Bis anhin durften Hunde an der Leine über Schlieremer Spielplätze geführt werden. Damit ist jetzt Schluss. «Hunde sind auf öffentlichen Spielplätzen verboten», schreibt der Stadtrat in seiner Antwort auf ein Postulat von Jürg Naumann, ehemaliger Gemeinderat (Quartierverein). Dieser reichte es im September im Stadtparlament ein und schrieb darin: «Nicht alle spielenden Kinder finden es toll, wenn freilaufende Hunde zwischen ihnen herumrennen und ebenfalls spielen möchten.» Darum forderte Naumann den Stadtrat auf, zu prüfen, wie auf öffentlichen Spielplätzen, Schulhausanlagen und in Parks eine Leinenpflicht signalisiert und vor allem durchgesetzt werden kann.

«Noch kein Unfall – zum Glück»

«Für viele Hundebesitzer ist es eine Selbstverständlichkeit, dass sie ihre Hunde in Spielplätzen an die Leine nehmen», so Naumann im Postulatstext. Leider gebe es aber auch Hundebesitzer, die ihre Hunde laufen lassen und für die es selbstverständlich sei, dass sich das Tier frei bewegen kann. «Zum guten Glück ist uns bis heute noch kein tragischer Unfall mit freilaufenden Hunden in Schlieren bekannt», schreibt Naumann im Postulat. «Und es sollte auch nicht so weit kommen.»

In seiner Argumentation stützte sich Naumann auf das kantonale Hundegesetz. Dort ist festgelegt, dass Hunde in öffentlichen Gebäuden, an Strassen, Bahnhöfen und Haltestellen an die Leine müssen. Auch wenn die Vierbeiner läufig, bissig oder krank sind, sollen sie angeleint werden. Gar ganz verboten sind Hunde auf Friedhöfen, Pausenplätzen von Schulhausanlagen oder auf Spiel- und Sportfeldern. Behörden sind gemäss Gesetz frei, neue Verbote hinzuzufügen.

Busse oder Verwarnung als Strafe

Im Hundegesetz steht also, dass die Vierbeiner auf Spielplätzen verboten sind. Die bisherigen städtischen Benutzungsregeln für Spielplätze forderten jedoch bloss eine Leinenpflicht. Diesen Widerspruch hat der Schlieremer Stadtrat erkannt. In der Antwort auf Naumanns Postulat schreibt er: «Die Benutzungsregeln werden daher abgeändert. Hunde sind auf öffentlichen Spielplätzen verboten.» Bei den Schulanlagen und der Schärerwiese bestehe bereits ein Hunde-Verbot. Bei der Sanierung des Stadtparks werde dem Gemeindeparlament in Aussicht gestellt, Schilder zur Leinenpflicht anzubringen.

Auch zur Durchsetzung der Leinenpflicht oder des Verbots nahm der Stadtrat Stellung. «Polizeiliche Kontrollen finden im Rahmen der normalen Patrouillentätigkeit statt.» Verstösse werden mit einer Busse oder Verwarnung geahndet.

Jürg Naumann zeigt sich erfreut über die Antwort des Stadtrats. Bereits im April letzten Jahres forderte der Gemeinderat in einer Motion die Einführung der Leinenpflicht auf öffentlichen Spielplätzen, Schulhausanlagen und Parks. Damals nahm der Stadtrat den Vorstoss jedoch nicht entgegen.

Was machen Familien mit Hund?

Weniger erfreut ist Nicole Fritschi, Präsidentin des Schlieremer Hundeclubs Anubis. Im April sagte sie zu dieser Zeitung, dass sie hinter der Leinenpflicht bei Schulhäusern und Spielplätzen stehe. «Die Kombination von Kindern und Hunden an einem Ort hat etwas Unberechenbares. Da kann ein Hund noch so gut erzogen sein.» Doch dass Hunde bei Spielplätzen nun ganz verboten sind, findet sie problematisch. «Viele Familien mit Kindern haben auch einen Hund und dürfen den Spielplatz nun nicht mehr gemeinsam betreten.» Auch die Leinenpflicht im Stadtpark ist nicht in ihrem Sinn. «Man könnte wenigstens in einem Teil freilaufende Hunde erlauben», sagt sie. «Irgendwo müssen sie sich austoben dürfen.»