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Neues Personalreglement: Spital Limmattal verbessert Arbeitsbedingungen

Dank eines neuen Personalreglements werden die Anstellungsbedingungen im Spital Limmattal verbessert.

Dank eines neuen Personalreglements werden die Anstellungsbedingungen im Spital Limmattal verbessert.

Das neue Personalreglement, das die Delegiertenversammlung beschlossen hat, garantiert Spitalangestellten neu 15 Minuten Pause.

Theoretisch haben die Angestellten vom Spital Limmattal schon heute zwei 15-minütige Pausen pro Schicht. Doch wenn es das Tagesgeschäft nicht zulässt, gehen diese beiden Pausen flöten. Konkret: Wer während der eigentlichen Pause aus betrieblichen Gründen doch arbeiten muss, erhält dafür keinen zusätzlichen Lohn. Diese Situation wird nun zugunsten der Arbeitnehmer verbessert – dank des neuen Personalreglements, das die Delegiertenversammlung am Mittwochabend durchgewunken hat. Einstimmig und diskussionslos fällten die Delegierten diesen Entscheid.

Das Reglement sieht vor, dass nun eine der beiden 15-minütigen Pausen pro Schicht garantiert ist. Dafür sind zwei Szenarien vorgesehen. Das erste: Man kann die Pause tatsächlich einziehen und muss dabei auch nicht telefonisch in Bereitschaft sein, hat also wirklich Pausen-Ruhe. Das zweite Szenario tritt ein, wenn eine Pause aus betrieblichen Gründen doch nicht möglich ist, die Pause also nicht eingezogen werden kann: Dann werden dem betroffenen Angestellten 15 Minuten zusätzliche Arbeitszeit gutgeschrieben. Die neue Regel gilt für alle Spitalangestellten, die Uniform tragen und hierfür die Zentralgarderobe aufsuchen müssen. Der Clou am neuen Pausen-Passus im Personalreglement ist folgender: Etwa 15 Minuten beträgt auch die tägliche Umkleidezeit.

Die Gewerkschaft VPOD fordert, dass Spitäler die Umkleidezeit bezahlen. Auch vor dem Dietiker Bezirksrat sind nach Angaben des Limmattaler Spitaldirektors Thomas Brack fünf Verfahren hängig. Zum Vergleich: Das Spital hat rund 1400 Mitarbeitende.

Das Spital Limmattal geht nicht auf die VPOD-Forderung ein. Denn das wäre mit Kosten von etwa zwei Millionen Franken verbunden, wie Spitaldirektor Thomas Brack schon im Sommer sagte (die Limmattaler Zeitung berichtete). «Das entspricht zirka 25 Vollzeitstellen.» Die ganzen Planungen der Schichten würden nicht mehr aufeinanderpassen, wenn man die bezahlte Umkleidezeit einführen würde, erklärte Brack der Delegiertenversammlung. Vor diesem Hintergrund würde die Einführung bezahlter Umkleidezeit zu zusätzlichen einmaligen Projektkosten führen. «Aber Kosten interessieren die Gewerkschaft nicht», so Brack.

Vielmehr will die Gewerkschaft bis vor Bundesgericht gehen, um die Sache höchstrichterlich klären zu lassen. Das gab sie diese Woche bekannt (die Limmattaler Zeitung berichtete). Nicht nur beim Dietiker Bezirksrat sind Verfahren hängig, auch an anderen Zürcher Spitälern wird gekämpft.

Christian Schär, Präsident des Verbands Zürcher Krankenhäuser und Verwaltungsratspräsident der Spital Bülach AG, steht voll und ganz hinter dem Entscheid der Delegiertenversammlung des «Limmi». «Das Spital Limmattal hat sich für eine Lösung mit Augenmass entschieden, das ist der richtige Weg», sagte er nach der Delegiertenversammlung.

Gerechtigkeit gegenüber jenen, die sich nicht umziehen müssen

In seinem Votum vor dem Entscheid wies Spitaldirektor Thomas Brack auch darauf hin, dass die Arbeitsbedingungen nicht nur die Umkleidezeit betreffen. «Die Arbeitsbedingungen bestehen aus einem ganzen Strauss», sagte er, «man muss schauen, dass wenn man etwas Einzelnes verändert, nicht das Ganze aus dem Gleichgewicht kommt. Bei den Ferien gehen wir zum Beispiel darüber hinaus, was wir gesetzlich müssten.» Zudem sagte er, dass es auch um Gerechtigkeit gehe: «Es darf nicht sein, dass die benachteiligt werden, die sich nicht umziehen müssen.»

Am «Limmi» wandelt sich nicht nur das Personalreglement. So ist der Abbruch des alten Spital-Hochhauses weit fortgeschritten: Es wurde dem Boden gleichgemacht. Nun läuft der Abbruch im Untergrund. Zudem wurden kürzlich das Therapiezentrum Limmattal und die Rehaclinic Limmattal im Spital offiziell eingeweiht. Und wie Markus Bärtschiger, Präsident des «Limmi»-Verwaltungsrats, sagte, ist nun die Baubewilligung für das neue Pflegezentrum eingetroffen. Es habe keine Einsprachen gegeben.

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