Urdorf

Lagerfeuer und Traditionen in Corona-Zeiten – die Pfadi Urdorf trotzt dem Virus mit Schutzkonzept

Die Urdorfer Pfadfinder haben ihre Zelte im bernischen Lüscherz aufgeschlagen. Die aussergewöhnliche Corona-Situation hat bei der Planung eine spezielle Rolle gespielt.

Endlich war es soweit. Letzten Samstag sind 43 Kinder und Jugendliche mit 14 Leitern aus Urdorf ausgezogen, um auf dem idyllisch gelegenen Zeltplatz vis-à-vis der St. Petersinsel nach dem kostbaren Goldschatz zu graben. Auf diesem traumhaft gelegenen Stück Erde hat die Pfadi-Goldgräberschar eine eindrückliche Zeltstadt aufgebaut. Wie immer imposant und einladend kommen das Esszelt sowie die Küche daher. Dort bereitet das Kochteam mit Stefan «Triak» Schaffner, Susanne Steiner und Patrick «Spatz» Müller während zehn Tagen Menüs mit mindestens sechzehn Sternen am Gourmethimmel zu.

Nach dem montäglichen Morgenessen schulen sich die Jugendlichen für die Jungpfader-Prüfung. Eine Gruppe übt sich in Seilkunde. Eine andere bildet sich in Blachenkunde weiter und vertieft sich ins Kartenlesen. Sie lernen zu schätzen und zu messen oder memorieren ihre Samariterkenntnisse. Gefragt ist auch Wissen über Geschichtliches aus der Pfadibewegung. Wer hier erfolgreich abschliesst, bekommt das Jungpfader-Abzeichen, das er dann ans Pfadihemd nähen darf.

Spielerisch vertreibt sich die Wölflischar den sonnigen Sommertag. Da lockt der nahe Bielersee mit Böötlen und Schwimmen. Die Buben und Mädchen finden all diese Aktionen «total cool». Zufrieden mit dem ersten Camp-Tag ist auch Lagerleiter Nicolas «Parapic» Scheurer: «Die Wöflis und Pfadis haben gut bis sehr mitgemacht.»

Pfadilager mit Schutzkonzept

Natürlich habe die aussergewöhnliche Situation bei der Planung eine spezielle Rolle gespielt. «Da wir heuer das 50-Jahr-Jubiläum der Pfadi URO feiern, haben wir das Sommerlager der Pfadis und das Herbstlager der Wölfli zusammengelegt», sagt Nicolas Scheurer. Leider hätten sie jedoch die Jubiläumsfeier aufs kommende Jahr verschieben müssen.

Für ihn und das ganze Team sei sehr lange nicht klar gewesen, ob das Lager überhaupt durchgeführt werden könne. «Ende Juni, anfangs Juli kam dann von der Pfadibewegung Schweiz das Okay, dass wir das Sommerlager mit Schutzkonzept durchführen dürfen», sagt der Lagerleiter. Die speziellen Herausforderungen für die Lagergemeinschaft seien die Hygienemassnahmen mit Händewaschen, Desinfizieren und die vorgeschriebenen Abstandsregeln. «Deshalb konnten wir vom Distrikt einen 30-Liter-Kanister mit Desinfektionsmittel und mehrere Zelte auftreiben», sagt der 24-jährige Chemiker. «Ein Pfadilager lebt auch in Corona-Zeiten von Ritualen, Traditionen, Ämtlis, Lagerfeuer, Geländespielen und Ateliers verschiedenster Art. Und es hat auch ein Motto.» In diesem besonderen Sommerlager geht es um Piraten und Goldgräber.

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