Uitikon

«Jeder kann darin sehen, was er will»: Sam V. Furrer stellt endlich seine Zauberblumen aus

Die Ausstellung des Uitiker Künstlers Sam V. Furrer musste wegen Corona verschoben werden. Nun kann die Vernissage doch noch stattfinden.

Am 22. September wird die Ausstellung mit dem Titel «Ursprung, Wandel, Wunder» in Zürich eröffnet. Geplant wäre die Ausstellung der drei Künstler Claude Giorgi, Petra Rüegg und Sam V. Furrer bereits im März gewesen. Gleichzeitig mit der Eröffnung hätte die Buchtaufe von Furrers Buch «Zauberblumen» stattgefunden. Doch wegen des Lockdown musste beides verschoben werden.

Die drei Künstler haben sich in der Galerie Art & Business kennen gelernt. «Wir sind an­ein­andergestolpert», sagt Furrer. Dabei kommen sie aus verschiedenen Ecken: Furrer stellt seine Fotocollagen aus, Rüegg ihre abstrakten Gemälde und Giorgi seine Skulpturen. «Es war eine lässige Teamarbeit und durchweg konstruktiv», sagt Furrer zur Zusammenarbeit mit den beiden anderen Künstlern. Obwohl er Fotocollagen und ­Rüegg abstrakte Kunst macht, konnten die Werke ideal verbunden werden. Rüegg verwendet für ihre Ausstellungen die Petersburger Salonhängung. Dabei werden mehrere Gemälde aneinandergehängt und erzeugen ein neues Gesamtbild. Furrer hat seine 34 Werke in dieses Ausstellungskonzept eingebracht. Trotz entgegengesetzter Kunststile entstanden sogenannte Art Walls, die nach Farben und Formen gruppiert sind. Im Raum werden sie von den Skulpturen von Giorgi komplettiert.

Furrer freut sich nach der langen Wartezeit auf die Reaktion der Besuchenden. «Die Zeit in der Galerie ist die totale Bereicherung und Selbstverwirklichung», erklärt er. Denn oftmals würden sich ganz unterschiedliche Perspektiven eröffnen. «Die einen gehen an Bildern vorbei, die ich super fand, und bestaunen dafür ein anderes, das mir nicht so speziell erscheint», sagt er. Die Rückmeldungen der Besucher sind für ihn ein essenzieller Rohstoff, um sich als Künstler weiterentwickeln zu können.
Bei der neusten Ausstellung präsentiert er seine «Zauberblumen». Für die Fotocollagen hat er Hunderte von Blumen unter Studiobedingungen aus allen möglichen Perspektiven aufgenommen und als neue Blumenkreationen zusammengesetzt. «Wichtig ist dabei die Lichtarchitektur», sagt Furrer. Nur durch den optimal komponierten Lichteinfall aus mehreren Lichtquellen entstünden rea­listisch wirkende Blumen mit einem natürlichen Schattenwurf. «Ausserdem muss die Anatomie der Blume stimmen», erklärt Furrer.

Das Endprodukt sieht er vor allem als Projektionsfläche. «Jeder kann darin sehen, was er will», meint er.
Während des Lockdowns hat er bei sich zu Hause in Uitikon sein Fotoarchiv durchstöbert. Er hat Bilder von bis zu zehn Jahren zurück neu bearbeitet und zu einem weiteren Buch zusammengefasst. Jahrelang wollte er diese Bilder niemandem zeigen. Auch jetzt will er zuerst einige Meinungen von Kollegen und Kunstkennern einholen, um herauszufinden, ob die Bilder ankommen.

Die Kreativität war bei ihm schon immer präsent

Neben der Kunst ist Sam V. Furrer als Berater und in der Immobilienvermarktung tätig. «Neulich konnte ich einen Verkaufsprospekt für eine Villa erstellen. Das mache ich gerne», sagt Furrer. Der frühere Topmanager war schon während seines Studiums der Psychologie und Wirtschaft immer kreativ tätig: «Ich muss künstlerisch oder gestalterisch arbeiten.»

Bereits 2016 konnte er seine Werke das erste Mal ausstellen. Die neuste Ausstellung ist nun die dritte. Mit seinen Fotocollagen wäre er im März auch beim Alterszentrum Senevita in Dietikon eingeladen gewesen. Aber auch diese Ausstellung konnte wegen Corona nicht durchgeführt werden. «Ich warte noch sechs Monate, dann klopfe ich wieder an», sagt Furrer zu den Plänen mit Senevita.

Eine Idee für ein neues Projekt hat er schon. Als Nächstes will er sich an «Zauberlandschaften» wagen. «Mit Steinen, Wasser und Pflänzchen will ich neue Landschaften entstehen lassen», sagt Furrer. Zuerst freut er sich aber auf die Ausstellung, die vom 22. September bis zum 3. Oktober an der Trittligasse 4 in Zürich besucht werden kann. Furrer ist während der Öffnungszeiten der Galerie immer anwesend und gibt Besuchern gerne aus erster Hand Auskunft über seine Werke.

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