Urdorf

Mit 72 Massnahmen soll das Dorf für die Zukunft gerüstet werden

Blick auf das Zentrum Spitzacker: Bis 2030 will Urdorf unter anderem den Ausweichs- und Durchgangsverkehr reduzieren.

Blick auf das Zentrum Spitzacker: Bis 2030 will Urdorf unter anderem den Ausweichs- und Durchgangsverkehr reduzieren.

Im neuen Leitbild zeigt der Gemeinderat auf, wie das Dorf bis 2030 für seine Bewohner noch attraktiver werden soll.

Der Schriftsteller und Pilot Antoine de Saint-Exupéry inspirierte nicht nur viele Millionen Menschen mit seinen Erzählungen, sondern auch die Gemeinde Urdorf. «Die Zukunft sollte man nicht voraussehen wollen, sondern möglich machen», zitiert Gemeindepräsidentin Sandra Rottensteiner (EVP) den Franzosen in der Einleitung zum neuen Leitbild. Darin zeigt die Gemeinde auf, wie sich das Dorf bis 2030 entwickeln soll.

Das Wichtigste zuerst: «Urdorf ist und bleibt Urdorf», sagt Rottensteiner auf Anfrage. Die Gemeinde habe weiterhin kein Interesse daran, zur Stadt zu werden. Auch wenn 2030 voraussichtlich rund 11 000 Einwohner in der Gemeinde wohnen werden (Ende 2018 waren es 9819) und Urdorf bereits heute alle Kriterien einer Stadt erfülle. Die Wohnungen für die über 1000 zusätzlichen Menschen sollen vor allem über innere Verdichtung entstehen. «Weil wir kaum Reservesiedlungsgebiet haben, wird eine sanfte Entwicklung stattfinden», sagt Rottensteiner.

In der animierten Zukunft

Auf der Gemeindewebsite wird das neue Leitbild auch als Video präsentiert: «Möchten Sie mehr über das Urdorf der Zukunft erfahren? Gerne nehmen wir Sie mit auf eine Reise ins Jahr 2030», sagt eine sonore Stimme, begleitet von fröhlicher, etwas generischer Musik. Animierte Zeichnungen führen in die 13 thematischen Kapitel ein, die die Behörden in den nächsten 11 Jahren beschäftigen werden. Inhaltlich ist das Leitbild sehr breit ausgelegt. Von Wohnen und Arbeiten über Mobilität bis zur Digitalisierung wird alles angeschnitten.

In Schrift ist das ganze Programm etwas weniger gut verdaulich. «46 Ziele, 63 Stossrichtungen und 72 konkrete Massnahmen» hat der Gemeinderat zusammen mit der Geschäftsleitung der Verwaltung ausformuliert, wie er gestern mitteilte. Die Ziele beschreiben die generelle Ausrichtung. Mit den Stossrichtungen werden die Ziele präzisiert und daraus wurden schliesslich die Massnahmen abgeleitet. «Das Leitbild ist ein wichtiges Instrument, um zielgerichtet arbeiten zu können», sagt Rottensteiner. Sonst könne man sich schnell im Moment verlieren und vergessen, nach vorne zu denken. Deshalb habe man viel Aufwand in die Umsetzung investiert. Jedes Jahr soll Bilanz gezogen und die Massnahmenagenda aktualisiert werden.

Die grundsätzliche Stossrichtung der Gemeinde hat sich nicht verändert, seit die Exekutive 2014 ihr Leitbild bis 2020 präsentierte. Der Gemeinderat setze sich zum Ziel, dass die Urdorfer Bevölkerung und die im Dorf angesiedelten Unternehmungen in hohem Mass zufrieden sind, so Rottensteiner. Die gute Lage und weitere Standortvorteile wie das gut funktionierende Gemeinwesen mit aktivem Vereins- und Sozialleben sollen mit Weitsicht weiterentwickelt werden. «Wir sind stadtnah und trotzdem im Grünen gelegen. Das wollen wir ausgewogen leben.»

Raumplanung und Apéros

Die aufgelisteten Massnahmen sind vielfältig und auf ganz unterschiedlichen Ebenen verortet. Bei der «Siedlungsentwicklung» werden grosse Herausforderungen wie die Überarbeitung des kommunalen Richtplans, die Umsetzung der Strategie für den Wirtschaftsraum Urdorf-Nord und die anstehende Revision der Bau- und Zonenordnung aufgeführt.

Aber auch ganz konkrete Änderungen haben ihren Weg in das Leitbild gefunden. So wird im Kapitel «Freizeit und Kultur» festgehalten, dass der Neujahrsapéro künftig auf dem Muulaffeplatz stattfinden wird und die Kulturkommission die Gemeindewebsite noch besser für ihre Veranstaltungen nutzen soll. Beim «Wohnen» ist vermerkt, dass der Neuzuzügeranlass umgestaltet werden soll. Und in puncto «Mobilität» will die Gemeinde die guten Strassen- und öV-Verbindungen weiterentwickeln und den Ausweichs- und Durchgangsverkehr minimieren.

Das ganze Leitbild kann auf der Gemeindewebsite nachgelesen werden. Einzelne Massnahmen will Gemeindepräsidentin Rottensteiner nicht in den Fokus rücken: «Das Gesamtbild ist mir wichtig. Die Bürgerinnen und Bürger können sich selbst einen Überblick verschaffen.»

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