Im Dezember 2014 haben Isabelle Cart und Eric Maier als Stiftungsräte die Leitung des Bruno-Weber-Parks übernommen. «Bereits am 4. April dieses Jahres konnten wir den Park wieder eröffnen», sagt Cart, sichtlich erfreut. Jetzt gehe es darum, dem Park auch eine organisatorische Struktur zu geben, denn, so Cart: «Bisher war alles eher chaotisch, aber nur im Chaos kann so etwas einmaliges entstehen wie das Werk von Bruno Weber.»

Bruno Weber Park ist gerettet - im April 2015 wird er wiedereröffnet

Bruno Weber Park ist gerettet - im April 2015 ist er wiedereröffnet worden

Isabelle Cart ist sichtlich erfreut, wenn sie Revue passieren lässt, was sich in den vergangenen Monaten in ihrem Leben getan hat: Im Dezember 2014 hat sie als Stiftungsratspräsidentin die Leitung des Bruno-Weber-Parks übernommen – und diesen bereits am 4. April dieses Jahres nach turbulenten Zeiten und einer Schliessung im Oktober wieder eröffnen können. Jetzt gehe es darum, dem Park auch eine organisatorische Struktur zu geben, denn, so Cart: «Bisher war alles eher chaotisch, aber nur im Chaos kann so etwas Einmaliges entstehen wie das Werk von Bruno Weber.»

Angefangen hat für Cart alles vor einem Vierteljahrhundert. «Als Assistentin von Harald Szeemann sah ich 1990 erstmals das Kunstwerk von Bruno Weber», erinnert sie sich. Was sie damals noch nicht ahnte: dass sie einst an der Spitze der einmaligen Kunstlandschaft zwischen Spreitenbach und Dietikon stehen wird. Angefragt von Maria Anna Weber, der Witwe des 2011 verstorbenen Künstlers, hat sie sich bereit erklärt, in den neuen Stiftungsrat einzutreten. Unterstützt wird sie von ihrem Ehemann, dem Architekten Eric Maier und Lukas Strittmatter, beide ebenfalls Stiftungsratsmitglieder. «Wir haben uns die Aufgabe gestellt, den Park gemäss dem Stiftungszweck in die Zukunft zu führen», so Cart.
Weniger lang kennt Eric Maier den Park. Er war im September 2014 erstmals dort: «So etwas Einmaliges hatte ich bisher noch nicht gesehen. Das war leicht beschämend für einen, der nur wenige Kilometer entfernt in Zürich wohnt.»

Ein Depot für die Kunstwerke

Heute dominiert der Bruno-Weber-Park das Leben von Cart und Maier. «Wir haben keine einfache Aufgabe übernommen», sagt Cart und ergänzt: «Es wäre ein Armutszeugnis, wenn dieses Kunstwerk nach 50 Jahren untergehen würde.» Sie vergleicht den Zustand des Parks mit einer Art «Puzzle» und ist sich bewusst: «Wir brauchen sehr viel Geld, bis er wieder funktioniert.»

Seit der neue Stiftungsrat im Amt ist, wurde einiges geändert. So wurde im Haus der Wandlung ein feuersicheres Depot für das bildnerische Werk Bruno Webers eingerichtet, bestehend aus Gemälden, Zeichnungen und Grafik. Als nächstes grösseres Vorhaben soll der Saal des Wassergartens unterteilt werden. Im abgetrennten Teil erhält die Stiftung erstmals eigene Büros. «Wir brauchen eine Zentrale, von der aus wir den Park aufbauen können.» Für dieses Vorhaben läuft momentan das Baubewilligungsverfahren. Bis Ende Jahr werden für verschiedene Arbeiten rund eine halbe Million Franken aufgewendet.

Maria Anna Weber ist das Gedächtnis des Parks und hat während den Jahrzehnten der Entstehung in allen Bereichen mitgewirkt. Heute steht sie der Bruno-Weber-Stiftung unterstützend zur Seite – zugunsten eines koordinierten, langfristigen Ziels: dem prosperierenden Erhalt des Bruno-Weber-Parks.
Fachwissen sichern

Zu Beginn musste das neue Team Personal einstellen; viele der ehemaligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden übernommen. «So konnten wir uns viel Fachwissen sichern», sagt Cart. Neben den Zwillingstöchtern der Webers, Rebecca Piperio und Mireille Flütsch gehört auch Gjemajli Kryeziu, genannt Jimmy, zum Stamm. «Ich arbeite seit 19 Jahren im Park», sagt er stolz. In dieser Zeit hat er alle Werke mitgeschaffen– unter sehr einfachen Verhältnissen, wie seine Werkstatt, ein mit Plastikplanen überdeckter Bretterverschlag, erahnen lässt. «Hier werden wir ihm eine richtige Werkstatt bauen», sagt Maier und zeigt den vorgesehenen Platz. Das Baugesuch soll noch dieses Jahr in Spreitenbach eingereicht werden.
Gegenüber den Behörden sollen die beiden vor allem wieder Vertrauen aufbauen. Zu vieles sei in den letzten Jahren schiefgelaufen. Sie haben dazu das Konzept 3 - 7 - 21 ausgearbeitet. Die drei Zahlen stehen für Jahre: Sie zeigen, was innert drei, sieben und 21 Jahren geschehen soll. Letztere Zahl wurde so gewählt, weil dann der 90. Geburtstag von Maria Anna Weber ansteht.

In den 21 Jahren soll in den Park jährlich etwa eine Million investiert werden. «In den neun Monaten, seit wir ihn übernommen haben, finden wir immer mehr Altlasten», sagt Maier. Am offensichtlichsten sind die Baumängel. An mehreren Stellen wurden Schutzgerüste aufgestellt, zu einigen Bereichen ist der Zugang mit Absperrband vermacht. Konsequenterweise sagt Maier: «In den ersten drei Jahren müssen wir vor allem die Betriebssicherheit erhöhen.»

Skulptur-Abgüsse zu verkaufen

«Wir arbeiten intensiv am Businessplan», sagt Cart. Wer dem Park etwas spendet, soll wissen, wie das Geld verwendet wird. Dies gilt insbesondere auch gegenüber den Kantonen Aargau und Zürich. Der Aargau hat sich schon öfters engagiert, er war es aber auch, der vor rund zwei Jahren mit einer vorübergehenden Zwangsverwaltung der Stiftung die jetzt angelaufene Sanierungsphase auslöste. «Später planen wir auch eine Ausstellung mit Werken von Bruno Weber», so Isabelle Cart. Vorerst müssten aber alle Werke noch katalogisiert werden. Ein Inventar der Skulpturen wurde bereits erstellt, nun werden auch die Negativformen der Skulpturen erfasst. Ihnen kommt auch bei der Finanzierung des Parks Bedeutung zu. «Wir möchten weitere Abgüsse der Skulpturen herstellen und verkaufen, schliesslich müssen wir die vielen Vorhaben finanzieren.»