Dietikon
Provisorischer Busbahnhof macht kreativ: Haar-Sprüche sorgen für Unterhaltung

Der Salon Intercoiffure Ungricht gibt den Wartenden am provisorischen Busbahnhof in Dietikon etwas zu lesen.

Carmen Frei
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zur Verfügung gestellt

Die Intercoiffure Ungricht begegnet dem provisorischen Busbahnhof vor ihren Türen mit neuen Ideen. Vor ungefähr sieben Wochen haben René Ungricht, Inhaber von Intercoiffure Ungricht, und sein Team damit begonnen, gegenüber des Geschäfts an der Bahnhofstrasse 13 den Boden mit Sprüchen zu verzieren.

Der provisorische Busbahnhof wurde diesen August in der Bahnhofstrasse im Zusammenhang mit den Bauarbeiten für die Limmattalbahn eingerichtet. Voraussichtlich wird er bis Ende August 2021 in der Bahnhofstrasse verbleiben. Die wartenden Passagiere, die nun direkt gegenüber seinem Geschäft stehen, will Ungricht bis dahin mit den Sprüchen unterhalten.

Die Sprüche aus Kreide decken verschiedene Themen ab

Auf die Idee sei er während eines Werbe-Seminars der Firma Wella gekommen. Er habe mit einem der Teilnehmer über die Situation gesprochen. «Ich habe gesagt, dass gegenüber jeweils 20 Leute stehen und direkt bei uns hineinsehen. Er kam dann auf die Idee, etwas mit Kreide hinzuschreiben», sagt Ungricht. So entstanden unterschiedliche Sprüchen auf dem Asphalt.

«Leute machen Haare, Haare machen Leute», ist einer der neusten. Ausserdem wurden auch die US-Wahlen mit einem Spruch zu Donald Trump thematisiert. «Wir können die Welt nicht verändern, aber ihre Frisur», kam zu der Zeit auf dem Trottoir zu stehen.

Auch die Verkehrsbelastung am Ort hätten sie bereits angesprochen, erklärt Ungricht. «Da die Autos hinter den Bussen warten mussten, war am Anfang der Verkehr an dieser Stelle ziemlich aggressiv», erklärt Ungricht. «Wir haben dann einmal hingeschrieben ‹Wir wünschen allen Busfahrern eine gute Fahrt›», erzählt er. Das sei gut angekommen.

«Es geht darum, die Leute zu erfreuen»

Am Mittwoch erstellt Dominique Buchmeier, Auszubildende im dritten Lehrjahr, jeweils mit Kreide die Strassenkunst. «Sie macht das superschön», findet Ungricht. Die Sprüche sind für ihn nicht dazu da, Kunden in das Coiffeur-Geschäft zu locken. Das sei nicht sein Ziel. Viel lieber sei es ihm, wenn die Leute miteinander sprächen und einander von den Sprüchen erzählten. «Es wird nie ‹Intercoiffure Ungricht› stehen, es geht darum, die Leute zu erfreuen», stellt er klar.

Die Inspiration für die Sprüche erhalten Ungricht und sein Team von vielen Seiten. Die ersten zwei hätten sie sich selbst ausgedacht, so Ungricht. Inzwischen lasse er sich auch einmal von Sprüchen aus dem Internet inspirieren. Manchmal kämen auch lustige Sprüche vom Team. «Für die nächsten zehn Wochen haben wir bereits Sätze, die wir schreiben können», erklärt Ungricht.

Allerdings muss auch das Wetter stimmen. «Wenn wir wissen, es regnet, dann verzichten wir manchmal auch darauf.» Inzwischen hätten sie sich auch schon etwas vom Geschäft entfernt und bewegten sich etwa 30 Meter in Richtung Bahnhof. «Da schreiben wir jeweils noch einmal denselben Spruch hin», sagt Ungricht.

Passanten bedanken sich für die Sprüche

Es sei auch schon eine Passantin ins Geschäft gekommen und habe sich für die Aktion bedankt. Solche Vorkommnisse bestärken Ungricht darin, weiterzumachen. «Es ist so schön, wenn man die Leute in dieser Zeit zum Schmunzeln bringen kann», meint er.

Voraussichtlich möchten er und sein Team noch ein Jahr lang auf diese Weise mit den Passanten kommunizieren, also bis zum Abbau der provisorischen Bushaltestelle. Bis dahin hoffen sie jede Woche auf schönes Wetter, damit die Sprüche möglichst lange halten.