Schlieren

Eine Fussgängerzone schaffen, ohne den Verkehr zu behindern

Der Stadtplatz, wie er in einer ersten Etappe bis zur Realisierung der Limmattalbahn bestehen soll, und die Strassenführung im Endausbau. ZVG

Der Stadtplatz, wie er in einer ersten Etappe bis zur Realisierung der Limmattalbahn bestehen soll, und die Strassenführung im Endausbau. ZVG

Mit der Errichtung des Stadtplatzes soll ein städtebaulicher Spagat möglich werden. Im Stadtzentrum soll eine grosse Fussgängerzone entstehen, ohne dass es zu Staus auf den Strassen kommt.

Das soziale Leben und die Einkaufssphäre der Stadt auf einem Areal zusammenführen - das ist die Grundidee hinter dem geplanten Stadtplatz. Dazu soll das Gebiet zwischen Bahnhof-Areal und dem Stadthaus zu einer Fussgängerzone umgestaltet werden, ohne dass es auf den Strassen zu Staus beim motorisierten Verkehr kommt.

Wie die Behörden dieses Ziel erreichen wollen, zeigt ein Massnahmenkatalog, den Stadtingenieur Manuel Peer der az Limmattaler Zeitung vorstellte.

Vier zentrale Massnahmen geplant

Um eine wirkliche Fussgängerzone mit ungestörtem Personenverkehr zu erreichen, soll der Stadtplatz mit den umliegenden Trottoirs per Fussgängerstreifen ohne Ampeln verbunden werden. Gleichzeitig muss der Verkehr trotz der Fussgängerströme flüssig bleiben. Bei der Planung des Platzes wurden deshalb vier Entscheidungen getroffen:

Erstens sollen die Radien des leicht eckigen Kreisels sehr eng gehalten werden. Dadurch wird er mit tieferen Tempi durchfahren, was den Verkehr paradoxerweise flüssiger hält.

Zweitens wurde der Kreisel einspurig geplant. Neue Verkehrssimulationen zeigen, dass es beim umgestalteten Stadtplatz nur zwischen 17 und 18 Uhr zu Engpässen kommen könnte. Um auch dem vorzubeugen, kommt entlang der Zufahrtsstrassen eine weitere Massnahme zum Einsatz:

Entlang der Zürcher-/Badenerstrasse und der Engstringerstrasse sollen stadteinwärts - ausschliesslich während der Abendspitze - Ampelsysteme mit integrierter «grüner Welle» im tiefen Tempobereich den Verkehr dosieren. Damit wird zähflüssiger Verkehr nicht verhindert, sehr wohl aber Stau.

Gemäss aktueller Simulationen wird die Durchfahrt durch das Zentrum in der abendlichen Spitzenzeit rund 10 Minuten länger dauern als im flüssigen Verkehr.

Eine dritte Voraussetzung für einen flüssigen Verkehr im Bereich des Stadtplatzes ist, dass nicht nur die Perrons der Limmattalbahn (LTB), sondern auch die der Busse auf dem Stadtplatz selbst zu liegen kommen. So kann verhindert werden, dass Fussgängerströme, die beim Umsteigen entstehen, den motorisierten Verkehr behindern.

Viertens soll ein Fahrverbot vom Kreisel in die und aus der Bahnhofstrasse heraus eingeführt werden. Diese Änderungen ermöglichen die Priorisierung des öffentlichen sowie des Fussgängerverkehrs und verhindert Rückstaus im Kreisel aufgrund abbiegender Fahrzeuge.

Die Sperrung ist beim örtlichen Detaillistenverein umstritten. Dessen Präsident Philipp Locher droht bereits mit dem Gang vor Bundesgericht. Der Stadtrat signalisiert hingegen Gesprächsbereitschaft.
Die genannten Massnahmen im Bereich des Strassenkreisels fallen in den Kompetenzbereich des Kantons, weil es sich bei den in den Platz einmündenden Strassen um Kantonsstrassen handelt. Auch die damit verbundenen Kosten trägt der Kanton.

8 Millionen für Platzgestaltung

Die Gestaltung des Stadtplatzes hingegen - das Projekt kann ab Freitag 30 Tage lang im Stadthaus eingesehen werden - fällt in die Kompetenz der Stadt. Dabei wurde darauf geachtet, dass der Platz und das darauf stehende Flügeldach - die Station der LTB - möglichst offen konzipiert wird, um Sicherheit zu vermitteln.

Auch die Kosten für die Gestaltung dieser Elemente hat die Stadt selbst zu tragen. Den dafür veranschlagten Kredit von rund 8 Millionen Franken muss das Stadtparlament jedoch im Sommer 2012 erst bewilligen.

Der Bau des Stadtplatzes erfolgt gemäss Planung in zwei Etappen. Der Platz soll im Frühjahr 2015 fertiggestellt werden. Dabei wird der dem Ringverkehr zugehörige Teil der Zürcher-/Badenerstrasse geschlossen (siehe Karte). In einer zweiten Etappe wird dann bei der Inbetriebnahme der Limmattalbahn (LTB) die Ringstrasse westlich bis zur Bachstrasse ausgedehnt, und die Badenerstrasse bis auf diese Höhe gesperrt.

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