Limmattal
Kriminalpolizisten wurden in Dietikon stationiert

Die Ermittlungsabteilung «Allgemeine Kriminalität» Limmattal/Albis mietet Büros an der Kirchstrasse 21. Grund für die Einmietung ist der Platzmangel im Bezirksgebäude.

Pablo Rohner
Drucken
Teilen
Die Kantonspolizei im Bezirksgebäude: Hier hatte es keinen Platz für die Angehörigen der Kriminalpolizei.

Die Kantonspolizei im Bezirksgebäude: Hier hatte es keinen Platz für die Angehörigen der Kriminalpolizei.

Nur ein Etikett mit der Aufschrift «Kantonspolizei» am Briefkasten gibt Auskunft über die neue Nutzerschaft der Räumlichkeiten an der Kirchstrasse 21. Eine Klingel gibt es nicht. Seit dem 1. Oktober unterhält dort die Ermittlungsabteilung «Allgemeine Kriminalität» Limmattal/Albis der Kriminalpolizei einige Büros. Grund für die Einmietung ist der Platzmangel im Bezirksgebäude.

Rund 10 Arbeitsplätze in Dietikon

Polizisten der Ermittlungsabteilungen «Allgemeine Kriminalität» seien im Zuge der Reorganisation der Kriminalpolizei in verschiedenen Regionen stationiert worden. Dies teilte Werner Benz, Chef der Kommunikationsabteilung der Kantonspolizei Zürich, auf Nachfrage der Limmattaler Zeitung mit. In Dietikon würden im Endausbau zehn Mitarbeiter beschäftigt, so Benz.

In der Antwort des Zürcher Regierungsrates auf eine Anfrage der Kantonsräte Lorenz Habicher (SVP) und Gabi Petri (Grüne) zur Umrüstung der Kantonspolizei ist die Rede von insgesamt rund 20 Arbeitsplätzen, verteilt auf die neuen Büros in den Städten Dietikon und Uster. Die Standorte der neuen Ermittlungsabteilungen «Allgemeine Kriminalität» decken sich damit mit denjenigen der regionalen Staatsanwaltschaften und der regionalen Polizeien der Kantonspolizei. Das solle die Zusammenarbeit zwischen den Partnerbehörden vereinfachen, heisst es weiter in der Antwort.

Im April 2012 begann die modernisierte Kriminalpolizei zu operieren. Beschlossen wurde die Erneuerung im Rahmen der Organisationsüberprüfung «Progress» schon 2011. Progress hatte verschiedene Gründe und Ziele. Wie dem Geschäftsbericht der Kantonspolizei von 2011 zu entnehmen ist, gaben Veränderungen in Gesellschaft und Technologie den Anstoss zum Projekt. Die Progress-Analysten verweisen im Geschäftsbericht unter anderem auf die Konsequenzen aus Internet, Migration und der voranschreitenden Entwicklung hin zur 24-Stunden-Gesellschaft. Der Regierungsrat gibt als weitere Ursache für die Umstrukturierung den vergrösserten Ermittlungsaufwand der Kriminalpolizei an. Dieser habe sich aus der Schweizerischen Strafprozessordnung, die 2011 in Kraft trat, ergeben. Ausserdem würden die Ermittlungen immer öfter komplexe technische Verfahren erfordern. Insbesondere das verstärkte Aufkommen der Internetkriminalität treibe diese Entwicklung voran. Die Progress-Analysten fassten ihre Erkenntnisse in fünf Kernhypothesen zur Behebung der Probleme. Vereinfacht gesagt, beschlossen sie darin eine neuartige Arbeitsteilung zwischen in Zürich stationierten Spezialeinheiten und den regionalen Ermittlungsabteilungen «Allgemeine Kriminalität». Letztere arbeiten verstärkt mit den Regionalpolizeien und zusammen.

In den zentralen Räumlichkeiten der Kriminalpolizei in Zürich gab es dank Progress Platz. Dieser wurde neu genutzt. In Zürich entstand so das neue Kompetenzzentrum zur Bekämpfung der Internetkriminalität und die technische Ermittlungsunterstützung wurde verstärkt. Ermöglicht wurde die Umnutzung durch die Verlegung der 20 Arbeitsplätze nach Dietikon und Uster. Nicht weit von den neuen Dietiker Büros der Kriminalpolizei entfernt, sind im Bezirksgebäude die Regionalpolizei und die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis untergebracht.

Kein Platz im Bezirksgebäude

«Die Räume an der Kirchstrasse mussten wegen Platzmangels im Bezirksgebäude gemietet werden», teilt der Kommunikationschef der Kantonspolizei Werner Benz mit. Die Platzsituation im Bezirksgebäude gab schon während Planung und Bau zu reden. Bereits vor seiner Eröffnung klagten die darin beherbergten Abteilungen über Platzprobleme. Weil für Entwicklungen wie diejenige der Kriminalpolizei keinerlei Reserven eingeplant wurden, müssen die verlegten Kriminalpolizisten nun mit den ehemaligen Büros der Limmattaler Zeitung vorlieb nehmen.

Aktuelle Nachrichten