Nur in einem Punkt zeigten sich die Bergdietiker bei der ausserordentlichen Gemeindeversammlung am Montagabend nicht einverstanden mit den Planungen ihres Gemeinderats bezüglich der Sanierung und den Umbau des Schulhauses 2. Die Stimmbürger sollten für dieses Vorhaben einen Kredit von knapp 4,3 Millionen Franken genehmigen. Das Gebäude von 1972 ist arg in die Jahre gekommen.

Auf der To-do-Liste stehen unter anderem der Erdbebenschutz, eine Schadstoffsanierung, die energetische Sanierung, Verbesserungen beim Brandschutz und eben eine neue Heizungsanlage. Dass gerade die zu reden geben würde, war nicht verwunderlich, setzte der Gemeinderat aus finanziellen und raumplanerischen Gründen doch auf eine konventionelle Ölheizung. «Nicht mehr zeitgemäss» monierten an die etwa zehn Votanten, die sich kritisch zu Wort meldeten.

«Wieso die öffentliche Hand da mit einem fossilen Energieträger weiterfahren will, kann ich nicht verstehen», meinte ein Stimmbürger. Auch ein anderer äusserte Unverständnis: «Wieso wird eine Pelletanlage gleich ausgenommen?»

Zweites System wird gebraucht

Der Gemeinderat hatte fünf verschiedene Heizungstechniken analysieren lassen. Neben der Ölfeuerung eine Erdsonden-Wärmepumpen-Anlage, eine Pelletfeuerungsanlage, eine Holzschnitzelfeuerung und eine Luft/Wasser-Wärmepumpenanlage. Gemeinderat Urs Emch, der das Bauvorhaben auf der Versammlung präsentierte, gab aber zu, dass man sich mit den letzten dreien nicht näher befasst hat. «Diese sind bivalente Systeme, das heisst man braucht, um die Spitzen bei grosser Kälte zu brechen, zusätzlich eine Ölfeuerung.» Das würde daher nicht nur mehr kosten. Man würde auch den frei werdenden Raum im Keller, der dringend zur schulischen Nutzung gebraucht werde, wieder verlieren. Der Entscheid gegen die Erdsonden-Anlage fiel aus Kostengründen auch im Unterhalt und bei den Abschreibungen sowie der zahlreichen Löcher wegen, die im Sportplatz gebohrt werden müssten.

«Warum hat man denn keine Gasheizung angeschaut?» Emch: «Da wir kein Gas in der Gemeinde haben, stand das nicht zur Diskussion.» Auch das Aufstellen eines Biogastanks wurde von einer Bergdietikerin angesprochen. Letztlich kristallisierte sich aber die Luft/Wasser-Wärmepumpen-Lösung als der Favorit im Plenum heraus, trotz der höheren Kosten.

Bürger findet die Lösung

«Warum nutzen wir nicht einfach die vorhandene Ölheizungsanlage des Schulhauses 1, um die Spitzen abzudecken?», stellte schliesslich Thomas Wirz die Masterfrage des Abends und brauchte auch gleich den Antrag ein, darüber abstimmen zu lassen. Die Kosten würden sich in Grenzen halten, und man würde auch den Kellerraum nicht verlieren. Emch goss zunächst etwas Wasser in den Wein: «Die Heizung ist für das Schulhaus ausgelegt, man kann sie nicht nach oben skalieren.» Das müsse man sich erst anschauen. Fredy Meier von LFS Ingenieure Haustechnik, die die Heizungsanalysen für die Gemeinde erstellte, bestätigte die technische Machbarkeit. «Man müsste lediglich eine Fernleitung legen und einen grösseren Kessel einbauen.»

Zur Abstimmung standen schliesslich die Varianten Ölheizung für 428 000 Franken und die Luft/Wasser-Wärmepumpen-Lösung für 470 000 Franken. Der Entscheid fiel mit 40 zu 48 zugunsten der Luft/Wasser-Wärmepumpe. Die Abstimmung zum Kreditbegehren in Höhe von jetzt neu 4,7 Millionen Franken war dann eine klare Sache: mit grosser Mehrheit angenommen.