Oetwil
Im Blumenkistchen ist es gemütlicher und ruhiger als am Limmatufer

Beim vorherrschenden schönen und warmen Frühlingswetter sind die meisten Vögel bereits am Brüten. So auch eine Ente aus Oetwil. Allerdings hat sie sich einen ganz besonderen Platz zum Nisten ausgesucht.

Franziska Wagner
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Die Büssers haben einen tierischen Gast

Die Büssers haben einen tierischen Gast

Eugen und Verena Büsser
11 Eier hat die Entenmutter ins Nest gelegt

11 Eier hat die Entenmutter ins Nest gelegt

Eugen und Verena Büsser

Eugen und Verena Büsser aus Oetwil an der Limmat beherbergen zur Zeit nicht ganz freiwillig einen Gast, der sich auf ihrem Balkon eingenistet hat. Und bald werden es gar noch mehr: Eine Ente hat sich nämlich die Blumenkiste des Ehepaars als Brutstätte auserwählt und brütet dort 11 Eier aus. Wahrscheinlich sei es die gleiche Ente, die letztes Jahr schon auf ihrem Balkon gebrütet habe, erklärt Büsser auf Anfrage. Damals seien nach einigen Wochen 6 herzige „Biibeli" ausgeschlüpft und der Mutter wenig später in Richtung Limmat gefolgt. „Die Mutter ist voraus geflogen, dann hat sie den Küken von unten gerufen", erzählt Büsser. Leider seien dabei zwei der Tiere verunglückt und eins habe sich auf einem anderen Balkon verirrt. Dieses habe das Ehepaar dann in eine Aufzuchtstation gebracht.

Dieses Jahr planen Büssers voraus: Sie überlegen sich, im Steingarten Schutzfolie auszulegen, wenn die Küken geschlüpft sind. So könnten die federleichten kleinen Tiere den „Sturz" aus über 6 Metern Höhe gut überstehen, erklärt Büsser.

Erst einmal müssen die Tiere aber fertig ausgebrütet werden. Dabei wird die Entenmutter von Büssers liebevoll umsorgt. Verena Büsser füttert das Tier mit trockenem Brot, Chicoree-Salat, Bananen und Himbeeren. „Einfach Alles, was sie gerne nimmt", sagt sie. Auch in der Blumenkiste dürfe die Ente bleiben, obwohl sie alle Geranien und Tulpen abgefressen habe. Wasser steht in einer Schüssel bereit. „Am Schluss setzt sie sich manchmal auf die Schüssel und denkt, sie sei in der Limmat", sagt Büsser und lacht.
Aus Ästen einer Thuja-Hecke und Flaum hat die Entenmutter ein warmes Nest gebaut. Die Ausflüge in den Garten seien selten geworden, meist ist sie nun beim Nest und brütet. Das Ehepaar ist schon gespannt, wann die Küken ausschlüpfen werden.

Warum die Ente ausgerechnet das über einen Kilometer von der Limmat entfernte Haus ausgesucht hat, weiss Büsser nicht. Es scheint einfach ein guter Platz zu sein. Vielleicht sei es an der Limmat selbst zu unruhig, mutmasst er. Martin Peter, Wildhüter für Oetwil und Weiningen, wundert sich gar nicht: „Das passiert oft. Enten wandern zum Teil sehr weit zum Brüten und brauchen dazu auch keinen Fluss in der Nähe", sagt er auf Anfrage. Am besten solle man die Tiere nicht beachten und alles so lassen, wie es ist. Auch das Futter müssen sich die Tiere selbst suchen, rät er.

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