geeinigt, die Kapelle möglichst originalgetreu im neuen Spitalpark wieder aufzubauen.

«Der Wiederaufbau der Kapelle war nicht einfach», sagte Gesamtprojektleiterin Bauprojekte Caroline Feldmann am Glockenaufzug. Einige Elemente der alten Kapelle wurden eingelagert, revidiert und sollen jetzt wieder Teil der neuen Kapelle werden, so zum Beispiel die Orgel, der Opferstock, der Altar oder die bunten Kirchenfenster des Künstlers Hermann Alfred Sigg. Markant ist zudem die Betonverschalung der Kapelle, die vom Architekten Hans von Meyenburg im Stil des Brutalismus erstellt wurde. Feldmann sagte:

«Es war eine Herausforderung, die gerundeten Betonwände zu rekonstruieren.»

Als Vorlagen wurden das ursprüngliche Schalungsmuster, Aufnahmen der alten Kapelle und aufgehobene Betonelemente verwendet.

Die neue Kapelle, deren Bau eine Million Franken kostete, bietet Platz für 50 Personen. Sie ist Teil der Umgebungsarbeiten des Gesamtneubaus des Spitals Limmattal und des Pflegezentrums. Die Umgebungsarbeiten, die neben der Kapelle auch den Spitalpark beinhalten, sollen Ende 2023 fertig sein. Wie schon bei der alten Kapelle soll sich auch an die neue ein Teich anfügen.

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