Möriken

Schlieremer Wunderkind mit einer Matura-Arbeit, die sich hören lässt

Der Schlieremer Anthony Buchard legte seine Matura-Arbeit am Neujahrskonzert in Möriken einem grossen Publikum vor und erntete dafür Applaus und Best-Noten.

Eine aussergewöhnliche Art von Matura-Arbeit legte der achtzehnjährige Schlieremer Anthony Buchard am Neujahrskonzert in Möriken vor. Die beiden Buchard-Brüder Florian und Anthony sind schon einem grösseren Publikum bekannt. Als hochbegabte Trompetenspieler räumten sie bereits Preise ab, spielten und spielen Soli und Duette, letztmals in der reformierten Kirche zusammen mit dem Organisten Gilberto Fischli im Rahmen der Orgel-Jubiläumskonzerte. Nicht umsonst reisten dem Jüngeren der beiden nun Schlieremer nach Möriken nach, wo die Brass Band Imperial Lenzburg ihr traditionelles Neujahrskonzert gab. Und die Besucher wurden reich belohnt.

In einem ersten Teil spielte die A-Band, die dieses Jahr beim Brass Band Wettbewerb in Montreux einen ehrenvollen vierten Rang belegte, Musik der späten Klassik. Im zweiten Teil widmete das Orchester sein Thema ganz der Rock-Band Queen. Wie es sich für ein Neujahrskonzert gehört, fehlten als Zugaben weder Franz von Souppés «Leichte Kavallerie» noch Strauss' «Radezky-Marsch». Das Publikum zollte den Musikern und ihrem Dirigenten gebührenden Applaus. Ergänzend ist der Dirigent Rafael Camartin zu erwähnen: Der Cornettist und Musikpädagoge, der seine Ausbildung mit Auszeichnung im Jahr 2011 abschloss, brauchte für seine Dirigentenarbeit nicht eine einzige Note, und vermittelte auch Musikkennern dennoch deutlich, dass er genau weiss, welches Register wann welche Einsätze zu spielen hat.

Zwei junge Meister treffen sich

Der Schlieremer Anthony Buchard hatte für das «Concerto pour Violoncelle» von Camille Saint-Saëns für Streich-Orchester in akribischer Arbeit Note für Note für Bläser arrangiert. Nicht nur war dafür einiges zu transponieren, sind doch bei den Bläsern die meisten Instrumente in B oder Es gestimmt. Es waren auch die adäquaten Instrumente zu wählen. So hat er denn auch richtig das Cello-Solo fürs Euphonium umgeschrieben. Und hier kam ein nächster Höhepunkt: Für das technisch anspruchsvolle Solo war der mehrfach preisgekrönte Solist Pascal Andres als Gastmusiker engagiert worden. Hier trafen - zusätzlich zum Dirigenten - zwei Meister aufeinander, einer jung, der andere sehr jung.

Ob der Lehrer an der Kantonsschule Limmattal den theoretischen Teil der Matura-Arbeit annehmen wird, wofür wohl kaum ein Zweifel besteht, mag sekundär sein. Für den praktischen Teil, an dem ein erfreutes Publikum teilnehmen durfte, hat der Maturand bereits einen grandiosen Applaus und damit die Best-Note erhalten. Auf die Frage, ob sein Lehrer auch anwesend sei und diesen Teil beurteilen könne, antwortete der bescheiden auftretende Anthony mit einer Videokamera in der Hand: «Er konnte leider nicht kommen, aber er wird es hier auf dem Video sehen und hören können.» Das ist auch dem Lehrer zu gönnen.

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