Silvesterfeuerwerk
Letztes Jahr brannten gleich mehrere Balkone, im Coronajahr verträgt es keine Silvester-Unfälle

Der Kanton verbietet zwar kleine Feiern mit Feuerwerk nicht – aber er erinnert an die Verhaltensregeln. Diese müssen auch an Silvester eingehalten werden.

Carmen Frei
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Kein öffentliches Feuerwerk, keine Silvesterpartys, kein Anstossen in der Lieblingsbar mit Kollegen: An diesem Silvester fällt so einiges weg. Alle offiziellen Feuerwerke wurden abgesagt, auch ein «Silvesterzauber Light», der in der Stadt Zürich hätte stattfinden sollen, musste gestrichen werden.

Allerdings ist im Kanton Zürich Feuerwerk im privaten Kreis grundsätzlich nicht verboten. Dies bestätigt Cristina ­Casanova, stellvertretende Regierungssprecherin, auf Anfrage. «Es gilt aber zu beachten, dass es keine Darbietung sein darf, die im öffentlichen Raum Menschenansammlungen, also Zuschauerinnen und Zuschauer, verursachen würde», erklärt sie. Zum Jahreswechsel gelten die Massnahmen des Bundes nämlich weiterhin.

Nach den Regeln, die vom Bundesrat am 18. Dezember festgelegt wurden, heisst das genauer: An privaten Anlässen gilt die Obergrenze von zehn Personen. Auch bei Treffen im öffentlichen Raum im Kanton Zürich darf diese Zahl nicht überschritten werden, im Kanton Aargau gilt sogar eine Obergrenze von fünf Personen. Die ­Hygiene- und Abstands­vorschriften müssen in allen Fällen zwingend eingehalten werden. Die Empfehlung, dass sich nur zwei Haus- halte treffen, gilt weiterhin. «Eingegriffen würde an Silvester dann, wenn es zu Menschenansammlungen käme oder die Verhaltensregeln nicht eingehalten würden», so Casanova.

Bei Feuerwerken ist Vorsicht geboten

Einem Feuerwerk im privaten Umfeld steht also trotz Corona und Veranstaltungsverbot nichts im Weg. Im Limmattal wird an verschiedenen Stellen Feuerwerk angeboten. Doch auch wenn ein Feuerwerk erlaubt bleibt, sollte es mit Vorsicht gehandhabt werden. Auch Cristina Casanova verweist neben den Corona-Vorgaben des Bundes auf die Verhaltensvorschriften der Hersteller der Feuerwerkskörper.

Dass Vorsicht geboten ist, zeigte der Brand eines Balkons in Schlieren am letzten Silvester. Ein Feuerwerkskörper landete auf einem Balkon an der Grabenstrasse. Das entstandene Feuer im drittobersten Stock eines Mehrfamilienhauses breitete sich auf die beiden darüber liegenden Balkone aus und verursachte einen Sachschaden von etwa 100 000 Franken. Damit sich ein solcher Vorfall nicht wiederholt, sollten die Sicherheitsvorschriften der Hersteller genau beachtet werden.

Die Gesundheit der Bevölkerung ist Priorität

Florian Frei, Sprecher der Kantonspolizei Zürich, erklärt, dass in der Silvesternacht die Einhaltung der Coronamassnahmen im Rahmen der Pa­trouillentätigkeit kontrolliert werden wird: «Wir gehen Meldungen nach und werden wie bis anhin verhältnismässig vorgehen.» Auch für die Kantonspolizei stehe die Einhaltung der Massnahmen des Bundes klar im Vordergrund. «Hier appellieren wir auch an die Bevölkerung, dass man sich daran hält», sagt Frei. Die Polizei werde sich an Silvester ähnlich wie an Weihnachten verhalten. «Wir kontrollierten die Einhaltung der Massnahmen auch nicht aktiv zu Hause», erklärt er. Die Polizei unterhalte sich mit den Personen und wenn reagiert werde, dann gebe es keine Verzeigung. «Erst wenn mehrfach gegen die Vorgaben verstossen wird, werden wir verzeigen», sagt Frei. Ob es heuer an Silvester mehr zu tun gebe, könne er nicht voraussagen. «Unser Ziel ist es, die Gesundheit der Kantonsbevölkerung zu schützen.»

Durch einen vorsichtigen Umgang mit Feuerwerkskörpern oder den Verzicht darauf können Schäden und Verletzungen von Personen, wie sie in den vergangenen Jahren nach Silvester immer wieder vermeldet wurden, vermieden und somit eine weitere Belastung der Spitäler verhindert werden.