Dietikon
Nach 25 Jahren leitete Dirigent Franz Honegger sein letztes Jahreskonzert

Die Stadtmusik Dietikon zeigte an ihrem Jahreskonzert, dass sie unterschiedliche Stilrichtungen erstklassig beherrscht. Sie hatte auch fünf Gastgruppen geladen. Dirigent Franz Honegger war sehr zufrieden. Es war seine Abschiedsvorstellung.

Gioia Lenggenhager
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Konzert der Stadtmusik Dietikon
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Die 60-köpfige Formation der Stadtmusik unter der Leitung von Franz Honegger
Das Trio unter der Leitung von Carola Stutz tanzte zum Stück Smooth Criminal von Michael Jackson
Das Posaunensolostück am Jahreskonzert - links spielt Adrian Tonolla
Sutter und Pfändler nehmen Mike Shiva hoch
Die Stadtmusik Dietikon und der Gastpianist Armand Pirovino am Flügel

Konzert der Stadtmusik Dietikon

Gioia Lenggenhager

Mal mitreissende Marschmusik im Fortissimo, mal bekannte Pop-Klassiker zum Mitsingen, mal ruhige Jazzstücke mit gefühlvollen Trompetensolos, die dem Zuhörer die Nackenhaare aufstehen liessen: Die Stadtmusik Dietikon zeigte an ihrem Jahreskonzert, dass sie unterschiedliche Stilrichtungen erstklassig beherrscht. Doch die rund 60-köpfige Formation musste den Ruhm mit fünf Gastgruppen teilen.

Fliegender Wechsel

Besonders eindrücklich war die Perkussionsformation «Swiss Jungle Drummers». Unter der Leitung von Roger Küng, dem Schlagzeuger der Stadtmusik, wurde mit einem chinesischen Gong und asiatischen Xylofonklängen fernöstliche Musik angestimmt. Doch im gleichen Stück wechselten die Trommler nicht nur die Positionen an den über 30 Rhythmusinstrumenten, sondern auch mehrmals das Genre. Asiatische Melodien liefen in eine hawaiische Showeinlage des Elektro-Gitarristen über, bevor mit einem Schweizer Ländler-Ohrwurm geendet wurde.

Gekonnt war auch der Auftritt von Pianist und Gastmusiker Armand Pirovino am Flügel. Sein auswendig vorgetragenes Solo im Stück «Rhapsody in Blue» war technisch hochstehend und teilweise gar mit überkreuzten Händen gespielt. Nach der recht schweren Kost doppelte Pirovino mit einer gefühlvollen «Jugendsünde» nach - einem Stück, das er vor Jahren selber komponiert hatte.
Für heitere Momente sorgte das Duo Sutter und Pfändler. Die beiden Komiker rissen Witze auf Kosten von Schweizer Prominenz wie Carl Hirschmann, Mike Shiva, Martina Hingis, Roger Schawinski und Micheline Calmy-Rey.

«Hochklassig und durchsichtig»

Das Konzert war durch die Showeinlagen der Komiker, zweier unterschiedlicher Tambourengruppen, eines professionellen Pianisten und einer Flötistin abwechslungsreich, aber mit einer Dauer von rund dreieinhalb Stunden auch recht lang. Vor allem in der ersten Hälfte des Abends dominierten die Gastauftritte, während die Stadtmusik eher für Begleitungsmusik sorgte. Dies störte die rund 500 erschienen Gäste jedoch nicht: Ihr Echo war sehr positiv.

Auch der Dirigent war sehr zufrieden mit der Leistung der Formation. Sie hätte «hochklassig und durchsichtig musiziert», sagte Franz Honegger nach dem Konzert. Der Auftritt war sein letztes Jahreskonzert mit der Stadtmusik. Nach 25 Jahren wird er per Ende Jahr pensioniert.

Während sich die Zuhörer während mancher Stücke ob der mitreissenden Tanzmusik kaum auf den Stühlen halten konnten, sei er selber während des Dirigierens völlig absorbiert gewesen, sagte Honegger. «Um den Charakter des Stückes zu erfassen und es richtig zu inszenieren, muss ich mich völlig auf die Musik fokussieren.» Dann spüre er die Musik in jeder Faser seines Körpers.

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