Regionalsport

Neue Corona-Massnahmen – was meinen die lokalen Teams dazu?

Der Eishockeybetrieb auf der Urdorfer Weihermatt steht derzeit still. Die Kinder sollen aber bald wieder aufs Eis zurückkehren.

Der Eishockeybetrieb auf der Urdorfer Weihermatt steht derzeit still. Die Kinder sollen aber bald wieder aufs Eis zurückkehren.

Die neuen Corona-Massnahmen stellen die Limmattaler Sportvereine vor grosse Herausforderungen. Es gibt aber auch Lichtblicke.

Seit gestern ist der Amateursport mehr oder weniger zum Erliegen gekommen. Kontaktsport ist verboten. An sportlichen Freizeitaktivitäten dürfen in Innenräumen maximal 15 Menschen teilnehmen. Die am Mittwoch vom Bundesrat beschlossenen Massnahmen zur Eindämmung der Coronapandemie treffen die Vereine mitten ins Herz. Wie gehen die Klubverantwortlichen in der Region mit dem «Sport-Lockdown» um? Dass Kinder bis 16 Jahre weiterhin trainieren dürfen, ist für alle ein kleiner Lichtblick in der Krise, wie eine Umfrage bei den Vereinen zeigt.

Auch wenn gestern noch auf der Vereinshomepage Werbung gemacht wurde für das 3.-Liga-Heimspiel gegen die Akademiker vom Samstag: Beim EHC Urdorf ist nun fertig mit Eishockeyspielen. Trainiert wird nicht mehr, die Saison ist unterbrochen. «Wir haben gewisse Ideen, wie wir unsere Mitglieder trotzdem auf dem Eis beschäftigen können», sagt Klubpräsident ­Daniel Bucher. So plane man beispielsweise, dass die erwachsenen Akteure statt eines Teamtrainings auf dem Eis in kleinen Gruppen Skating-Übungen machen oder in Einzelschichten an der Schusstechnik arbeiten.

Und was ist mit den Kindern, die bis zum Alter von 16 Jahren weiterhin trainieren dürfen? «Erst einmal bin ich froh und glücklich darüber, dass dies überhaupt möglich ist. Wenn auch der Nachwuchs hätte zuschauen müssen, das wäre ganz schlimm gewesen», sagt Bucher. Laut dem Präsidenten werde jetzt das Schutzkonzept für den Trainingsbetrieb überarbeitet, erste Gespräche mit der Gemeinde hätten bereits stattgefunden. Ab Montag soll dann wieder im erlaubten Rahmen trainiert werden. Der für übermorgen Sonntag geplante Skateathon wurde verschoben. «Der Vorstand erachtet es als verantwortungslos, diesen Event mit viel Publikumsaufkommen in der aktuellen Lage durchzuführen», so der Präsident.

Trainingsstopp beim FC Dietikon

Christian Müller ist Sportchef bei den Dietiker 1.-Liga-Fussballern. In dieser Funktion hat der frühere Goalie schon die eine oder andere Herausforderung gemeistert. «Wir werden auch diesmal einen Weg finden», sagt er. Der Optimismus überwiegt auf der Dornau, auch wenn momentan vieles noch unklar ist. Fakt ist: Aktuell ruht der Trainingsbetrieb komplett. Der FCD liegt in der 1.-Liga-Meisterschaft in der Gruppe 3 auf einem Abstiegsplatz, die Saison ist vorerst einmal unterbrochen worden. Im Frühling soll sie wieder aufgenommen und zu Ende gespielt werden. Auf die Frage, ob er persönlich auch daran glaubt, dass der Ball wieder rollen wird, sagt Müller: «Ehrlich, ich habe keine Ahnung.» Man wisse schlicht nicht, wie sich die Coronapandemie in nächster Zeit entwickeln wird. In den kommenden Tagen werde man sich im Vorstand besprechen, wann und in welcher Form wieder trainiert wird. Für Müller immerhin ein Lichtblick ist die Tatsache, dass die Kinder bis 16 Uhr weiterhin ihrem Hobby frönen dürfen.

Proaktiv zog der Handballclub Dietikon-Urdorf zu Beginn dieser Woche alle Teams vom Meisterschaftsbetrieb zurück. Jetzt, da die Saison offiziell unterbrochen ist und die Teams einen bundesrätlichen Trainingsstopp auferlegt erhalten haben, sagt Vereinspräsident Thomas Wüthrich: «Das Positive ist, dass wir jetzt eine gewisse Planungssicherheit haben.» Während die Erwachsenen nicht mehr als Team trainieren dürfen, wird man im Nachwuchs eine temporäre «U16» bilden und dort jene Kinder trainieren lassen, die nicht mehr im Kinderhandball (bis 13 Jahre) zugelassen sind. Wie genau trainiert werden soll und wie es mit den älteren Mannschaften weitergeht, wird man laut Wüthrich in den kommenden Tagen wissen.

Bei Unihockey Limmattal gilt Pause bis 8. November

Schon seit einer Woche ruht bei Unihockey Limmattal der Trainingsbetrieb in allen Teams. Nachdem Swiss Unihockey am vergangenen Freitag zur Überraschung vieler den sofortigen Unterbruch der nationalen Meisterschaft bekannt gegeben hatte, sistierte man in Urdorf sämtliche Trainingseinheiten bis und mit Sonntag, 8. November. «Wir wollen damit die Massnahmen von Bund, den Kantonen und unserem Verband unterstützen», so Vereinspräsident Daniel Vetter. Wie es beim 1.-Liga-­Klub ab dem 9. November weitergehen wird, ist noch nicht ganz klar. «Dass die Kinder bis 16 Jahre weiterhin Unihockey trainieren dürfen, ist sehr wichtig», so Vetter. Für ihn ist es auch keine Frage, dass der Nachwuchs bald wieder in die Halle darf, natürlich unter Einhaltung der geltenden Schutzmassnahmen. «Wir werden maximal 15 Kinder gleichzeitig trainieren lassen, eventuell müssen wir Gruppen machen.» Wie die Eltern reagieren werden und ob sie ihre Kinder in dieser schwierigen Zeit überhaupt ins Training schicken – man wird es sehen. «Es gibt noch einiges, das wir in den kommenden Tagen besprechen müssen», so Vetter. Beispielsweise ob und in welcher Form das Fanionteam trainieren wird.

Aufatmen und aufschlagen in Schlieren

Für die Faustballspielerinnen und -spieler ändert sich im Trainingsbetrieb nur wenig. Daniel Laubi, Präsident der Schlieremer Faustball-Riege, sagt dazu: «Da ich davon ausgehe, dass Faustball nicht als Kontaktsport gilt, dürfen unsere Mannschaften auch weiterhin wie gewohnt trainieren.» Will heissen, dass Kinder- und Erwachsenenteams keine Einschränkungen haben. Mit ein, zwei Ausnahmen allerdings. Es dürfen sich jeweils nur 15 Personen in der Halle aufhalten und wer nicht trainiert, trägt eine Maske.

Zudem ist das beliebte «Tschutten» als Aufwärmübung ab sofort passé. «Auch Basketball spielen wir jetzt nicht mehr», so Laubi. Die Hallenmeisterschaft wird bis Ende Dezember ausgesetzt, der nationale Verband hat dies bereits Anfang dieser Woche entschieden. Ob im Januar tatsächlich gespielt werden wird, werde man sehen, so Laubi weiter. So richtig daran glauben mag er allerdings nicht.

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