Dietikon
«Flussbalkone» haben vier Jahre Verzögerung

Es ist definitiv nichts für Ungeduldige, das Tempo, mit dem das Projekt «Flussbalkone» auf dem Dietiker Kronenareal vorankommt. Dabei fing alles vielversprechend an.

Bettina Hamilton-Irvine
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Die Wohnhäuser im Privatbesitz sind bereits bezogen, während die stadteigenen Gebäude auf dem Kronenareal noch warten müssen.

Die Wohnhäuser im Privatbesitz sind bereits bezogen, während die stadteigenen Gebäude auf dem Kronenareal noch warten müssen.

BHI

Nachdem für die von der Stararchitektin Tilla Theus geplante Überbauung im Januar 2011 die Baubewilligung vorlag, hoffte die Stadt Dietikon, der das Areal gehört, auf eine Fertigstellung per Ende 2012. Doch von dieser Vorstellung musste man sich bald einmal verabschieden: Zuerst blockierte ein Rekurs das Projekt. Dann hob der Kanton im Sommer 2012 die Baubewilligung ganz auf, weil die moderne Gestaltung der Häuser nicht vollständig mit den Bestimmungen der Dietiker Kernzone zu vereinbaren war.

Kanton hat Änderung abgesegnet

Die Stadt entschied, die Bestimmungen der Kernzone etwas zu lockern und im Herbst 2013 genehmigte auch das Parlament – wenn auch zähneknirschend – die teilrevidierte Bau- und Zonenordnung.

Unterdessen sind die drei weiteren Mehrfamilienhäuser, die in das Projekt miteinbezogen, aber im privaten Besitz sind, bereits fertiggestellt (siehe Kontext). Die vier Häuser im Besitz der Stadt hätten eigentlich gleichzeitig gebaut werden sollen.

Private Eigentümer: Häuser sind fertig

Ursprünglich hätten beide Seiten des Kronenareals gleichzeitig überbaut werden sollen. Doch davon ist man weit entfernt: Während auf dem Land, das der Stadt gehört, noch nicht einmal die Bagger aufgefahren sind, wurden die drei Mehrfamilienhäuser neben der Bar Zeus bereits fertiggestellt. Sie sind ebenfalls Teil des von Architektin Tilla Theus geplanten Projekts, gehören aber den privaten Bauherren Roger und Jürg Brunner von der Bauunternehmung Paul Brunner AG und Werner Lips von der Firma Lips Söhne AG. Wie Roger Brunner gestern auf Anfrage sagte, müsse nun nur noch die Umgebung instand gestellt werden. Praktisch alle Wohnungen - es handelt sich mehrheitlich um 3½- und 4½-Zimmer-Wohnungen - sind bereits vermietet und bezogen. Frei ist nur noch eine Maisonette-Dachwohnung, die online für 2900 Franken ausgeschrieben ist. Auch der Bau der drei privaten Häuser dauerte länger als geplant: Noch vor zwei Jahren hoffte Brunner auf eine Fertigstellung im Februar 2013. Schuld an der Verzögerung war unter anderem das Wetter. (BHI)

Nun liegt der Ball wieder bei der städtischen Hochbauabteilung. Wie deren Leiter, Peter Baumgartner, sagt, dürfte es aber noch eine Weile dauern, bis die neue Baubewilligung vorliegt. Zuerst müsse man die bestehende Planung mit dem aktuell gültigen Baurecht abgleichen und überprüfen, wo Anpassungen am Projekt nötig seien. Schliesslich sind seit dem Erhalt der ursprünglichen Baubewilligung drei Jahre vergangen: In dieser Zeit hätten sich nebst der Bau- und Zonenordnung der Stadt auch gewisse kantonale Vorschriften geändert, so Baumgartner.

Zehntenscheune und Bären später

Bis das neue, baureife Projekt einem zukünftigen Investor zur Umsetzung übergeben werden kann und dieser dafür ein Baugesuch einreichen wird, ist also nochmals Geduld gefragt. «Wenn alles gut geht, hoffe ich, dass wir Ende Jahr so weit sind», sagt Baumgartner. Somit ergibt sich eine Verzögerung von mindestens vier Jahren auf den ursprünglichen Zeitplan.

Stadtpräsident Otto Müller hatte von Anfang an klargestellt, man wolle die vier stadteigenen Wohnhäuser auf dem Kronenareal mit Land und Baubewilligung verkaufen. Wer investieren wird, ist aber noch nicht bekannt. Bereits Mitte 2011 hiess es, ein interessierter Investor sei gefunden worden; seither hat die Stadt mehrmals bestätigt, der Investor sei nach wie vor interessiert.

Erst in einer zweiten Phase werden die Gebäude Zehntenscheune und «Alter Bären» entwickelt. Die Stadt hat sich noch nicht im Detail dazu geäussert, was sie damit plant. Bekannt ist bloss, dass die Zehntenscheune kulturell genutzt werden soll.

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