Dietikon
Guggen spielen am «Reppischfägerball» Radiohits fortissimo

Dass Guggenmusiker nicht nur gut aussehen, laut trompeten und auf die Pauke hauen können, bewiesen sie am ersten «Guggen-Opening» des traditionellen «Reppischfägerballs» in Dietikon.

Goia Lenggenhager
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Reppischfägerball Dietikon
5 Bilder
Laut und lärmig die Soihundscheibegugge
Die Schattendiener aus dem Freiamt spielen düstere Lieder
Der Anführer Manuel (4) im Kostüm der Reppischfäger hüpft im Takt
"Rampesäu" animieren das Publikum zum Tanz

Reppischfägerball Dietikon

Goia Lenggenhager

Für Bupo und Michi, die beiden «Reppischfäger» an der Bar im Festzelt, ist Fasnacht das Grösste. Allerdings, so die beiden beim ersten Bier um 16.30 Uhr, litten sie während des Festes jeweils an Jetlag: «Die Sonne geht viel zu früh auf», sagt Bupo, und die aufgemalte Discokugel auf der Backe seines Freundes verformt sich mit dem Lachen.

Zwei Stunden später: Das Festzelt ist fast leer, abgesehen von Biene Maya: Sie löffelt Risotto. Michi und Bupo feiern in der Kälte. Die farbenfrohen «Rampesäu», eine Guggenmusik aus dem Zürcher Oberland, eröffnen das Guggenkonzert mit bekannten Mitsing-Liedern und sichtlich viel Spass. Die Radiohits im Fortissimo bringen unter anderem auch das Glas von Theresia zum Zittern. Der 75-jährigen Fasnächtlerin aus Dietikon gefällt’s: «Ich komme jedes Jahr hier hin. Die Fasnacht ist immer wieder ein Erlebnis», sagt sie entzückt.

Die schönste Jahreszeit

Nach einer kurzen Pause – die Ohren rauschen schon – heizt die Guggenmusik GSG Freiamt ein. Es wird langsam dunkel, Theresia ist verschwunden, nun stapeln sich Kaffee-Luz-Gläser auf den Holztischchen. Die Schattendiener-Gugge macht mit ihrem Totenkopfkostüm einen einschüchternden Eindruck. Einige der Dreikäsehochs im Publikum stopfen sich Oropax in die Gehörgänge. Schattendiener Murli, alias Andreas Erat aus Boswil, erstaunt trotz furchteinflössender Totenkopfschminke mit froher Botschaft: «Die Fasnacht ist die schönste Jahreszeit», sagt er und verschmiert die schwarze Farbe im Gesicht.

Feucht-fröhlich geht es weiter mit den «Gipsbachschluderi» aus Ehrendingen. Sie bringen mit bekannten Fasnachts-Ohrwürmern die Menge zum Kochen.

Kurz darauf profitiert die «Soihundscheibegugge» aus Meilen von der guten Stimmung. Chef Thomas hat sein buntes Fasnachtsgewand mit auffälligen Accessoires ausgeschmückt: an An seiner Brust hängen Kondome mit Guggen-Aufkleber, ein Nuggi und ein «Was guggst du?»-Anstecker. Die Kondome mit Eigenwerbung tauscht er in Deutschland mit anderen Fasnächtlern gegen selbstgestrickte Socken. Zwischen zwei Bissen Raclette sagt er: «An der Fasnacht kann man den Alltag vergessen, gesellig sein und geniessen.»

Es folgt eine Gugge nach der anderen, eine lauter als die andere, eine besser als die andere. Aber eine fehlt: die «Reppischfäger». Deren Musiker bleiben hinter der Bar und sammeln auf dem ganzen Gelände Plastikgläser ein.

Live zu hören ist die Dietiker Gugge am kommenden Donnerstag um 16 Uhr im Alters- und Gesundheitszentrum Ruggacker und später in der Partynacht der «I-Fägete» im Zentralschulhaus.

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