Schlieren
Wirtschaftskammer Schlieren wählt mit Brigitte Becker erstmals eine Frau in den Vorstand

Der Verein hat in der Trublerhütte die Erweiterung des Vorstands von sechs auf sieben Personen beschlossen.

Lukas Elser
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Der Vorstand der Wirtschaftskammer: Andreas Geistlich, Urs Maag, Roger Maneth, Hans Kohler, Marco Studer. Nicht anwesend: Sasa Stajic und Brigitte Becker.

Der Vorstand der Wirtschaftskammer: Andreas Geistlich, Urs Maag, Roger Maneth, Hans Kohler, Marco Studer. Nicht anwesend: Sasa Stajic und Brigitte Becker.

Lukas Elser

«Endlich eine Frau im Vorstand.» Andreas Geistlich, ehemaliger Kantonsrat und amtierender Präsident der Wirtschaftskammer Schlieren war hocherfreut, als er am Donnerstag den an diesem Abend in der Trublerhütte zusammengekommenen Wirtschaftsvertretern die neue Kandidatin Brigitte Becker für den Vereinsvorstand vorstellte. «Es war wirklich an der Zeit», dass das bis anhin ausnahmslos männliche Gremium durch eine weibliche Person ergänzt werde.

Becker ist im Limmattal keine Unbekannte. Vier Jahre lang hat sie zusammen mit Carole Schoch Zeller das Wirtschaftspodium Limmatal (Wipo) organisiert. Unter ihr ist der Anlass stark gewachsen. So wurde er 2018 aus Platzmangel von der Dietiker Stadthalle in die um einiges grössere Umweltarena Spreitenbach verlegt.

Becker und Schoch führen zusammen die Buchstäblich AG, eine Event- und Kommunikationsagentur. Von Becker erhofft sich Geistlich, dass sie frischen Wind in die Kommunikation und den Social-Media-Auftritt des Vereins bringt.

Wirtschaftskammer Schlieren trifft sich 2021 in der Trublerhütte Schlieren.
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Wirtschaftskammer Schlieren trifft sich 2021 in der Trublerhütte Schlieren.
Wirtschaftskammer Schlieren trifft sich 2021 in der Trublerhütte Schlieren.
Wirtschaftskammer Schlieren trifft sich 2021 in der Trublerhütte Schlieren.
Wirtschaftskammer Schlieren trifft sich 2021 in der Trublerhütte Schlieren.
Wirtschaftskammer Schlieren trifft sich 2021 in der Trublerhütte Schlieren.

Wirtschaftskammer Schlieren trifft sich 2021 in der Trublerhütte Schlieren.

Lukas Elser / Limmattaler Zeitung

Mercedes-Vertreter geht, aber ein neuer kommt

Neben Becker wurde an diesem Abend auch Marco Studer einstimmig in den Vorstand gewählt. Er ersetzt den seit 2017 im Vorstand vertretenen und jetzt zurückgetretenen Daniel Bruhin, den es geschäftlich in den Aargau verschlagen hat. Wie sein Vorgänger stammt auch Studer aus der Autobranche. Einen Vertreter aus diesem Sektor sei für den Autostandort Schlieren wichtig, betonte Geistlich. Studer hat hat vor einem Jahr den Posten als Geschäftsführer bei der Mercedes-Benz Automobil AG in Schlieren von Bruhin übernommen.

Bruhin schaffte es nicht zur Versammlung. Gerne hätte ihn Geistlich würdig verabschiedet. Schliesslich habe er «sehr viel für den Verein gemacht».

Sonst bleibt im Vorstand alles, wie es ist: Die bisherigen Roger Maneth, Urs Maag, Sasa Stajic (FDP) und Hans Kohler wurden wiedergewählt. Und die Versammlung hat ebenso einstimmig beschlossen, dass Geistlich weiterhin Präsident des Vereins bleiben soll.

Stadtrat Stefano Kunz (Die Mitte).

Stadtrat Stefano Kunz (Die Mitte).

Lukas Elser

Notgedrungen nahm in der Ansprache von Geistlich die Pandemie einen grossen Platz ein. Die Coronazeit habe auch den Standort Schlieren nicht verschont. Allerdings sei man vergleichsweise glimpflich davongekommen. Für die Zukunft sei es aber wichtig, dass die staatliche Verschuldung nicht zunehme und die Regulierungsmassnahmen wieder reduziert würden. Und damit das möglich sei, solle man sich jetzt impfen lassen, sagte Geistlich. An dieser Stelle machte er auch noch einen Schwenk zum Fussball, konkret Nati-Captain Granit Xhaka:

«Es ist für mich absolut unverständlich, dass sich Vorzeigesportler nicht impfen lassen»,

meinte Geistlich. Der Kapitän der Nati stand in diesen Tagen in der Kritik, als herauskam, dass er ausfällt, weil er sich mit Coronavirus angesteckt hatte.

Der Ärger über Tempo 20 und Wachstumsmüdigkeit des Parlaments

Auch die Lokalpolitik sprach Geistlich an. Einerseits die neue Begegnungszone beim Bahnhof Schlieren. Die Wirtschaftskammer hatte ursprünglich den Tempo-30-Vorschlag unterstützt und Tempo 20 abgelehnt. Dass sich das Stimmvolk für Zweiteres entschieden hat, gelte es zu akzeptieren. Aber man müsse dafür sorgen, dass trotz Begegnungszone die Zufahrt zu den Geschäften gewährleistet bleibe.

Andererseits kam er auf die neue Bau- und Zonenordnung zu sprechen, die die Stadt Schlieren derzeit erarbeitet:

«Die Verzögerung ist ärgerlich.»

Er drängte deshalb den Stadtrat darauf, das Vorhaben zügig zu Ende zu bringen. Das Parlament hat bei der Richtplandebatte die Wachstumspläne des Stadtrats ausgebremst. Hingegen freute sich Geistlich, dass die Stadt Schlieren nach Dietikon jetzt auch eine eigene Wirtschaftsstrategie hat: «Das war schon lange ein Anliegen von uns.»

Ein freudiges Wiedersehen nach all dem «Social Distancing».

Ein freudiges Wiedersehen nach all dem «Social Distancing».

Lukas Elser

Und wie es sich für einen Wirtschaftsanlass gehört, wurde auch eindringlich vor den Vorstössen der Linken gewarnt: «Die 99-Prozent-Initiative der Juso ist wirtschaftsschädigend.» Faktisch werde die von den Initianten geforderte finanzielle Umverteilung durch Vermögenssteuer und Steuerprogression bereits heute mehr als in genügendem Masse vollzogen. Für Geistlich besteht deshalb kein Handlungsbedarf und so empfahl er den Mitgliedern die Ablehnung der Initiative.

Abgesagtes Wirtschaftspodium und fast 10'000 Franken Verlust

Kassier Urs Maag berichtete an der Mitgliederversammlung der Wirtschaftskammer Schlieren über die finanzielle Lage des Vereins. Vor dem Hintergrund, dass 2020 «ein schwieriges Jahr» war, schliesst die laufende Rechnung mit einem Verlust von 9672 Franken. Die Erfolgsrechnung weist Einnahmen von 13‘375 Franken und Ausgaben von 23‘047 Franken aus. Das Budget 2021/22 sieht einen Verlust von 9500 Franken vor. Dies bei 27'000 Franken auf der Ertrags- und 36'500 Franken auf der Aufwandseite.

Schlechte Neuigkeiten gibt es in Sachen Anlässe: Das Wirtschaftspodium 2021 fällt aus. Die Wirtschaftskammer Schlieren zählt derzeit 89 Mitglieder. Mit Bedauern vermeldete Präsident Andreas Geistlich fünf Austritte von Mitgliedern aus der Kammer: Die Andreas Schwaller AG aus Oberengstringen, Baur au Lac Vins aus Regensdorf, das Dietiker Unternehmen Graphax sowie die zwei Schlieremer Unternehmen Robert Angst Zimmerei- und Schreinerei und die Thermo Fisher Scientific Prionics AG sind nicht mehr dabei. Dafür ist das Beratungsunternehmen mBusiness GmbH aus Schlieren neu Mitglied. (lue)

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