Kranunfälle
Nach vielen Unfällen in der Region will die Suva genauer kontrollieren

Die unübliche Häufung von Kranunfällen beschäftigt Kranunternehmen, doch auch die Suva will nach den letzten Ereignissen genauer hinschauen.

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Der umgestürzte Kran in Urdorf.

Der umgestürzte Kran in Urdorf.

Christian Murer

Letzte Woche stürzte in Urdorf ein Kran auf ein Mehrfamilienhaus. Nur zehn Tage davor passierte Gleiches in Uitikon und im vergangenen Jahr sorgten im Juni gleich zwei Unfälle in Dietikon für Aufsehen und im Oktober verletzten sich vier Bauarbeiter bei einem Kransturz in Affoltern am Albis.

War es einfach Pech oder liegt ein systematisches Problem vor? Nach der unüblichen Häufung von Kranunfällen in der Region befasst sich die Branche mit dieser Frage und die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva) sieht gemäss "Tages-Anzeiger" nach den jüngsten Vorfällen Handlungsbedarf. Zu den einzelnen Unfällen könne man zwar keine Stellung nehmen, wie Adrian Bloch, Bereichsleiter Bau, zum "Tages-Anzeiger" sagt. Dennoch will die Suva bei den jährlich rund 7500 Baustellenkontrollen künftig ein verstärktes Augenmerk auf Kräne richten. Auch sollen die von der Suva anerkannten Kranexperten gemäss Bloch zu erhöhter Aufmerksamkeit angehalten werden.

Die Aufräumarbeiten haben begonnen.
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Die Dachwohnung bleibt aber noch für Wochen unbewohnbar.
Die Gemeinde Urdorf hat noch bis Donnerstag Hotelzimmer für die Bewohner reserviert.
Insgesamt haben sieben Personen das Angebot der Gemeinde Urdorf in Anspruch genommen.
Beim Kranunfall wurde eine Person leicht verletzt.
Die Aufräumarbeiten beim durch den Kranunfall beschädigten Mehrfamilienhaus haben begonnen

Die Aufräumarbeiten haben begonnen.

Christian Murer

Kranfirmen aufgeschreckt

Kranfirmen geben die häufigen Unfälle zu denken. André Huber, Projektleiter bei der Winterthurer Firma Toggenburger, zeigt sich gegenüber dem "Tages-Anzeiger" erschrocken: «Die Vorfälle sorgen für viel Gesprächsstoff, es kursieren viele Gerüchte über die Ursachen. Da muss irgendwas schiefgelaufen sein.» Würden alle Vorgaben konsequent umgesetzt werden, könne ein Kran eigentlich gar nicht kippen, so Huber weiter.

Kranunternehmer Thomas Kaufmann von der Kaufmann Turmkrane AG in Oberhasli wehrt sich gegen eine Verallgemeinerung der einzelnen Unfälle. Es seien jeweils unterschiedliche Krantypen involviert gewesen und für die Ursachen gebe es verschiedene Erklärungsmöglichkeiten: Von mangelhafter Fundation über nachgebenden Untergrund bis zu teschnichen Defekten. Im hohen Kosten- und Termindruck im Baugewerbe sieht Kaufmann zwar ein nicht zu unterschätzendes Gefahrenpotenzial. Dennoch ist er überzeugt, dass gemessen an den 10'000 Turm-Drehkranen in der Schweiz sehr wenig passiere. (flo)

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