Kultur

Kanton gibt doch grünes Licht für Drive-in-Bühne in der Silbern – ab Mitte Juni, mit Schutzkonzept

Dass die Drive-in-Bühne und das Autokino nun doch bewilligt werden, hat mit den unterdessen vom Bund geänderten Spielregeln zu tun.

Dass die Drive-in-Bühne und das Autokino nun doch bewilligt werden, hat mit den unterdessen vom Bund geänderten Spielregeln zu tun.

Der vom «Gleis 21», der Pestalozzi AG und dem Duo Lapsus in Dietikon geplante Anlass kann durchgeführt werden – allerdings nicht wie vorgesehen über Pfingsten sondern erst Mitte Juni.

Die Enttäuschung war gross, als der Kanton der geplanten Drive-in-Bühne für Comedy-Acts in Dietikon Ende letzter Woche eine Absage erteilte. Der Verein Gleis 21 wollte zusammen mit der Pestalozzi AG und dem Dietiker Komikerduo Lapsus eine Veranstaltung mit Künstlern wie Gabriel Vetter und Stefan Heuss sowie einen Gottesdienst durchführen. Sie hätte über die Pfingstfeiertage auf dem Pestalozzi-Gelände stattfinden sollen. Wie bei einem Autokino hätten die Besucherinnen und Besucher die Darbietungen vom Auto aus verfolgt, um so die Schutzmassnahmen im Zusammenhang mit der Verbreitung des Coronavirus einzuhalten. Doch der Kanton sagte Nein.

Nun folgt die Kehrtwende. Gestern erhielten die Organisatoren von der Justizdirektion doch noch grünes Licht für ihr Vorhaben, wie sie in einer Mitteilung schreiben. «Wir wurden vom Entscheid überrascht, freuen uns aber sehr, dass es doch noch möglich ist, unsere Idee umzusetzen», sagt Mitorganisatorin Muriel Pestalozzi von der Pestalozzi AG auf Anfrage.

Auch Autokino in Dietlikon erhält Bewilligung

Ein Wermutstropfen bleibt allerdings. Denn der Anlass kann nicht wie vorgesehen über Pfingsten durchgeführt werden. Dafür kam der Entscheid des Kantons zu spät. Die Drive-in-Bühne so kurzfristig auf die Beine zu stellen, ist aus Sicht der Organisatoren nicht möglich. Zumal man den Künstlern nach dem ersten, negativen Entscheid wieder habe absagen müssen, so Pestalozzi. Doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben.

Geplant ist nun, am 12. und 13. Juni sowie am 19. und 20. Juni auf dem Pestalozzi-Areal ein Drive-in-Comedy-Spektakel durchzuführen. Wer dann auftreten wird, ist noch nicht ganz klar. Ihren Auftritt bereits definitiv zugesagt haben das Duo Lapsus, Stefan Heuss, Charles Nguela, das Chaostheater Oropax und Anet Corti.

Ein Happy-End gibt es aber nicht nur für die Drive-in-Bühne in Dietikon, sondern auch für das Autokino in Dietlikon. Es wurde, nachdem der Kanton den Betrieb untersagte, nun doch erlaubt. Der Betreiber des Autokinos auf dem Parkplatz des Jumbo-Marktes erhielt am Montagabend den Anruf vom Kanton. «Ein Beamter hat mich angerufen und gesagt, er habe gute Nachrichten für mich –nämlich, dass ich eine Ausnahmebewilligung für mein Autokino in Dietlikon erhalten habe», sagte Mika Steinmann gegenüber «20 Minuten». Damit habe er nicht gerechnet. Nun sei er aber überglücklich. «Die Gesundheit wird in einem Autokino, wo alle in ihren Autos sitzen bleiben, nicht gefährdet.» Für die kommenden Tage stehen nun Filmklassiker auf dem Programm, unter anderem Pulp Fiction und E.T.

Dass die Drive-in-Bühne und das Autokino nun doch bewilligt werden, hat mit den unterdessen vom Bund geänderten Spielregeln zu tun, wie aus der Verfügung der Justizdirektion hervorgeht. So hat der Bundesrat am 20. Mai entschieden, dass Gottesdienste ab dem 28. Mai wieder stattfinden dürfen, sofern ein Schutzkonzept vorliegt. Gestützt darauf, habe die Justizdirektion ihre Praxis in Bezug auf die Bewilligung von Veranstaltungen, die ausschliesslich in Autos stattfinden, überprüft und dem Autokino eine Ausnahmebewilligung erteilt.

«Risiko in Auto ist vernachlässigbar»

Eine solche brauche auch die Comedy-Veranstaltung in Dietikon, nicht aber der geplante Gottesdienst, heisst es in der Verfügung weiter. Eine Ausnahmebewilligung kann demnach erteilt werden, «wenn überwiegende öffentliche Interessen dies gebieten und zusätzlich ein Schutzkonzept vorgelegt wird». Beides ist bei der Drive-in-Bühne gegeben. «Zwar überwiegen solche Interessen das entgegenstehende Interesse an der Verhinderung der Ausbreitung des Coronavirus in der Regel nicht. Bei Veranstaltungen, die im Auto stattfinden, ist dieses Risiko hingegen grundsätzlich vernachlässigbar», schreibt die Justizdirektion.

Und auch mit dem vorgelegten Schutzkonzept ist man seitens des Kantons einverstanden. Dieses sieht unter anderem vor, dass die Tickets nur online gekauft werden können und dabei die Personalien angegeben werden müssen. Zudem müssen die Fenster der Fahrzeuge geschlossen bleiben.

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