Abstimmung im November

So soll das Spital vervollständigt werden – was im neuen Pflegezentrum geplant ist

Vertreter des Spitals Limmattal informieren über das geplante neue Pflegezentrum. Am 25. November ist Abstimmung.

Seit Anfang Woche ist das neue Spital Limmattal in Betrieb. Es ersetzt den 48-jährigen Altbau, der bald abgerissen wird. Noch nicht ganz so viele Jahre hat das Pflegezentrum mit seinen 126 Pflegeplätzen auf dem Buckel. Dennoch hat der Zahn der Zeit auch am 1987 eröffneten Gebäude seine Spuren hinterlassen. Deshalb soll das Pflegezentrum ebenfalls einem Neubau weichen. «Das Pflegezentrum ist baulich nicht im besten Zustand, wie eine 2012 durchgeführte Zustandsanalyse gezeigt hat», sagte denn auch Markus Bärtschiger, Spitalpräsident und Stadtpräsident von Schlieren (SP), am Mittwochabend im gut gefüllten Embrisaal in Urdorf anlässlich der ersten von insgesamt fünf Informationsveranstaltungen zum Neubauprojekt. Zusammen mit Spitaldirektor Thomas Brack und Pflegedirektorin Susanne Vanini orientierte er über das Vorhaben, das am 25. November zur Abstimmung kommt.

Dann werden die Stimmberechtigten der Spitalverbandsgemeinden Aesch, Birmensdorf, Dietikon, Geroldswil, Oberengstringen, Oetwil, Schlieren, Unterengstringen, Urdorf und Weiningen über einen Verpflichtungskredit von 65 Millionen Franken für den Neubau und die Ausrüstung des Pflegezentrums Spital Limmattal inklusive Tageszentrum und Rehabilitationsgeschoss befinden. «Eine Machbarkeitsstudie hat gezeigt, dass wir das Pflegezentrum zwar sanieren könnten, dies aber mit einer Reihe von Problemen verbunden wäre», sagte Bärtschiger. So müsste etwa eine Sanierung unter Vollbetrieb stattfinden. Unter anderem deshalb habe man sich auf einen Neubau konzentriert. Dieser sei eine Vervollständigung des Spitalneubaus, ergänzte Brack.

Mehrheitlich Einzelzimmer

Im neuen Pflegezentrum, das dort zu stehen kommen soll, wo sich heute noch das alte Spitalhochhaus befindet, sind 150 Betten vorgesehen. Das sind 24 mehr als heute. Allerdings werden diese von der Stadt Schlieren als Kompensation von Bettenplätzen im Pflegezentrum Sandbühl, das voraussichtlich 2023 geschlossen wird, bestellt und finanziell abgegolten. Neu ist, dass es künftig keine Viererzimmer mehr geben wird. Beim Grossteil der Zimmer, nämlich 82, handelt es sich um Einzelzimmer. Der Rest, also 34, sind Zweierzimmer. Alle werden über eine eigene Nasszelle verfügen. «Das ist gegenüber heute sicher eine komfortablere und privatere Situation», sagte Brack. Die Zimmer, so Vanini, seien so gross, dass man auch ein Möbelstück von zu Hause mitnehmen könne. Die Tagestaxen für ein Einzelzimmer würden sich im Bereich des heutigen Ansatzes bewegen, als um die 160 Franken, hiess es auf eine entsprechende Frage aus dem Plenum.

Aufgeteilt ist der fünfgeschossige Neubau in zwei Demenzabteilungen im Parterre sowie im ersten Obergeschoss und drei Langzeitpflegestationen inklusive Palliativbetten. Im fünften Obergeschoss ist in Kooperation mit der Reha Clinic AG eine Rehabilitationsstation mit 48 Betten geplant. Im Erdgeschoss befindet sich zudem das Tageszentrum, das weiterhin rund 45 verschiedenen Klienten pro Monat eine individuelle Tagesbetreuung bieten wird. Auch Hospizbetten soll es weiterhin geben. Geplant ist überdies, dass in der Demenzabteilung, die über einen eigenen Garten verfügen wird, die Anzahl Plätze auf 44 verdoppelt wird. Auf jeder Abteilung sind Aufenthaltsräume vorgesehen. Anders als im Spital werden im neuen Pflegezentrum die Innenhöfe begehbar sein.

«Diese Angebote sind Ergänzungen zu jenen in den Institutionen in den einzelnen Gemeinden. Sie sind auf die Bedürfnisse der Gemeinden abgestimmt. Wir gehen nicht in Konkurrenz etwa zum Alterszentrum in Urdorf», sagte Brack. Die ärztliche Versorgung sei das Steckenpferd des Pflegezentrums Spital Limmattal, hielt Vanini fest. «Wir haben zwei Geriaterinnen, die sich ausschliesslich um die medizinischen Belange unserer Bewohnerinnen und Bewohner kümmern. Sie arbeiten aber auch eng mit ihren Kollegen im Akutspital zusammen», so Vanini. Zudem sei das Pflegezentrum spezialisiert auf eine rasche und unkomplizierte Aufnahme. «Der grösste Teil unserer Bewohner kommt aus dem Akutspital», sagte Vanini. Auch in Zukunft soll das Pflegezentrum eine Einheit mit dem Spital bilden.

57 Millionen Fremdkapital

Läuft alles nach Plan, soll der Neubau im Frühjahr 2023 in Betrieb gehen. Falls das Projekt abgelehnt werden sollte, «dann haben wir immer noch ein Haus, das funktioniert. Die Frage ist jedoch, wie lange es funktioniert», antworte Bärtschiger auf eine Frage aus dem Publikum. Durch Renovationen werde man einen Verfall hinauszögern können. «Doch irgendwann wird es nicht mehr schön sein, dort zu wohnen», so Bärtschiger. Dann werde man wohl eine neue Vorlage ausarbeiten müssen.

Die aktuelle, über die in einem Monat befunden wird, sieht Kosten von 65 Millionen Franken vor. 57 Millionen Franken davon beschafft sich der Spitalverband auf dem Kapitalmarkt, 8 Millionen Franken kann er durch den Betrieb des Pflegezentrums selber finanzieren, wie Brack ausführte. Durch den hohen Anteil an Fremdkapital entstehen in den ersten 20 Jahren des Betriebes Folgekosten in der Höhe von rund 14 Millionen Franken, welche die Gemeinden mittragen müssen. Im Fall von Urdorf heisst das etwa, dass die Gemeinde über diesen Zeitraum rund 1,022 Millionen Franken oder rund 50 000 Franken jährlich zahlen muss.

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