20 September, kurz nach Unterrichtsbeginn der fünften Klasse im Schulhaus Wolfsmatt in Dietikon: Es klopft an der Tür. Soweit, so gewöhnlich.

Was dann passiert, sprengt den Rahmen des Gewöhnlichen deutlich: Die Eltern eines Schülers stürmen hinein und attackieren die Lehrerin verbal und körperlich. Eine Schülerin erzählt im Blick: «Die Mutter schlug auf unsere Lehrerin ein und würgte sie. Sie rief: ‹I will kill you and your son.›» Die Polizei verhaftete die Eltern noch im Klassenzimmer.

Der Dietiker Schulvorsteher Jean-Pierre Balbiani bestätigte den Angriff, über den der "Blick" am Donnerstag berichtete.

Gemäss einem Elternbrief verschafften sich die Eltern eines Schülers trotz Platzverbot Zugang zum Klassenzimmer und griffen dort eine Lehrerin vor den Augen der Kindern verbal und körperlich an. Eine zweite Lehrerin wurde ebenfalls angegriffen. "Sie kam aus dem Nachbarzimmer dazu, um ihrer Kollegin zu helfen", sagte Balbiani.

Häusliche Gewalt?

Hintergrund der Tat dürfte eine vorsorgliche Massnahme der Kesb in Zusammenhang mit dem Kind sein, vermutete Balbiani. Denn die Schule hatte bei der Kesb eine Gefährdungsmeldung gemacht. "Es gab Hinweise auf häusliche Gewalt."

Diese Massnahme habe die Frau dann mit der Schule in Verbindung gebracht. "Sie suchte einen Sündenbock bei der Schule respektive der Lehrerin."

Der Lehrerin und den Schülern geht es laut Balbiani soweit gut. Sie wurden von einem Careteam betreut. Ausserdem habe die Schule zusammen mit der Polizei Massnahmen getroffen, um die Lehrerin und die Schüler zu schützen. (sda/mlu)