Dietikon
«Ich bin schuldenfrei in diese Krise»: «Zeus»-Geschäftsführer fordert Unterstützung

Die letzten Beschlüsse des Bundesrats trafen auch das «Zeus» in Dietikon. Wirt Stefan Schmucki hofft nun auf baldige Hilfe von Kanton und Bund.

Carmen Frei
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Die Zeus-Bar wird voraussichtlich bis am 22. Januar geschlossen bleiben. (Archivbild)

Die Zeus-Bar wird voraussichtlich bis am 22. Januar geschlossen bleiben. (Archivbild)

Florian Niedermann

Die Zeus-Bar hat wie viele Barbetriebe mit den neuen Corona-Massnahmen des Bundesrats zu kämpfen. Es kamen in den sozialen Netzwerken gar Diskussionen auf, ob die be­liebte Dietiker Bar schliesse ­müsse. Geschäftsführer Stefan Schmucki verneint. Ihm stehe aber eine schwierige Zeit bevor.

«Uns haben sie ein Arbeitsverbot gegeben», sagt er. Im Frühling habe er noch Kurzarbeitsentschädigung erhalten, nun sei dies – da er Geschäfts­inhaber ist – nicht der Fall. «Mein Team erhält 80 Prozent des Lohns, ich erhalte nichts.» Das sei vom Bundesrat und dem Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) so beschlossen worden. Bis im Januar rechnet er auch nicht mit Fortschritten. «Jetzt ist Festtagszeit, jetzt läuft nichts», meint er. Auch für das Personal mit Kurzarbeitsentschädigung sei es mühsam. «Im Moment ist für uns null Planung möglich», sagt Schmucki. Es leide immer die Gastronomiebranche.

Die angeordnete Schliessung trifft die Gastronomiebranche

Dabei wäre laut Schmucki jetzt die beste Zeit für die Bar- und Gastronomiebetriebe. «Und wir müssen geschlossen bleiben», sagt Schmucki. Er habe so etwas in seiner ganzen Karriere noch nie erlebt. «Bei den wenigen Ansteckungen in den Restaurants ist das lachhaft. Gerade einmal 2,8 Prozent der Ansteckungen sind auf die Gastrobetriebe zurückzuführen», sagt er. Die Verschiebung der Polizeistunde zuerst von 23 auf 22 Uhr und dann am 12. Dezember auf 19 Uhr ist für ihn ein weiteres Kuriosum.

Es sei zwar überraschenderweise gut gelaufen, als sie nur zwischen 13 und 19 Uhr geöffnet hatten. «Ich hatte viele Stammgäste, die kamen», freut sich Schmucki. Aber die Unsicherheit blieb. «Wir haben nun schon ein Dreivierteljahr, in dem wir nicht wissen, wie es weitergeht. Wir hatten ein Schutzkonzept und in den Innenräumen Anpassungen für 4000 Franken vorgenommen. Wir haben alles gemacht, aber jetzt haben sie uns den Stecker gezogen», sagt er. Noch einmal einen Unterstützungskredit aufnehmen wie im Frühling will er nicht. Denn: «Ich bin schuldenfrei in diese Krise, mein ­Laden läuft.»

Es muss etwas gehen. Wenn wir erst im Februar Unterstützung erhalten, ist es zu spät.

(Quelle: Stefan Schmucki, Geschäftsführer der Zeus-Bar)

Von Bund und Kanton erwartet er nun Unterstützung: «Sie haben eine Schliessung angeordnet, jetzt müssen sie uns unterstützen.» Die Verbände Gastro Suisse und Gastro Zürich seien an der Arbeit. «Es muss etwas gehen. Wenn wir erst im Februar Unterstützung erhalten, ist es zu spät», betont er. Es sei im Moment für alle Bar- und Restaurationsbetreiber schwierig. «In der Gastrobranche gibt es einen Flächenbrand. Es wird auch einige namhafte Betriebe geben, die es nicht durch diese Krise schaffen werden.» Im ­Moment könne er aber auch nichts machen. «Wir schauen jetzt, was kommt. Irgendwie geht es schon weiter.»