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Kein Wegrecht zum Bahnhof: «Wir sind bemüht, eine Lösung zu finden»

Der linke Bahnweg ist seit 2017 gesperrt. Rechts ist der Bahnweg noch zugänglich, aber auch hier handelt es sich um privates Grundeigentum.

Der linke Bahnweg ist seit 2017 gesperrt. Rechts ist der Bahnweg noch zugänglich, aber auch hier handelt es sich um privates Grundeigentum.

An der Uitiker Gemeindeversammlung wurde auch über den erschwerten Zugang zur Station Waldegg diskutiert.

Umwege sind per se mühsam. Darum nerven sich Uitikerinnen und Uitiker darüber, dass der direkte Zugang zur Station Waldegg seit 2017 nicht mehr zugänglich ist.

Damals wurde das letzte Stück des Bahnwegs mit Zäunen abgesperrt (die Limmattaler Zeitung berichtete). Die Zauntore: abgeschlossen. «Privat», steht darauf. Seither gehen die Bahnkunden um das Restaurant Waldesruh herum oder durch dessen Gartenterrasse, also auch über Privatgrund. Diese Varianten sind nur so lange zugänglich, wie es das Wohlwollen der Eigentümerschaft zulässt. Es gibt zwar zurzeit keine Pläne, den heutigen Zugang zum Bahnhof zu sperren. Aber das Risiko bleibt. Dann bliebe nur noch der Weg über die Neuhausstrasse – ein langer Umweg.

Die Gemeinde arbeitete einst an einem Projekt für einen neuen Zugang. Aber vergebens. Denn die Sihltal-Zürich-Üetliberg-Bahn muss ihre Station Waldegg rund 50 Meter bergwärts verschieben, um das Behindertengleichstellungsgesetz zu erfüllen. Die heutige Station befindet sich in einer leichten Kurve, weshalb zwischen Perron und Zug stets ein zu grosser Spalt bleibt. Auch heutige Technik kann diese Kurvenproblematik nicht lösen. Darum die Verschiebung der Station in Richtung Berg, wo das Gleis schön gerade ist. Die Folge: Wer mit dem Bus zum Bahnhof fährt, hat dann von der Bushaltestelle zum Perron einen noch längeren Weg zu Fuss. Womöglich zu lange, zum Beispiel für nicht mehr rüstige Senioren oder Gehbehinderte.

Ein Einwohner stellte deshalb im Vorfeld der Gemeindeversammlung eine Anfrage an den Gemeinderat. Er möchte eine Lösung sehen. Der Gemeinderat eigentlich auch. Aber er hat kaum eine Handhabe.

Die alten Eigentümer des Waldesruh-Areals wollten der Gemeinde weder ein Stück Land verkaufen noch ein Wegrecht eintragen. Denn das wäre ein Handicap für dieses private Grundeigentum, wie Tiefbauvorstand Markus Stäheli (SVP) in der Diskussion erklärte. Mit den neuen Eigentümern könne man reden, aber auch sie wollen keine Weg-Dienstbarkeit eintragen oder dergleichen. «Solange es das Restaurant gibt, haben wir aber gemeinsame Interessen», so Stäheli. Denn Passanten sind Gaststätten förderlich. Gemeindeschreiber Sinisa Kostic, der die schriftliche Antwort auf die Anfrage verlas, erklärte, dass auch in Anbetracht des geplanten Umbaus des Waldesruh-Gebäudes und dem Neubau eines Doppel-Einfamilienhauses auf dem Areal des heutigen Schopfes weiter Gespräche geführt werden. «Wir können versichern, dass wir mit den betreffenden Personen konstant in Kontakt und bemüht sind, eine Lösung zu finden. So wie es jetzt ist, ist es nicht befriedigend. Aber wir müssen uns mit der Realität auseinandersetzen und bleiben dran», erklärte zudem Gemeindepräsident Chris Linder (FDP). Bauvorständin Susanne Bereuter (parteilos) ergänzte, dass es das Restaurant Waldesruh auch nach dem Umbau noch gebe. «Frequentieren Sie dieses möglichst oft, dann bleibt auch der Zugang gewährleistet. Das ist der Beitrag, den wir alle leisten können», lautete ihr Ratschlag.

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