Uitikon

Dreimal mehr Einwohner, aber gleich viele Ordnungshüter – die Uitiker Gemeindepolizei rüstet auf

Der Gemeinderat  hat entschieden, dass er auf den 1. Januar 2021 einen zweiten Polizisten anstellen will. (Archivbild)

Der Gemeinderat hat entschieden, dass er auf den 1. Januar 2021 einen zweiten Polizisten anstellen will. (Archivbild)

Der Gemeinderat will einen zweiten Polizisten anstellen, weil eine Person allein in Notfällen oft nicht ausrücken darf. Zudem erhält die Uitiker Gemeindepolizei ein neues Einsatzfahrzeug.

Die derzeitige Situation mutet sonderbar an: Seit diesem Jahr ist die Gemeindepolizei von Uitikon zwar bei der Einsatzleitzentrale angemeldet. Sie könnte damit in Notfällen theoretisch aufgeboten werden. In den meisten Notfällen sind nun aber dennoch weiterhin auswärtige Polizisten ausgerückt.

Das ist auf die Grösse der Dorfpolizei zurückzuführen, wie der Gemeinderat erklärt. «Es dürfen diverse Polizeiaufgaben gesetzlich nur von mindestens zwei Polizisten gemeinsam ausgeführt werden.» So reiche etwa bei Geschwindigkeitskontrollen die Präsenz eines einzelnen Polizisten nicht aus. Und auch bei Einsätzen bei Streitigkeiten oder häuslicher Gewalt müssten mindestens zwei Personen zusammen ausrücken. Der Stellenplan der Polizei umfasst aber nur 120 Prozent.

Dies hat nun eben zur Folge, dass «bei Notfällen in Uitikon auswärtige Polizisten aufgeboten werden müssen und die Gemeindepolizei Uitikon, auch wenn sie grundsätzlich einsatzbereit wäre, nicht ausrücken darf», hält der Gemeinderat fest. Nach einer umfassenden Prüfung der Situation hat er nun entschieden, dass er auf den 1. Januar 2021 einen zweiten Polizisten anstellen will. Der Stellenplan soll deshalb von 120 auf 200 Prozent erhöht werden.

Dreimal mehr Einwohner, gleich viel Polizei

Für die Aufstockung sprechen gemäss Gemeinderat nicht nur die erwähnten Notfalleinsätze, sondern auch die allgemeine Entwicklung. So sei die erste vollamtliche Stelle eines Gemeindepolizisten im Dezember 1957 genehmigt worden. «Heute – 63 Jahre später – werden die Polizeiarbeiten noch immer von nur einer Person im Vollzeitpensum bewältigt.»

In dieser Zeit sei aber einerseits die Bevölkerung stark gewachsen, hält der Gemeinderat fest. 1957 zählte Uitikon 1440 Einwohnerinnen und Einwohner. Derzeit sind es 4795, und schon in vier Jahren dürften es angesichts der regen Bautätigkeit 900 mehr sein. Für die Polizei bedeutet dies automatisch einen grösseren Aufwand bei den Verkehrskontrollen, der Patrouillentätigkeit, der Parkplatzbewirtschaftung und der allgemeinen Administration. Andererseits habe die Polizei im Vergleich zum Jahr 1957 inzwischen auch «massiv mehr Aufgaben» zu erfüllen.

Ein Ausbau der Dorfpolizei ist für den Gemeinderat deshalb angezeigt. «Damit können künftig der volle Einsatz der Gemeindepolizei sowie die Stellvertretungen gewährleistet und sämtliche Gemeindepolizeiaufgaben erledigt werden.» Zudem könnten die Einsätze auch auf Abend-, Nacht- und Wochenenddienste ausgeweitet werden. Schliesslich hält der Gemeinderat weiter fest, falle auch die Entschädigung an die Kantonspolizei von 14 Franken pro Einwohner vollumfänglich weg.

Mit dem alten Auto sind keine Einsätze möglich

Die Gemeindepolizei Uitikon erhält zudem ein neues Einsatzfahrzeug, wie der Gemeinderat im Weiteren mitteilt. Er hat dafür einen Kredit über 80'000 Franken bewilligt.

Das aktuelle Einsatzfahrzeug «befindet sich momentan in einem Zustand, in welchem es die Polizei nicht für ihre Einsätze verwenden kann». Es wäre ein dringender Aus- und Umbau erforderlich, der rund 25'000 Franken kosten würde. Dies ist für den Gemeinderat allerdings nicht verhältnismässig – denn der Restwert des Wagens beträgt noch rund 3000 Franken. Das neue Polizeifahrzeug soll im Herbst angeschafft werden. 

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