Dietikon
Kabarrettist Stahlberger füllt den Stadtkeller

Der Kabarettist Manuel Stahlberger brachte mit seinem Programm «Neues aus dem Kopf» hochstehenden Wortwitz in den Stadtkeller.

Anina Gepp
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Kabarettist Manuel Stahlberger lockte Zuschauer aus der ganzen Schweiz nach Dietikon. Sein Auftritt war im Nu ausverkauft.

Kabarettist Manuel Stahlberger lockte Zuschauer aus der ganzen Schweiz nach Dietikon. Sein Auftritt war im Nu ausverkauft.

Anina Gepp

Ein Mann knapp über 40 mit silbrigem Seidenhemd und schwarzem Anzug betritt die Bühne. Dichter Nebel steigt empor. Aus den Lautsprechern dröhnt Partymusik. Manuel Stahlberger tanzt, als wäre er in einer Disko. Die Zuschauer im Dietiker Stadtkeller applaudieren. Viele sind gekommen: Der Auftritt am Freitagabend war schnell ausverkauft, auch auf der Treppe sitzen Zuschauer.

Der in St. Gallen geborene Kabarettist ist nach seiner ersten Nummer sichtlich ausser Atem. Er setzt sich in einen bequemen Bürosessel. Diesen Platz wird er im Verlauf des Abends immer wieder einnehmen, wenn er seine Comics auf der Leinwand vorführt.

Nachdem sich Stahlberger ausführlich über seine eigene Fitness lustig gemacht hat, führt er das Publikum in die computergesteuerte Jagd nach Karma-Punkten ein. Das Ziel dabei: Das triste Dasein als Regenwurm zu verlassen und irgendwann ein Mensch zu werden. Im Spiel können nicht nur Nasen, Augen und Ohren der gewünschten Spielfigur gewählt werden, sondern auch Geschlechtsteile oder Pickel. Detailreich hat der Kabarettist die einzelnen Spielebenen gezeichnet und projiziert sie an die Wand.

Der Kleinkünstler reflektiert in seinem neuen Soloprogramm «Neues aus dem Kopf» neben Lebensfragen auch banale Alltagsgrotesken. Seine Erzählungen illustriert er mit simplen Schwarz-Weiss-Skizzen. Die Lieder begleitet er mit der Gitarre. Mit einem Mischpult lässt er den Takt einfliessen.

Das wohl beliebteste Stahlberger-Sujet sind Jasskarten. Diese lässt er durch seine Zeichnungen regelrecht zum Leben erwachen. So werden sie kurzerhand zu Musical-Darstellern, allerdings nur die Nichtraucher unter ihnen. Die paffenden Protagonisten jassen währenddessen lieber eine Runde. Stahlberger schreckt auch nicht davor zurück, eine französische Herzdame mit einem Schweizer Ober zu verkuppeln und deren Hochzeit zu feiern.

Stahlbergers Auftritt gefällt, wem der trockene Humor zusagt. Die Inhalte sind oft sarkastisch. Das junge Paar Ursula Sieber und Simon Danner aus Schaffhausen ist begeistert. «Mein Freund hat mir die Karten zum Geburtstag geschenkt und damit voll ins Schwarze getroffen», sagt Sieber. Bisher habe sie Stahlberger nur aus dem Fernsehen gekannt. Auch Danner ist begeistert. «Der Typ ist einfach genial. Und die Musik extrem cool.»

Neben allen witzigen Nummern streut Stahlberger ab und zu auch Ernstes ein. Er besingt ein Zufalls-Rendezvous in einem Kurhotel, wo sich alte Schulkollegen wieder treffen, die schon früher heimlich ineinander verliebt waren. Sowieso handeln viele Stücke von Beziehungen, sowohl von guten als auch von schlechten.

Offensichtlich gefällt das nicht nur dem jungen Publikum: Das ältere Ehepaar Silvia und Paul Wertli aus Dietikon lacht an diesem Abend ebenfalls viel. «Sagenhaft gut», lautet ihr Fazit.

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