Dietikon
Nasse Komiker versprühen trockenen Humor in der Badi

Das deutsche Duo «Oropax» verwandelt die Badi Fondli in eine aufblasbare Show-Insel und überflutet das Publikum mit Wortwitz und guter Laune.

Anina Gepp
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So viele angezogene Gäste wie an diesem Abend hat das Freibad Fondli noch selten empfangen. Wo sich wenige Minuten zuvor noch sonnenhungrige die letzten Strahlen auf den Bauch haben scheinen lassen, nehmen kurz nach der Schliessung der Badi am Freitagabend die Zuschauer für die Comedy-Aufführung von «Oropax» Platz.

Eine trockene Angelegenheit wird der Abend trotzdem nicht. Das Motto des Chaostheaters: Pool-Position. Die beiden Brüder Thomas und Volker Martins sind dafür aus Deutschland nach Dietikon angereist.

Für nichts zu Schade

Schon zu Beginn der legendären Wasser-Show unter freiem Himmel wird das Publikum zünftig auf die Schippe genommen. Nachdem Dietikon von Thomas kurzerhand als Stadt im Kanton Aargau ernannt wird, schnappt Volker auch schon dem ersten Besucher das mitgebrachte Proviant weg. Die Tüte mit Chips wird kurzerhand aufgerissen, angegessen und danach ordentlich mit Wasser gefüllt.

Geben zu allem ihren Senf dazu - das Komikerduo Oropax
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Die beiden Brüder als Griechen
Thomas nimmt den Dietiker Stephan Bluem auf die Schippe
Thomas hat sich als Märchenfrosch gekleidet während Volker seine Angebete spielt
Thomas versteckt sich in seinem Kostüm, damit er nicht von der alten Dame geküsst wird
Stephan Bluem erhält die Aufgabe, den Komiker Thomas nasszuspritzen und bedient sich dafür kurzerhand einer anderen Requisite als gedacht
Wahre Schönheit kommt von innen, Volker trinkt deshalb Sonnencreme
Nicht ganz dicht - die beiden Brüder füllen eine Fischerhose mit Wasser

Geben zu allem ihren Senf dazu - das Komikerduo Oropax

Anina Gepp

Doch damit nicht genug. Einer aus dem Publikum wird für den ganzen Rest des Abends seinen Kopf hinhalten müssen, so viel wissen die eingefleischten Fans in den Zuschauerreihen. Fleissig wird untereinander getuschelt, wen es wohl treffen könnte. Und dann: Thomas zeigt auf einen Herren in der zweiten Reihe. «Du, wie heisst du», ruft er ihm von seinem grasbewachsenen Floss auf dem Wasser zu. Das Opfer säuselt: «Stephan» und lächelt gequält.

Mitten im Becken des Schwimmbads Fondli wird daraufhin eine simpel aufblasbare Insel zur Showbühne. Auf ihr tollen die zwei Brüder herum. Für jede Nummer schlüpfen sie in eine neue Rolle. Dabei überraschen sie mit ausgefeiltem Wortwitz, Sprachtempo und Aktualität. Zu Schade sind sie sich dabei für nichts. So mimt Thomas beispielsweise den Frosch aus dem Märchen, der geküsst werden soll, während sich Volker in einen engen Badeanzug mit Plastikbrüsten wirft.

Spontan oder inszeniert?

Was an der ganzen Aufführung wirklich einstudiert und was spontan inszeniert wird, ist für den Zuschauer oftmals schwierig zu beurteilen. Klar ist: Die Brüder vermögen das Publikum nicht nur mit auswendig gelerntem Text zu überzeugen. Denn als Stephan, der mit ganzem Namen Stephan Bluem heisst, seiner Opferrolle nicht nachkommt und die Komiker austricksen will, reagieren diese völlig gelassen und kontern gekonnt.

Nach der ersten Hälfte der Aufführung wechselt die Location und das ganze Publikum wandert mit. Volker, der sich mittlerweile in einen Skianzug im Look der 80-er Jahre geworfen hat, marschiert voran. «Auf zum Sprungturm», ruft er euphorisch. Das Highlight des Abends ist der dort stattfindende Sprung von drei Metern, den Thomas mit Skiern an den Füssen vollziehen will. Das Publikum feuert in an und schwups - der Komiker übt sich tatsächlich im Skispringen mit Wasserlandung.

Fleischkäse im Wasser

Nach gut eineinhalb Stunden mitten im Nass haben die Komiker genug Wasser geschluckt. Schliesslich beginnt direkt nach der Show auch schon das grosse Aufräumen. Denn im Wasser gelandet ist an diesem Abend so einiges: Von Fleischkäse, zu Prinzessinnen-Krönchen bis hin zu Zigarettenstummeln ging alles über Bord.

Bevor das Publikum aber entlassen wird, muss der arme Stephan nochmals dran glauben. Gleich mit zwei Wasserfontänen wird er nass gemacht. Schützen darf er sich dabei nur mit einem Wäschekorb. Der Dietiker nimmt es aber gelassen: «Ich weiss aus früheren Shows, dass es manchmal ganz schön derb zugehen kann.» Der Elektriker hat den Abend trotzdem geniessen können. «Es hat mir sehr gut gefallen. Ich finde es noch immer toll, wie spontan das Duo während des Auftritts auf Situationen eingehen kann.»

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