Schlieren

Im Frühling beginnt die Kulturplatz-Testphase — nun sind Ideen für die Nutzung gefragt

Der Betonboden verschwindet im Februar, der Pavillon (rechts) wird im Sommer rückgebaut

Der Betonboden verschwindet im Februar, der Pavillon (rechts) wird im Sommer rückgebaut

In wenigen Wochen wird der Installationsplatz der Limmattalbahn-Baustelle rückgebaut. Dass der Kulturplatz früher von der Limmattalbahn AG freigegeben werden würde, war schon seit längerem klar. Ursprünglich war geplant, das westlich direkt an den neuen Stadtplatz angrenzende Gelände noch bis 2023 als Installationsplatz für die Baustelle der Stadtbahn zu nutzen.

Diese Woche wurde aber bekannt, dass die Abbauarbeiten bereits am 20. Januar beginnen und rund drei Wochen dauern werden. «Die Limmattalbahn AG wird den ursprünglichen Zustand wiederherstellen und den Platz als angesäte Wiese der Stadt Schlieren übergeben», heisst es in der Mitteilung. Noch bis zum Sommer wird der Infopavillon des Jahrhundertprojekts im Zentrum bestehen bleiben. Dann verschwindet auch dieser. Er wird voraussichtlich nach Dietikon gezügelt und dort die Einwohner über die Strassenbahn informieren.

Niederer wollte einen Treffpunkt für Jugendliche

Dass der Platz an bester Lage in wenigen Wochen wieder frei wird, verschafft der Frage nach seiner künftigen Nutzung grosse Aktualität. Besonders Vertreter des Quartiervereins (QV) waren in jüngster Zeit daran interessiert, dem Platz eine Nutzung zuzuführen. QV-Gemeinderätin Gaby Niederer forderte bereits Mitte 2018, dass der Platz zum Treffpunkt für Jugendliche gemacht werden soll, da der Bau einer Skateranlage im Zelgli-Quartier zwei Jahre zuvor gescheitert war. Sie hatte sich gleich neben dem Stadtplatz ein eingezäuntes Spielfeld für verschiedene Sportarten vorgestellt, sagte sie damals. Der Stadtrat sah jedoch eine Nutzung nicht nur durch Jugendliche, sondern durch möglichst viele Personen vor. Es war die Rede von einem niederschwelligen Konsumangebot, einem Kiosk-Plus, einer Laufstrecke und einer Aussenbühne, auf der Konzerte stattfinden könnten.

Information sei zwingend notwendig

QV-Gemeinderat Thomas Widmer, der die Forderung nach einer früheren Freigabe des Platzes lancierte, sah bereits in der Installation der Sommerbeiz in den beiden Bahnwagen ein Indiz dafür, dass auch der restliche Platz bald durch die Stadt genutzt werden kann. «Bezüglich der weiteren Planung hüllt sich der Stadtrat in Schweigen. Ich wurde bereits drei Mal mit der Begründung vertröstet, dass sich die Planung der Grünen Mitte dahinziehen würde», so Widmer auf Anfrage.

Nun, wo feststehe, dass der Platz frei wird, müsse die Stadt aber mit der Planung vorwärtsmachen. «Laufend werde ich gefragt, was denn nun auf dem neuen Platz erstellt werden soll. Das Thema interessiert und man wird allmählich ungeduldig. Daher ist es zwingend notwendig, dass der Stadtrat nun über den aktuellen Stand der Dinge informiert.»

Noch muss sich Widmer bis Frühling gedulden. Denn gestern verwies Bauvorstand Stefano Kunz (CVP) auf Anfrage darauf, dass dann eine breit angelegte Informationsveranstaltung stattfinde. «Im Frühling fällt der Startschuss für eine dreijährige Testphase, in der wir herausfinden wollen, wie der Platz am besten belebt werden kann», sagt er. Die Bevölkerung und Vereine seien eingeladen, Ideen vorzubringen, die dann über einen begrenzten Zeitraum getestet werden können. Niederers Idee vom umzäunten Sportfeld liesse sich beispielsweise während der Sommermonate realisieren und würde anschliessend aber einer anderen Nutzung weichen, so Kunz.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1