Wald

Paten für Waldbäume gesucht: klimatolerante Bäume sollen gesponsert werden

Im Einsatz für den Furttaler und Limmattaler Wald (von links nach rechts): Förster Erich Sonderer, Daniel Dahmen, Projektleiter Thomas Weber, Däniker Gemeinderat Lars Meier (SVP) und Förster Thomas Hubli stehen auf einer der kahlen Waldstellen.

Im Einsatz für den Furttaler und Limmattaler Wald (von links nach rechts): Förster Erich Sonderer, Daniel Dahmen, Projektleiter Thomas Weber, Däniker Gemeinderat Lars Meier (SVP) und Förster Thomas Hubli stehen auf einer der kahlen Waldstellen.

Die Initiative «Klimawald Furttal» soll auch Limmattaler Wald mit klimatoleranten Bäumen begrünen.

Waldspaziergänger treffen oberhalb Boppelsen auf eine kahle Fläche im Wald. Im letzten Sommer mussten hier Dutzende Bäume gefällt werden und nun blies der Sturm «Sabine» weitere Bäume um. Die Fläche steht exemplarisch für viele Waldstücke im Limmat- und Furttal. Borkenkäfer und Stürme forderten grosse Mengen an Holz. Die Initiative «Klimawald Furttal» will die kahlen Stellen nun neu begrünen. «Früher habe ich mich für den Regenwald eingesetzt. Jetzt entschied ich mich, den lokalen Wald zu unterstützen», sagt Thomas Weber. Der Ingenieur aus Boppelsen gründete und leitet die Initiative. Diese unterstützt den lokalen Wald mittels Patenschaften.

Für 100 Franken kauft ein Pate oder eine Patin einen Baum, der von Förstern in eine kahle Waldstelle gepflanzt wird. Im Preis ist auch die Pflege während den folgenden zehn Jahren inbegriffen. «Die Paten können den Baum auch selbst pflanzen», sagt Weber. Das habe den Vorteil, dass die Sensibilität und die Nähe zum Wald intensiver werde. «Wir alle profitieren gratis vom Wald», sagt Weber. Er selbst gehe beispielsweise gerne in die Ruhe des Waldes spazieren. Erich Sonderer, Förster des Furttals und Thomas Hubli Förster Niederhasli, Regensdorf und Rümlang führen die Initiative gemeinsam mit Daniel Dahmen, dem Förster Katzensee-Buchs-Dielsdorf und Limmattal Nord durch.

Für 100 Franken kauft ein Pate oder eine Patin einen Baum, der von Förstern in eine kahle Waldstelle gepflanzt wird.

Für 100 Franken kauft ein Pate oder eine Patin einen Baum, der von Förstern in eine kahle Waldstelle gepflanzt wird.

Dahmen musste im letzten Jahr rund 3000 Kubikmeter Holz in seinem Revier, wegen Borkenkäferbefall abholzen. «Die Borkenkäfer vermehrten sich schneller, als wir fällen konnten», sagt er. Der Förster bekam auch schon den Unmut von Spaziergängern über die kahlen Flächen zu spüren. Doch wenn der Käfer einmal eine Fichte befallen habe, müsse man den Baum fällen, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Private und öffentliche Waldbesitzer müssen bei Borkenkäfer-Befall die Bäume aus dem Wald entfernen. Das führt oft auch zu empfindlichen finanziellen Einbussen. «Der Erlös des Holzes deckt nicht einmal mehr die Kosten, um den Baum zu fällen», sagt Dahmen.

Projekt setzt auch auf ­Biodiversität

Im Kanton Zürich entfällt knapp die Hälfte des Waldes auf Privatbesitzer. Dahmen musste im vergangenen Jahr auch bei privaten Waldbesitzern im Limmattal Bäume fällen, die von Borkenkäfern befallen waren. Bislang hätten sich alle Waldbesitzer damit einverstanden erklärt. Doch im Härtefall können sie auch dazu gezwungen werden, da der Kanton dies vorschreibt. «Es gibt jedoch kein Gesetz, dass man die kahlen Stellen wieder aufforsten muss», sagt Dahmen.

Mit der Initiative sollen unter anderem Bäume wie Edelkastanien, Wildobst, Zitterpapeln und Birken gesetzt werden.

Mit der Initiative sollen unter anderem Bäume wie Edelkastanien, Wildobst, Zitterpapeln und Birken gesetzt werden.

Entweder man überlasse den Wald sich selbst oder setze neue Bäume. Mit der Initiative «Klimawald Furttal» sollen klimatolerante Bäume für kahle Waldstücke gesponsert werden. Das sind Bäume, die auch in den kommenden Jahren den verändernden Klimaverhältnissen standhalten. Sie haben beispielsweise tiefere Wurzeln und sind somit nicht so anfällig auf Trockenperioden wie etwa die hierzulande stark verbreitete Fichte. Mit der Initiative sollen unter anderem Bäume wie Edelkastanien, Wildobst, Zitterpapeln und Birken gesetzt werden. «Wir setzen nicht nur auf den finanziellen Ertrag, sondern auch auf die Biodiversität», sagt Dahmen.

Bis heute wurden bereits 51 Bäume gespendet. Diese sollen das kahle Landstück oberhalb Boppelsen neu begrünen. Den jeweiligen Standort der gesponserten Bäume legen die Förster je nach Bedarf fest. Am Samstag, 18 April, wird zum ersten Mal im Beisein der Paten Wald gepflanzt. «Ich bin überzeugt, dass wir künftig ein paar tausend Bäume pflanzen können», sagt Weber. So soll der Wand ein attraktiver Ort für Spaziergänger, Jogger und Kindergartenkinder bleiben. Der Zeitpunkt des Projektstarts ist kein Zufall. Weber möchte die aktuelle Sensibilität für den Klimawandel nutzen. «In Zeiten der Klimadiskussion kann man nun mittels der Initiative etwas Konkretes für die Natur und das Klima tun», sagt er.

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