Urdorf

Einheitsgemeinde hat Vorrang — eine sofortige gemeinsame Immobilien-Strategie scheint aussichtslos

Der Urdorfer Gemeinderat findet, dass er derzeit weder rechtlich noch politisch legitimiert ist, um mit der Schulgemeinde zusammenzuarbeiten.

Der Urdorfer Gemeinderat findet, dass er derzeit weder rechtlich noch politisch legitimiert ist, um mit der Schulgemeinde zusammenzuarbeiten.

Der Gemeinderat Urdorf kann die von einer Arbeitsgruppe geforderte gemeinsame Immobilien-Strategie mit der Schulgemeinde erst nach der Fusion der beiden Güter an die Hand nehmen.

Dass bald eine gemeinsame Immobilien-Strategie der Politischen Gemeinde und der Schulgemeinde Urdorf erarbeitet wird, wie von einer Arbeitsgruppe kürzlich in einem offenen Brief gewünscht, scheint aussichtslos.

Der Urdorfer Gemeinderat gibt in einer Stellungnahme bekannt, dass er der Forderung nicht nachkommen kann. An seiner Sitzung vom 10. Februar habe er das Schreiben zur Kenntnis genommen, heisst es. «In diesem Zusammenhang hat der Gemeinderat festgestellt, dass er derzeit weder über die rechtliche noch die politische Legitimation verfügt, zusammen mit der Schulgemeinde ein solches Projekt anzugehen», steht in der Mitteilung. Das bedeutet: Solange die beiden Güter nicht zusammengelegt sind, wird in Sachen Liegenschaften nicht gemeinsam geplant und gearbeitet.

Keine politische Berechtigung gegeben

Der Gemeinderat ist nach der letzten Gemeindeversammlung der Ansicht, dass auch aus politischer Sicht keine Berechtigung besteht, bereits jetzt bezüglich Liegenschaften-Konzept zusammenzuarbeiten. Die Stimmberechtigten strichen der Schulgemeinde im Dezember einen Kredit von 150000 Franken für die Machbarkeitsstudie für die Schulraumplanung aus dem Budget 2020 und gaben der Schulpflege so zu verstehen, dass sie Alleingänge nicht mehr gutheissen. Die Behörde beugte sich dem Fusionswunsch und gab Ende Januar bekannt, dass sie einer Zusammenlegung mit der Politischen Gemeinde zustimmt. Diese Entwicklungen riefen eine neue Arbeitsgruppe auf den Plan. Sie besteht aus Vertretern der SP und GLP Urdof sowie der privaten Planungsgruppe, die 2019 auf eigene Faust ein Immobilien-Konzept erstellte, als die Politische Gemeinde und die Schulgemeinde bekannt gaben, dass sie in Sachen Liegenschaften auf eine Zusammenarbeit verzichten.

Befürchtungen dürften sich bewahrheiten

In einem offenen Brief an die Politische Gemeinde, die Schulgemeinde, die Rechnungsprüfungskommission, alle Urdorfer Parteipräsidenten sowie die Abteilung Sport des Kartells der Ortsvereine regte die Gruppe an, dass die gemeinsame Immobilien-Strategie noch in der laufenden Legislatur angegangen werden soll. «Wir haben Angst, dass beide Behörden damit warten, bis Urdorf eine Einheitsgemeinde ist», sagte Ursula Baumgartner, Co-Präsidentin der SP Urdorf, im Namen der Arbeitsgruppe Anfang Februar. Die Projekte und Sanierungen für die Schulräume, die Turnhallen, das Zentrum Spitzacker und das Hallenbad könnten nicht noch um zwei Jahre verschoben werden. Die Befürchtungen der Gruppe dürften sich mit der Antwort des Urdorfer Gemeinderats nun aber bewahrheiten. Die Arbeitsgruppe ist derzeit noch nicht bereit, eine Stellungnahme zum negativen Bescheid abzugeben.

Autor

Sibylle Egloff

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