Der Lehrermangel hinterlässt auch in Oetwil, Geroldswil und der Fahrweid seine Spuren. «Wir hatten es noch nie so schwer wie dieses Jahr. Es sind noch nicht alle Vakanzen im schulischen Bereich besetzt», sagte Primarschulpflegepräsidentin Daniela Kugler an der Schulgemeindeversammlung gestern Abend im Singsaal des Schulhauses Fahrweid. Die Schulpflege sei aber zuversichtlich, dass bis zum Schulbeginn im August alle Stellen besetzt sind.

Bereits geklärt ist die Nachfolge von Lorenzo Conte, der Ende Schuljahr als Schulleiter der Schule Huebwies aufhört. Seine Nachfolge werden sich Andrea Stadelmann mit einem 60-Prozent-Pensum und Jürg Haupt mit einem 40-Prozent-Pensum teilen. Als neue Leiterin der Schulverwaltung ist seit Kurzem Barbara Ammann ad interim tätig, die sich schon an zahlreichen anderen Schulen, zum Beispiel in Dietikon, als Springerin bewährt hat. Ammann folgte auf Karin Böni, die die Schule nach zwei Jahren verliess.

Im April 2020 wird gefeiert

Eine definitive Besetzung der Stelle erfolgt vorerst noch nicht. Denn die Primarschulpflege arbeitet derzeit sowieso an einer Reorganisation beziehungsweise einer Anpassung der Führungsstruktur. Diese Arbeiten befinden sich auf der Zielgerade: Nach den Sommerferien will die Schulpflege die Reorganisation zuhanden der Rechnungsprüfungskommission verabschieden. Im Dezember soll dann die Schulgemeindeversammlung darüber abstimmen. Im Zuge der Reorganisation sollen voraussichtlich auch die Pensen in der Schulverwaltung und -leitung erhöht werden. Zahlreiche kantonale Richtlinien und das nach wie vor andauernde Wachstum der Schule führen zu Mehrbelastungen, auch in der Schulpflege. «Wir müssen ausreichende Ressourcen auf operativer Ebene schaffen, damit das Amt als Schulpflegerin oder Schulpfleger wieder miliztauglich wird», sagte Schulpräsidentin Kugler.

Ein Sinnbild für das genannte Wachstum ist der Ersatzbau Huebwies, in Geroldswil am Standort des alten Singsaaltrakts. Vor einem Jahr hatte das Volk dem 6,4-Millionen-Franken-Kredit dafür deutlich zugestimmt. Diesen Sommer ist die Aufrichte. Am 3. und 4. April 2020 steigt dann die Einweihungsfeier, wie Kugler in den Mitteilungen zum Ende der gestrigen Versammlung erklärte.

Im offiziellen Teil der Primarschulgemeindeversammlung gab es nur ein Traktandum: die Jahresrechnung 2018. Diese hatte bei einem Aufwand von rund 14,4 Millionen Franken und einem Ertrag von 14,5 Millionen mit einem Ertragsüberschuss von 122 000 Franken abgeschlossen. Budgetiert war ein Ertragsüberschuss von 377 000 Franken. Die Primarschulgemeinde Oetwil-Geroldswil schloss somit um 255 000 Franken schlechter ab als budgetiert, konnte aber beim Eigenkapital die 3-Millionen-Franken-Grenze durchbrechen, es ist von rund 2,93 auf neu 3,05 Millionen Franken angestiegen.

«Das verdient ein grosses Bravo»

Zwei Hauptaussagen zur Rechnung habe sie, erklärte Finanzvorständin Christine Sieber der Versammlung. Neben dem Ertragsüberschuss erwähnte sie die Mindereinnahmen bei den Steuern: Es wurde über eine halbe Million Franken weniger eingenommen als budgetiert.
Erwin Bühler, Präsident der Rechnungsprüfungskommission, lobte die Fast-Punktlandung beim Aufwand, wo ein Minderaufwand von nur rund 0,35 Prozent resultierte. «Das verdient ein grosses Bravo», sagte Bühler. Die 22 Stimmberechtigten genehmigten die Rechnung sodann einstimmig.

An der Primarschule Oetwil-Geroldswil (abgekürzt: PSOG) werden insgesamt 769 Kinder unterrichtet.