Dietikon
Schuldenfreies Leben: Auf diese Dinge können Lernende verzichten

Limmattaler Jugendliche lernen in der Berufswahlschule, wie sie Schulden vermeiden können.

Jefimija Djukic
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Die Lernenden der BWS Limmattal planen ihre Finanzen nach der Ausbildung.

Die Lernenden der BWS Limmattal planen ihre Finanzen nach der Ausbildung.

Jefimija Djukic

Welcher Geldtyp bin ich? Lebe ich auf Sparflamme oder sind meine Eltern mein Bankkonto? Solche Fragen beschäftigten gestern die Schüler der Berufswahlschule Limmattal. «Die Antworten sind unterschiedlich. Knapp die Hälfte meiner Lernenden hat ein monatliches Fixtaschengeld, einige bekommen ihr Geld nach Bedarf», sagt der Klassenlehrer Peter Rusterholz.

Mit einem Projekt zum Thema Schuldenprävention soll den Lernenden der Umgang mit Geld näher gebracht werden. Sie füllen ein Arbeitsblatt aus, um einen Einblick zu bekommen, wie ihr persönliches Budget nach der Ausbildung aussehen könnte. Dabei schätzen sie die Kosten für Kleidung, Handy und andere Ausgaben.

Schuldenfreies Leben

Georges Müller und Kjell Hoffmann von Young Enterprise Switzerland machen während des Ausfüllens einen Zwischenstopp und fragen in die Runde, auf welche Summe die Schüler kommen. «4400 Franken pro Monat», ruft eine Schülerin – und das ohne Berechnung der Wohnungsmiete, Auto und Krankenkasse. Den Schülern wird schnell bewusst, dass sie auf einiges verzichten müssen, um ein schuldenfreies Leben zu führen. «Am Anfang der Stunde haben noch alle ein Auto als wichtiges Gut aufgeschrieben. Es ist eindrücklich, wie die Schüler nach der Budgetierung plötzlich darauf verzichten konnten», sagt Müller.

Bei der Frage, wer eine Weiterbildung nach der Ausbildung machen wolle, gehen alle Hände der Schüler nach oben. Weiterbildungen sind in der Tat gut investiertes Geld, jedoch mit hohen Kosten verbunden. Müller macht auf die Steuern aufmerksam. Man könne 12 Prozent von den Weiterbildungskosten abziehen. «Steuern müsst ihr unbedingt budgetieren», sagt er.

Müller und Hoffmann warnen vor unbezahlten Rechnungen. Es können Verzugszinsen aufkommen, wenn nicht rechtzeitig bezahlt wird. «Man bezahlt unnötig Geld für eine Leistung, die man nicht bekommt», erklärt Hoffmann. Bei Nichteinhaltung muss mit einem Eintrag im Betreibungsregister gerechnet werden – und jeder spätere Verhandlungspartner kann Auskunft über dessen Stand verlangen. Eingetragene Betreibungen können vor allem bei der Wohnungs- und Arbeitssuche ein Handicap sein. «Mit einem Eintrag bekommt ihr garantiert keinen Job», sagt Hoffmann. Müller fügt an: «Zahlt deshalb eure Rechnungen rechtzeitig.»

Kosmetik muss sein

Die Konsequenzen werden auch den Lernenden nach und nach bewusst. Eine Schülerin sagt, sie würde die Ausgaben für den Ausgang vermindern. Eine andere würde einmal im Jahr nicht in den Urlaub fahren. Für Kosmetik würden die Frauen aber nicht weniger ausgeben. Der Durchschnitt liegt hier bei 50 bis 150 Franken im Monat.

In einem Punkt sind sich die Lernende aber einig. Als Rusterholz fragt, was das Glück im Leben ausmache, heisst es von der Klasse: Geld alleine mache nicht glücklich. Familie, Freunde und Gesundheit seien das wichtigste.

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